Entries tagged as musikindustrie
27. April 2006
/ Kategorie: music
Sieht so aus, würde es im Musikgeschäft wieder einen großen Knall geben. Wie unter anderem die Times berichtet, steht die EMI als letztes großes Eigenständiges Musiklabel (SongBMG gehört zu Sony und Bertslsmann, Universal gehört zu Vivendi und Warner gehört zu AOLTimeWarner oder auch doch nicht mehr, auf jeden fall ist da auch mehr dabei als nur Musik) zum Verkauf. Sehr wahrscheinlich, so scheine es laut Times, würde es eine Fusion mit Warner geben, womit wir dann nur noch drei Major-Labels haben. Interessanterweise wird auch Apple als möglicher Käufer ins Spiel gebracht, was ich aber nicht so recht glauben mag, weil ich nicht glaube, dass das zu Apple passt und die Firma Milliarden kösten könnte, weil es da ja diesen Rechtsstreit mit den anderen gibt, die sich Apple nennen.
Interessanterweise spricht die Times davon, dass WarnerEMI dann Universal und SonyBMG angreifen könnten, im Kampf um das Musikbusiness. Was mich wundert, denn die ganzen Major-Labels waren schon immer ein einziges symbiotisches Kartell und es gibt wenige Geschäftsbereiche in denen Marktanteile weniger zählen. Auf der anderen Seite zeigt ein solches Denken natürlich ganz gut das Dilemma in dem die Musikkonzerne stecken: kein Bezug mehr zum Produkt und schon gar nicht zum Kunden.
19. March 2006
/ Kategorie: music, politics
Der Kanadische Urheberrechtsprofessor und -aktivist Michael Geist berichtet von einer Studie (PDF), die der Verband der Kanadischen Musikindustrie (CRIA) wohl am liebsten hätte verschwinden lassen - und das obwohl die CRIA die Studie selbst in Auftrag gegeben hatte. Ähnlich wie die Brennerstudie hierzulande, war eine relevante Menge an Menschen nach ihren Musikkonsum-Gewohnheiten befragt worden. Dabei kam unter anderem heraus, dass von denjenigen, die Filesharing betreiben, nur ca. 33 Prozent aller Musik aus den P2P-Programmen stammt, 36% hingegen von eigenen CDs, 20 % von bezahlten und 6% von legalen, kostenlosen Downloads. Auch der Mythos von den musikstehlenden Teenagern wurde von der Studie eindrucksvoll widerlegt: ausgerechnet die Gruppe der 35-44-Jährigen bot die größte Diskrepanz zwischen Downloads (31%) und CDs(27%).
Mehr dazu auf michaelgeist.ca
6. March 2006
/ Kategorie: politics
Was für ein Kundensservice! Hartmut Spiesecke vom Phonoverband kümmert sich natürlich sehr gerne um seine Opfer Kunden, drum nimmt er auch gern mal Beschwerden entgegen, wenn eine Kopiergeschützte CD nicht geht. Hat er zumindest im Deutschlandradio gesagt: (2:33) Ich habe persönlich gesagt, jeder der nen CDspieler hat bei dem ne Kopiergeschützte CD nicht läuft, der soll mir ne mail schicken. . Das Tapetennagel-Blog bzw. Netzpolitik waren deshalb so freundlich, auf den neuen Service hinzuweisen. Also falls ihr schonmal Probleme mit einer kopiergeschützten CD hattet, nutzt doch dieses einmalige Angebot und schreibt an spiesecke@phono.de,
Kris verweist auf einen schönen Artikel im Inquirer, der nicht nur den Glauben an ein funktionierendes DRM völlig dekonstruiert, sondern auch die Beweggründe der Industrie, trotzdem selbiges einzuführen, darlegt: Here is the problem, every DRM infection is unique, patented, copyrighted, copywronged, and DMCAd ad nauseum, They protect their code in every way possible, and make it so you have to get their approval to use it. This is all done under the guise of protecting content, but that is a lie. If you are going to steal content, do you think violating another copyright on the DRM mechanism will make you lose more sleep? Not a chance.
If you are a rival company though, you can't really violate such things and get away with it for long, Sony, MS and most people swiping GPLd code are proof of that. So, you have to license it to play ball, or at least play music and movies. That is the true nature of DRM infections, to keep other big greedy companies out.
Das erklärt übrigens auch ziemlich gut, warum die um viele Milliarden schwerere Software- und Elektronikindustrie so auf die Forderungen der Unterhaltungsindustrie einsteigt: Marktanteile, die den Abbau von Kontrolle und Nutzungsmöglichkeiten durch den Kunden zum Kollateralschaden werden lassen.
18. January 2006
/ Kategorie: music
Kopierschutz, Rootkit, Klagewellen und andere Eskapaden seitens der großen Musiklabels sind wohl endgültig den meisten Indie-Labels zu viel geworden. Deshalb unterstützt der Verband Unabhängiger Tonträgerunternehmen (VUT) ab sofort die Kampagne "Respect the Music". Dahinter verbirgt sich vor allem das "Copy Protection Free"-Logo das ab sofort auf einer ganzen Reihe von CDs der MItgliedslabels prangen soll. Entwickelt wurde das ganze von !K7 - das Logo und die Aktion sind deshalb auch nicht ganz neu. Neu aber, dass der ganze Verband sich dahinter stellt. Offenbar haben die Indies es kapiert, dass freundliche Appelle und Respekt vor den Kunden eben mehr bringen, als Kriminalisierung. Interessant finde ich das ganze auch aus dem Aspekt heraus, dass der VUT noch im November 2004 als Teils des "Forums der Rechteinhaber" eine Stellungnahme zum Referentenentwurf zum zweiten Korb abgegeben hatte - zusammen mit GEMA, GVL, IFPI und vielen anderen. Die Stimmung hat sich also offensichtlich gedreht. Musik respektieren ist eine feine Sache, ab und zu einen Tonträger kaufen auch, und Kunden fair behandeln sowieso. Schön, dass sich der Wind ein bisschen gedreht hat!
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