Entries tagged as urheberrecht
18. October 2007
Derzeit läuft in den USA die zweite Staffel von Heroes. Kurz nachdem die erste anlief, war sicher nicht nur in meinem Freundeskreis ein Hype ausgebrochen, es wurden Heroes-Abende veranstaltet und man sprach darüber wie über keine zweite Fernsehserie. Dass die Serie nun auch in Deutschland angelaufen ist freut mich. Es gibt eine ganze Reihe von Freunden und Bekannten, die Filme und Serien lieber auf Deutsch ansehen, denen ich ebenfalls gönne, diese wirklich hervorragende Serie anzusehen.
Als ich nun ein wenig in der englischen Wikipedia nachlas, machte ich die Entdeckung, dass die Premiere mit 2.9 Mio Zuschauern und 17,3% Marktanteil unter den 14-49-jährigen der erfolgreichste Serienstart für RTL2 seit Stargate ist. 17.3% Marktanteil ist eine ganze Menge. RTL2 ist keiner der drei großen Privatsender, was mich zu folgendem Punkt brachte:
Ich halte es für möglich, ja sogar wahrscheinlich, dass das transatlantische Tauschen von TV-Serien den Europäischen Markt in ganz besonderem Maße beflügelt. Ich glaube, dass dadurch, dass ein signifikanter Teil von Menschen, die als stark empfänglich für neues gelten und auch als informationsquelle für andere dienen, Heroes aus dem Netz geladen und angesehen haben, ein Jahr lang kostenlose PR für RTL2 gemacht wurde.
Was heißt das? Eigentlich sollte RTL2 froh sein, dass es diese möglichkeiten gibt. Eigentlich sollte es unterstützt werden, dass Menschen die nicht einmal zwingend zur Zielgruppe von RTL2 gehören, sich Heroes und andere Serien aus dem Netz ziehen. Und vielleicht ist das auch einer der Gründe dafür, weshalb Fernsehstationen bislang so wenig gegen Tauschbörsen unternommen haben...
18. June 2007
/ Kategorie: politics
Der Torrentfreak berichtet über einen Software-Entwickler, der feststellen musste, dass seine Software als Raubkopie im Netz aufgetaucht war. Was also tun in einer solchen Situation, wenn man davon abhängig ist, diese Software verkaufen zu können? Der Entwickler tat das richtige: Einfach mal nett fragen. Und so bekam er innerhalb kurzer Zeit eine Mail von der Release-Crew die erklärte, dass sie von zukünftigen Releases seiner Software absehen werde. Einfach so, weil er nett gefragt hatte.
15. June 2007
Janko schreibt in seinem P2P-Blog über einen Online-File-Hosting-Dienst namens Furk.
Furk ist eigentlich ein Dienst wie jeder andere: Rapidshare, Megaupload und Co. haben es vorgemacht. Mit einem kleinen aber wichtigen Unterschied: Wer 10 Euro im Monat für einen Premium-Account bezahlt, bekommt die Möglichkeit per Web-Interface Bittorrent-Dateien auf dem Server anzuwerfen. Die herunter geladenen Dateien stehen dann per HTTP zum Download bereit:
Nun hat Janko noch alle möglichen Anmerkungen zu Datenschutzfragen und ausserdem ist nicht so richtig klar, wem man das Geld eigenlich in den Rachen wirft. Cool ist dieser Dienst aber trotzdem.
13. June 2007
Die IFPI hat dieses Jahr schon 25.000 Menschen wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt, die meisten davon Jugendliche, und darauf scheint man auch noch stolz zu sein. Aber angeblich funktioniert das. "Nach unserer Erfahrung werden Täter, die einmal erwischt worden sind, nicht rückfällig.", sagt Stefan Michalk, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft.
Wenn also geschätzte 10 Millionen Menschen in Deutschland Tauschbörsen nutzen, und 25.000 nicht mehr rückfällig werden, habt ihr ja nur noch 9.975 Mio übrig, viel Erfolg!
14. May 2007
/ Kategorie: politics
Es fühlt sich seltsam an, wenn einem Menschen begegnen, die nicht nur eine andere Meinung haben als man selbst, sondern auch stur eine völlig andere Auffassung der Welt vertreten. Es ist der Punkt, an dem manche Menschen beginnen, sich einander Dummheit oder Borniertheit (oder beides) vorzuwerfen und andere sich gar nicht erst in Diskussionen begeben. Das ist, schätze ich einmal, überall so, in allen Lagern. In diesem Fall begegeneten mir solche Menschen allerdings nur in der Presse in Form von P.E.N-Zentrum Deutschland, Börsenverein des deutschen Buchhandels und anderen, die heute eine " Frankfurter Mahnung" veröffentlicht haben, in der sie vor "fehlendem Respekt vor geistigen Schöpfungen" warnen. Darin unter anderem eine Mahnung vor einem "Zwang zu Open Access". Das verwundert mich wiederum sehr. Zum einen hatte ich nicht erwartet, dass man aus einer Forderung, öffentlich gefördertes Wissen auch öffentlich verfügbar zu machen, ein derart abstruses, an schlechte Anti-Commie-Propaganda erinnerndes Szenario stricken kann, zumal es ja nur um die geistigen Leistungen geht, die ohnehin finanziert, weil öffentlich gefördert sind.
Zum anderen erinnert es mich daran, dass wir dringend mehr Bewußtsein für den Wert der Wissensallmende in Deutschland brauchen. Wie kann es sein, dass eine Vereinigung wie das P.E.N-Zentrum, oder auch der Verband deutscher Schriftsteller, die für sich beanspruchen für die klügsten Köpfe des Landes zu sprechen, nicht einmal begreifen, was freies Wissen, was freier Zugang bedeuten? Wer, wenn nicht diese Köpfe sind es, die alltäglich auf den Schultern von Giganten stehen, wie es einst so schön Isaac Newton in den Mund gelegt wurde?
Ich muss zugeben, vielleicht auch etwas naiv gewesen zu sein, wenn ich etwas anderes erwartet habe. Aber wie kommen solche Menschen darauf, die Wertschätzung geistiger Schöpfungen lediglich am finanziellen fest zu machen? Wie können ausgerechnet die, die seit Jahrhunderten auf den Werken anderer Aufbauen, die auf die großen Schätze der Bibliotheken zurück greifen, sich für weniger Zugang zu Wissen aussprechen?
Die Wissensallmende, das gesamte freie Wissen der Welt, hat einen unschätzbaren Wert. Einen, der in keinem Bruttoinlandsprodukt auftaucht, einen den man genauso wenig wie "Umwelt" in Teuerungsraten und Exportbilanzen wiederfindet.
Ja, es ist an der Zeit nicht nur den vorteil freier Kulturproduktion in den Vordergrund zu stellen, sondern bewußt zu machen, wie sehr wir alle von freiem Wissen und freier Kultur profitieren. Sei es etwas so simples wie das Rad oder die gesammelten Werke Goethes, Schillers und anderer; oder seien es Medikamente deren Patente abgelaufen sind. Es muss wieder ein Bewußtsein geschaffen werden, das Wissen dem Wohle aller dienen soll.
4. May 2007
/ Kategorie: politics
"Piratenseite im Zwielicht: Rechtspopulist finanziert Internet-Tauschbörse", so die reißerische Übeschrift auf der Startseite von Spiegel Online heute Morgen.
Die Wahrheit sieht jedoch anders aus, wie mir Magnus Eriksson von Piratbyran erzählt, die eng mit " The Pirate Bay" verbunden sind.
Magnus, der Autor des Artikels hat versucht, einen Zusammenhang zwischen Carl Lundström und der Piratenpartei herzustellen...
...was Unsinn ist. In Schweden gibt es zwei große Organisationen, die sich mit Filesharing beschäftigen. Piratbyran, das sind wir, die auch The Pirate Bay betreiben, und die Piratenpartei. Wir kennen uns zwar, sind aber völlig unterschiedliche Organisationen.
In wie weit ist denn Carl Lundström mit "The Pirate Bay" verbunden?
Carl Lundström war Vorstandsvorsitzender und ist immer noch der größte Aktieninhaber von Rix Telecom, einem großen Provider in Schweden. Dort arbeitete auch Frederik von The Pirate Bay. In der Zeit stellte Rix Bandbreite und Platz im Serverraum für The Pirate Bay zur Verfügung. Mittlerweile hat TPB Rix verlassen und auch Frederik arbeitet dort nicht mehr. The Pirate Bay hat keine Server von Rix geschenkt bekommen und auch kein Geld. Lediglich Bandbreite und Serverplatz.
Das ganze war also eine Initiative eines Mitarbeiters?
Ja, letzten Endes hat ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter die Möglichkeit gegeben, ein privates Projekt zu verfolgen. In diesem Fall also The Pirate Bay.
Das klingt alles sehr uneigennützig. Verfolgt Lundström denn keine eigenen Interessen?
Es mag sein, dass Lundström selbst ein Freund Freier Kultur ist. Fakt ist aber, dass er weder auf Piratbyran, noch auf The Pirate Bay Einfluss hat. Und auf die Piratenpartei schon gar nicht, denn die hat, wie ich schon gesagt habe, damit nichts zu tun.
Im Interview hat Tobias Andersson gesagt "Ohne die Unterstützung von Carl Lundström hätte Pirate Bay nicht starten können."
Wahrscheinlich hätte The Pirate Bay tatsächlich nicht ohne die Starthilfe von kostenloser Bandbreite und Kostenlosem Serverplatz existieren können. Am Anfang waren die Werbeverträge nutzlos. Aber hätte Frederik bei einem anderen Provider gearbeitet oder wäre jemand anderes als Lundström sein Chef gewesen, dann hätten wir uns eben eine andere lösung einfallen lassen müssen. Wie das ausgesehen hätte, wäre Spekulation, aber daraus ein persönliches Sponsoring von Lundström zu konstruieren ist Unsinn.
Update: Wie mir Magnus noch anfügt hat der Spiegel niemals direkt mit The Pirate Bay kontakt aufgenommen. "Der einzige Kontakt bestand zu Mikael Wiborg, der mit The Pirate Bay nichts zu tun hat und lediglich rechtlich beraten hat. Er hatte doch in den letzten Tagen seitdem das Fernsehinterview statt gefunden hatte, keinen Kontakt zu uns."
Update 2: Konrad Lischka vom Spiegel hat soeben geantwortet. Er schreibt "Am 2. Mai und
am 3. Mai habe ich über das Kontakformular auf Pirate Bay meine Fragen
gestellt, habe sie parallel dazu an Mikael Viborg geschickt, mit der
Bitte, das zur Sicherheit noch weiterzuleiten." - Demgegenüber steht weiterhin die Aussage von Brokep (Piratebay) dass keine Anfrage vom Spiegel oder von Konrad Lischka in der Inbox gewesen sei. Wie auch immer, ist es kaum als sorgfältig zu bezeichnen, dass ein Autor lediglich über das Kontaktformular einer Website versucht, mit den Betreibern zu reden. Es gibt genügend Möglichkeiten, entsprechende Kontaktmöglichkeiten zu recherchieren.
Update 3: Nun ist auch endlich der Heise-Artikel dazu online... Die haben es übrigens innerhalb von ca. 2 Stunden nach Erscheinen der Spiegel-Meldung geschafft, mit den Piratebay-Leuten kontakt aufzunehmen.
2. May 2007
/ Kategorie: politics
Kinder, Kinder. Kaum paßt man mal einen halben Tag nicht richtig auf, ist die Hölle los weil digg.com einen zweifrontenkrieg verloren und alle Welt eine Zahl verbreitet hat. Das wiederum erinnert an DE-CSS, die Geschichte mit der Primzahl und gzip und der Frage ob Code und Zahlen nicht durch Meinungsfreiheit gedeckt sind. Ich warte schon auf die neuen Songs, Kaffeetassen, T-Shirts und sonstigen Sachen. Wetterfrosch hat schonmal ein paar Varianten ausprobiert. Ansonsten gilt: 13256278887989457651018865901401704640, zum Rest wurde schon genug gesagt.
7. February 2007
/ Kategorie: music
Schon seltsam. Da schreibt Steve Jobs einen Aufsatz über Musik und die Tatsache, dass Apples "Fairplay"-DRM-System auf der Tatsache basiere, dass der iTunes Music Store ohne entsprechende Maßnahmen keine Lizenzen von den vier großen Plattenfirmen bekäme. Und von der De-Bug bis zur Technology Liberation Front wird er gelobt.
Was ich wiederum nicht nachvollziehen kann. Sein Fingerzeigen ist ungefähr das gleiche, wie es hierzulande permanent mit der bösen EU gemacht wird. Regierung klagt über EU-Richtlinie, sagt "wir können aber nix tun", ist dabei der größte Player in der EU. Analog dazu natürlich Apple, die inzwischen eine weitaus größere Macht haben, als die vier Konzerne. Wollte Jobs wirklich etwas gegen DRM tun, hätte es Nachverhandlungen in den Verträgen gegeben. Keine "Nachbesserungen" wie es bei iTunes gab, wo dem User Stück für Stück Rechte genommen wurden.
Nun klingt das etwas nach Hybris, da auch meinereiner auf MacBookPro arbeitet und einen iPod besitzt. Abgesehen davon ist es jedoch so, dass alle Verweise eines Herren Jobs darauf, dass die Anzahl der Tracks die ohne DRM verkauft werden (nämlich per CD) um ein vielfaches größer sei als die der verkrüppelten Audiofiles, nicht darüber hinweg täuschen können, dass es viel leichter ist, schöne Reden zu halten, als einfach Taten folgen zu lassen. "Wir können ja gar nichts machen" ist auch eine viel leichtere Aussage als "unsere Techniker arbeiten daran dass der iTMS nur dann DRM einbaut wenn er muß (wie zum Beispiel auch DVD-Jon fordert.)
Nun genug gepoltert. Ich bin erstaunt darüber, wie einfach es heutzutage ist, gute PR zu bekommen. Das ist als würde VW für einen Aufsatz beklatscht, in dem der Vorstand erklärt, dass Spritsparende Autos toll seien aber die Ölindustrie etwas dagegen hätte.
Update: Inzwischen schreibt die halbe Welt darüber.
Und DVD-Jon hat einige weitere anmerkungen...
23. December 2006
Die Süddeutsche Zeitung kommt heute mit einem Interview mit Stanford-Professor Lawrence "Creative Commons" Lessig. Über DRM, Pauschalabgaben, Kulturflatrate und Read-Write-Kultur.
23. June 2006
/ Kategorie: politics
Schon am Dienstag kam ich von einer der wohl faszinierendsten Konferenzen des Jahres zurück. Eingeladen hatte der Trans Atlantic Consumers Dialogue in Kooperation mit dem Consumers Project on Technology mit dem schönen Titel "New relations between creative communities and consumers" oder wie die Konferenz-Shirts es sagen: "Bringing 1&2 together", gemeint sind Absatz 1 und 2 des Artikels 27 der Universellen Erklärung der Menschenrechte, die den Zugang der Menschen zur Kultur und die Rechte von Künstlern regeln.
Diese Diskussion soll, so das erklärte Ziel, in einer "Paris Accord" genannten Erklärung enden, die einen Ausgleich zwischen Kreativen und Konsumenten sucht.
Nun ist es ja immer recht einfach, von einer Konferenz begeistert zu sein, man lernt nette, verrückte und coole Leute kennen, geht abends Essen und auch mal viel trinken und hat neben interessanten Vorträgen oder Diskussionsrunden, unter Umständen sogar auf Kosten eines Arbeitgebers eine wunderbare Zeit.
Dieses mal war jedoch wirklich etwas besonderes: eine Konferenz, die einen echten Kompromiss anstrebt und Menschen aus ganz unterschiedlichen Feldern zusammen bringt: James Love, der das Consumers Project on Technology leitet und in einem Panel eine neue herangehensweise an Pharmapatente vorschlägt. Dabei unterstützt er einen Entwurf der auch schon in der WIPO eingebracht wurde, der Patente auf medizinische Wirkstoffe zugunsten eines Ausgleichsfonds abschaffen soll. Auch ansonsten gute Redebeiträge zu diesem Bereich, lediglich auf Publikumsseite gibt es neben Terry Fisher und mir nur Publikumsfragen, die Themen wie Elektrosmog und Handystrahlung betreffen und somit reichlich unnütz sind.
Die Mittagspause ist geprägt von typisch unfreundlichen Pariser Kellnern und den Magnetfeldmedizinern, aber auch von sehr leckerem warmem Ziegenkäse auf Salat.
Das dritte Panel des Tages (Nummer eins hatte ich leider aufgrund von unfähigen Infopointmitarbeitern am Flughafen verpasst) drehte sich um das Thema Software, allen voran natürlich Softwarepatenten und DRM. Eine Dame von Sun hatte die Gelegenheit, das Konzept eines offenen DRM-Systems vorzustellen und ich nutzte meine, um mich mit ein paar Kongressteilnehmern bekannt zu machen und unter anderem Neil Leyton besser kennen zu lernen, der mit seinem Label Fading Ways großartige pionierarbeit in Sachen "Faire Plattenfirma" macht.
Es folgt "The Public as a Creative Community" mit so verschiedenen Menschen wie dem Gründer von "The Young Turks", Jean-Baptiste Soufron der hier für die Wikimedia Foundation spricht und Valérie Peugot. Auch wenn das Thema höchst interessant ist, habe ich dank fortlaufender Gespräche nur die Gelgenheit, Jean-Baptistes eindringlichen Warnungen vor DRM zuzuhören.
Bevor der Tag mit Getränken und anschließendem Essen irgendwo in der Altstadt schließt, ist das Thema "Films, video and art - filmmakers, artists, actors and the viewing public" an der Reihe, das womöglich die größten Kontroversen in Sachen Creative Commons, Kulturflatrate und ähnlichen Thematiken hervorruft. Immerhin eine Gelegenheit, Sarah Andrew aus London und Prayas Abhinav aus Indien kennen zu lernen, die im abschließenden Essen für spannende Diskussionen sorgen.
Der zweite Tag beginnt mit heilloser Verspätung nicht nur meinerseits, sondern auch von Aziz Ridouan, der eigentlich um 9:30 auf dem Panel sitzen sollte. Weil Taxis um diese frühe Morgenstund aber recht selten zu sein scheinen, kommen wir erst kurz vor zehn an. Neil Leyton berichtet von seinem Label und verschiedenen neuen herangehensweisen an die Bezahlung von Musikern, Peter Jenner vom International Music Managers Forum gibt einen näheren Einblick in GEMA und co, und spricht sich für eine freiwillige Kulturflatrate auf Produzenten- und Konsumentenseite aus und Aziz berichtet von den Audionautes, der Rest bleibt mir leider dank Taxi verborgen.
Die Diskussion über Veröffentlichungen in der Lehre überspringe ich zugunsten einem Gespräch über eine mögliche alternative zu GEMA, BMI und ähnlichen mit Neil und Nick Ashton-Hart, bevor die für mich letzte Podiumsdiskussion am Nachmittag, mit solch illustren Namen Terry Fisher, Molly Beutz aus Yale, Volker Grassmuck und Felix Stalder anbricht. Es ist die große Runde über zusätzliche Diskussionen zum Paris Accord und gibt einen guten Querschnitt über die Thematiken. Terry Fisher stellt das mir ja schon dank der FairSharing-Veranstaltung in Berlin bekannte DMX-Projekt vor und konkretisiert erste Pilotvorhaben, Molly Beutz ordnet die Thematik in den Kontext Menschenrechte ein und das Thema "Kulturflatrate" bleibt der große Überbegriff der Konferenz. Während mir eine viel zu lange Heimreise bevorsteht, nehme ich einiges mit nach Hause: faszinierende Bekanntschaften, spannende Diskussionen über alle Bereiche geistiger Monopolrechte und digitaler Demokratie, neue Impulse in Sachen Kulturflatrate, die mich darin bestärken, eine verpflichtende Abgabe zu fordern, und möglicherweise viele weitere, spannende Diskussionen um eine akzeptable Gema-Alternative. Wir werden sehen.
22. June 2006
/ Kategorie: politics
Unter anderem Heise berichtet, die USA hätten Schweden Handelssanktionen via WTO angekündigt, kümmere man sich nicht um das Problem "The Pirate Bay".
Das mag zwar alles fies klingen, mich verwundert das aber eher: Schweden ist EU-Mitgliedsstaat und als solcher gar kein direktes WTO-Mitglied. Die EU ist nur en bloc in der WTO vertreten, die USA können also gegen Schweden keine direkten Drohungen aussprechen.
Der korrekte Weg wäre, einen Streitfall vor einem WTO-Schiedsgericht zu verhandeln. Das dauert meistens Jahre und die Chance auf Erfolg ist angesichts der Komplexität der Urheberrechtsfrage (Ich glaube kaum dass das Verbot von Bittorrent-Trackern irgendwie aus dem TRIPS-Abkommen ersichtlich ist) sehr gering.
Stellt sich also schon mal die Frage, was sich da genau abgespielt hat.
1. June 2006
/ Kategorie: politics
Noch immer ist in Schweden so einiges unklar, nur spärlich dringen Informationen über die Beschlagnahme der Piratebay-Server ins Netz.
Ich hatte die möglichkeit, soeben mit "darknite" von Piratbyrån/The Pirate Bay ein kleines Interview zu führen das zumindest ein bisschen klarheit verschafft:
Was genau ist gestern passiert?
Wir wissen tatsächnlich noch nicht allzu viel. Der Durchsuchungsbefehl ist uns immer noch nicht bekannt, wir wissen also nicht wonach gesucht wird. Wir wissen aber vom AntiPiratByran (der Schwedischen Anti-Piraterie-Organisation), dass es einen Durchsuchungsbefehl für den gesamten Provider PRQ gab. Es wurden anscheinend nicht nur etwa 160Server sondern auch Netzwerkequipment beschlagnahmt.
Das heißt es waren auch andere Webseiten betroffen?
Ja, das Magazin Säkerhet&Sekretess hat eine erste Liste veröffentlicht und ruft die betroffenen dazu auf, sich zu melden. Dass so viele völlig unschuldige Webseiten, wie auch die politische Organisation "Piratbyrån" betroffen sind, ist für uns viel schlimmer als die temporäre Auszeit von "The Pirate Bay"
Es wurden auch ein paar Menschen verhaftet, was wird ihnen vorgeworfen?
Insgesamt wurden drei Crewmitglieder verhaftet und befragt, sie wurden jedoch gestern wieder freigelassen. Ihnen wird Verstoß gegen das Urheberrecht vorgeworfen, das könnte sich jedoch ändern.
Wir vermuten, dass das AntiPiratByrån die Polizei fehlgeleitet hat und ThePirateBay fälschlicherweise vorwirft, Warez auf dem Server zu lagern und zu verteilen.
Gibt es denn eine Einschätzung von Anwälten?
Nein, noch nicht. wir verhandeln allerdings mit einem sehr bekannten schwedischen Anwalt und versuchen ihn zu überzeugen, uns in dem anstehenden Fall zu verteidigen.
Hat The Pirate Bay einen Backup-Plan?
Wir arbeiten gerade fieberhaft an einer Lösung und wären sehr enttäuscht von uns, wenn wir TPB nicht binnen einer Woche wieder zum laufen bekommen. Möglich ist auch, dass wir in andere länder gehen, gerüchteweise Holland, mit Russland als Backup. Allzusehr lässt sich das nicht dezentralisieren, aber optimal wäre natürlich eine Lösung, die weiter funktioniert wenn einer der Server vom Netz genommen wird.
Wie waren denn die Politischen Reaktionen bisher?
Bis jetzt hat sich nur die Piratenpartei geäußert. Allerdings ist dieses Jahr Wahljahr in Schweden, wir erwarten also noch einige Diskussionen zu diesem Thema. Das Vorgehen von Polizei und AntiPiratByran wird dabei sicher ein zur Debatte stehen.
Vielen Dank für das Interview
28. April 2006
/ Kategorie: politics
Julius Mittenzwei hat seine Dissertation zum Thema " Informationen zur Rechtewahrnehmung im Urheberrecht - Der Schutz von Digital Rights Management-Systemen und digitalen Wasserzeichen durch § 95c UrhG" fertig gestellt und bietet diese nun freundlicherweise zum Download an.
Zudem gibt es die BEUC-Studie über die Machbarkeit der Kulturflatrate nun auch in englischer Form.
28. March 2006
/ Kategorie: politics
Hiermit möchte ich nochmal offiziell verbreiten und um Verbreitung bitten:
Einladung zu einer öffentlichen Veranstaltung des
FairSharing-Netzwerks:
Alternativen zum Verbot der Internet-Tauschbörsen
Erfahrungen aus Frankreich und USA
Mit:
Jean-Baptiste Soufron, Association des Audionautes, Frankreich
Elisabeth Stark, Freeculture, USA
Oliver Moldenhauer, FairSharing-Netzwerk
31.3.06, 19:30
in Berlin, Mehringhof (Gneisenaustr. 2a)
Mehr dazu auf fairsharing.de
20. March 2006
/ Kategorie: politics
Naja, nicht nur Copyrightwahnsinn: das Mother Jones Magazine hatt einen netten Artikel über die haarsträubendsten Ereignisse in Sachen "Geistige Monopolrechte". Urheberrecht, Patente und vor allem Trademarks. Sehr lesenswert (via fefe)
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