Die
Technology Liberation Front stellt die These auf, dass mit Youtube und dem gerade statt findenen Krieg im Libanon eine ähnliche Revolution der Medien passiere wie im zweiten Golfkrieg mit CNN. Damals hatte die 24-Stunden-Berichterstattung des Nachrichtensenders eine neue Ära eingeläutet.
Nun also Youtube, wo tausende von Amateurvideos live und direkt von den Schauplätzen berichten. Citizen Journalism also. Eine interessante These, vor allem wenn man bedenkt dass Youtube mit 100 Millionen Downloads täglich schon lange mit großen Fernsehstationen mithalten kann.
Nur: Was an Youtube fehlt, ist der Journalistische Aspekt, die Aussortierung. Ja, man mag behaupten dass die Soziale Reputation einen Teil leisten könne, aber dennoch: zwischen einem Bild und einem Bild mit aussagekräftigem Text dazu, zwischen einem Video und einer gut geschnittenen und kommentierten Dokumentation der gefilmten Ereignisse ist ein großer Unterschied. Solange letzteres nicht ausreichend passiert, ist die dritte Revolution nach Blogs und Podcasts noch nicht gekommen.
Was mir aber wirklich sorgen macht, ist die stattfindende Konzentration: im gegensatz zu "Blogs/Podcasts revolutionieren die Medien" beinhaltet die Schlagzeile nun den Namen genau eines Anbieters. Gut, da gibt es noch zwei, drei unbedeutende andere Anbieter, aber die Vielfalt ist nicht mehr gegeben, eine universale und vor allem freie Software zum selbst-flash-videos-bauen fehlt und wird es auch nicht geben. Dass eine solche Situation natürlich auch Zensur Tür und Tor öffnet, stimmt bedenklich.
Nur: wie das Problem lösen? Schon eine freie Alternative zu Photodiensten wie Flickr lässt freie Communities an durch Speicher und Bandbreite bedingte finanzielle Grenzen stoßen. Einen Videodienst von der Größe youtubes aufzubauen und rein durch spenden zu finanzieren scheint unmöglich, und um die Lasten auf einzelne Server zu verteilen hat es leider auch noch keine vernünftigen Ansätze gegeben. Irgend etwas wird sich tun müssen. Und zwar bald.