Das Jahr ist bald vorüber und es war für mich ein sehr unternehmungsreiches. Ich habe sechs europäische und mehrere deutsche Hauptstädte besucht, sei es zu Zwecken der Bildung anderer oder meiner selbst, zur Erholung oder zum Besuchen von Freunden und Verwandten. Ich habe Bus, Bahn und Flugzeug bestiegen, habe mit ausgestrecktem Daumen am Straßenrand gestanden oder selbst hinterm Steuer gesessen.
Dabei gab es vor allem eine wichtige Erfahrung zu machen: Gesamtreisedauer und -Preis sind im seltensten Falle Kriterien, nach denen man einen Reise planen sollte. In Wirklichkeit liegt sogar der einzige gute Grund für eine kurze Reisedauer in hoch prioritären Tätigkeiten am Ankunftsort, während Geld höchstens bei massiven Unterschieden eine Rolle spielen kann.
Da eine Autoreise weder Entspannung noch die Gelegenheit zur alternativen Tätigkeit bietet, lasse ich diese ohnehin aussen vor. Es bleiben also Bahn und Flugzeug.
Wenn ich von Frankfurt nach Berlin fliege (lassen wir mal die Anreise nach Frankfurt die gleiche sein), spare ich nicht 90 Minuten gegenüber dem Zug, sondern ich verliere 150 Minuten, in denen ich wahrscheinlich nicht zum Arbeiten komme. Während ich im ICE nicht einmal umsteigen muss (die Annehmlichkeiten, meinen Reisezeitpunkt am gleichen Tag und zu fast jeder Uhrzeit mit Toleranz von einer Stunde festlegen zu können), bin ich bei einem Flug die gesamte Zeit damit beschäftigt, aus, ein, oder umzusteigen, einzuchecken, zum Gate zu laufen, verschiedene Sicherheitsschleusen zu passieren und andere Dinge zu tun. Zeit ist also nur dann Geld, wenn ich die Zeit nutzen kann, das gleiche gilt natürlich auch bei Flügen ins nahe Ausland, etwa nach Paris wo alleine die Strapaze um vom CDG in die Stadt zu gelangen schon jede Zugfahrt vom nicht allzu Nordöstlichen Teil Deutschlands rechtfertigt.
Das andere Argument ist Geld und das ist ja wiederum Zeit. Wenn ich also doppelt so lange brauche, um mit Ryanair nach Stockholm zu fliegen, weil Hahn und auch der Ankunftsflughafen weit ausserhalb der Stadt liegen, dann ist das keinerlei Gewinn und wenn man die Bus/Bahntransferkosten dazu rechnet wahrscheinlich auch finanziell ein Verlust.
Meine Zeit ist mir also wichtig. Sie bedeutet meistens auch Geld, denn wenn ich arbeiten kann, kann ich damit Geld verdienen oder Dinge aus der Welt schaffen, die mich zuhause davon abhalten, mehr zu arbeiten. Und selbst wenn nicht: entspannt am Zielort anzukommen ist wahrlich etwas wert.