Entries tagged as meinungsfreiheit
2. May 2007
/ Kategorie: politics
Kinder, Kinder. Kaum paßt man mal einen halben Tag nicht richtig auf, ist die Hölle los weil digg.com einen zweifrontenkrieg verloren und alle Welt eine Zahl verbreitet hat. Das wiederum erinnert an DE-CSS, die Geschichte mit der Primzahl und gzip und der Frage ob Code und Zahlen nicht durch Meinungsfreiheit gedeckt sind. Ich warte schon auf die neuen Songs, Kaffeetassen, T-Shirts und sonstigen Sachen. Wetterfrosch hat schonmal ein paar Varianten ausprobiert. Ansonsten gilt: 13256278887989457651018865901401704640, zum Rest wurde schon genug gesagt.
26. April 2007
Liebe Berliner,
wenn ihr morgen früh Zeit habt, dann schaut doch von 11:00 bis 11:30 Uhr vor der Ägyptischen Botschaft vorbei und demonstriert für die Freilassung des Ägyptischen Bloggers Abdelkareem Nabil Soliman, der wegen seiner kritischen, oft säkulären Sichtweise in Haft ist.
( Mehr Infos)
Dankeschön.
8. March 2006
/ Kategorie: politics
Auch im Iran wird Weltfrauentag gefeiert - ohne wohlmeinende Ansprache von Regierungsmitgliedern, ohne umfassende Presseberichterstattung, aber auch ohne Kompromisse. Das Iranian Prospect Blog hat ein wenig dazu aufgeschrieben.
19. February 2006
/ Kategorie: politics
Mit der zur zeit sehr explosiven Situation im Mittleren Osten, speziell im Iran, erscheint es mir immer wichtiger, darüber bescheid zu wissen, die unterdrückte Mehrheit der Bevölkerung im Iran denkt, deren Meinung sich in der überwiegenden Mehrheit deutlich von den Herrschenden unterscheidet. Schon vor einigen Monaten hatte ich das großartige Buch " Wir sind der Iran" gelesen und rezensiert, seitdem habe ich nicht nur deas Blog des wohl wichtigsten bloggenden Exil-Iraners Hoder aufmerksam verfolgt sondern auch eine ganze reihe weiterer Blogs die Iraner auf Englisch verfassen.
Um jetzt einen Schritt weiter zu gehen, habe ich in letzter Zeit an einer möglichst guten Sammlung von Blogs aus dem Iran gearbeitet. Diese Sammlung soll in den nächsten Tagen oder Wochen in einen Planet fließen, der dann auch lesern ohne entsprechendes Recherche-Engagement einen einigermaßen guten Überblick geben kann.
Das Problem ist leider, dass diese Suche sehr mühselig ist. Der Iran hat zwar die drittgrößte Anzahl an Bloggern weltweit, aber die meisten sind eben in Farsi geschrieben.
Wer von euch also noch Blogs kennt und liest, der möge sich bei mir melden. Ich bin für jeden Hinweis dankbar, damit ich bald eine einigermaßen gute Liste in den Planeten packen kann.
Danke schonmal im Voraus.
17. February 2006
/ Kategorie: politics

Da wo die stärksten emotionalen Bindungen existieren, passiert auch am meisten wenn sie reißen. Drum verwundert mich es jetzt gar nicht so sehr, was jetzt rund um die "Google zensiert auch"-Debatte passiert: Irgendwie hatten einige Menschen naiverweise geglaubt, eine große Aktiengesellschaft wie Google würde sich anders verhalten, wenn in China ein Sack Geld umfällt. Empörung also groß und intensiv, schließlich stand da ja mal was von "don't be evil" und sogar der Congress kümmert sich in einem Ausschuss darum und lädt Yahoo, Google, Microsoft und Cisco (wegen der Technologie im Hintergrund) vor. Während in Indien Tibetische Exil-Studenten demonstrieren, hat die Hackergruppe Cult Of The Dead Cow eine globale Kampagne gegen Google gestartet.
Besonders heftig in diesem Zusammenhang ein Mitschrieb des Untersuchungsausschusses auf Cnet, in dem der Abgeordnete und Holocaust-Überlebende Tom Lantos alles andere als eine lockere Fragestunde veranstaltet und die Unternehmensvertreter nichts besseres wissen, als immer das gleiche Marketing-Gewäsch abzulassen: Lantos, to Yahoo: Are you ashamed?
Yahoo: We are very distressed about the consequences of having to comply with Chinese law...We are certainly troubled by that and we look forward to working with our peers.
Lantos: Do you think that individuals or families have been negatively impacted by some of the activities we have been told, like being in prison for 10 years? Have any of the companies reached out to these families and asked if you could be of any help to them?
Yahoo: We have expressed our condemnation of the prosecution of this person, expressed our views to the Chinese government...We have approached the Chinese government on these issues.
Lantos: Have you reached out to the family? I can ask it 10 more times if you refuse to answer it. You are under oath.
Yahoo: We have not reached out to the families.
2. February 2006
/ Kategorie: politics
Hoder, aushängeschild der Iranischen Weblog-Szene seit er vor einigen Jahren eine persische Anleitung zum Bloggen verfasste und nach Toronto emigrieren musste, ist gerade in eigener Friedens-und-Verständigungsmission in Israel unterwegs, womit er alleine schon durch die Einreise schon gegen das momentan geltende Iranische Gesetz verstößt und auch durch weitere Gespräche und Aktionen eine ganze Menge absoluter Tabus bricht.
Unter anderem hat er dort mit etwas Überzeugungsarbeit geschafft, dass es nun das erste in persisch verfasste Weblog aus Israel gibt, um den Landsleuten ein anderes Bild von Israel zu vermitteln. Anonsten ist er vor allem dabei, den Israelis ein positives Bild der jungen Iranischen Bevölkerung zu vermitteln und leistet dabei einen großartigen Beitrag, wie man in den einzelnen Postings mitbekommen kann. Nun hat auch die Tagesschau ein Interview mit Hoder veröffentlicht, das den schönen Titel "Mein Blog ist Rap-Musik" trägt. Danke an Markus dafür.
1. February 2006
/ Kategorie: politics
Verächtlich ist es, wenn sich ein großes Presseorgan selbst zensiert, weil die, die bei sich ohnehin keine Meinungsfreiheit dulden, wegen Intoleranz wettern. Peinlich ist es, wenn das auf Druck einer Regierung passiert, die lieber ein paar Milchtüten mehr verkauft, als fundamentale Menschenrechte zu verteidigen.
Erbärmlich wird die ganze Sache dann, wenn erst einmal klar ist, worum es eigentlich geht:
Die Karikaturen, wegen derer der radikale Teil der muslimischen Welt in Aufruhr ist, waren Teil eines Experiments der Zeitung Jyllandsposten: Wie viel Selbstzensur legen sich dänische Künstler auf, wenn es darum geht, offensichtliche Tabus zu brechen? Der Anlass - ein Kinderbuchverlag konnte keinen Zeichner finden, der sich traut ein Bild von Mohammed zu malen - war also in keinster Weise fremdenfeindlicher oder leichtfertiger Natur. Viel mehr hatte man sich ernsthafte Sorgen um den Zustand von Meinungsfreiheit im Land gemacht. Dass Jyllandsposten deshalb jetzt einknickt, ist -ich sage das gerne noch einmal - erbärmlich.
Henryk Broder bringt das ganze im Spiegel recht schön auf den Punkt.
31. January 2006
/ Kategorie: politics
Gab's ja schon öfter: xy schreibt über Firma, Firma findet das nicht lustig und hält sowieso nicht so viel von Pressefreiheit, Firma schreibt bösen Brief in dem Schlüsselworte wie "Abmahnung" oder "Anwalt" drinstehen. Selbst wenn das meist nur leere Drohungen sind: es gibt nicht viele, die es sich leisten können, überhaupt in einen Rechtsstreit zu geraten. Cory Doctorow, der heute morgen wegen eines Artikels bei BoingBoing einen bösen Brief und Anruf von Starforce, dem Hersteller einer Spyware-DRM-Software, kann das zum glück. Cnet sicherlich auch. (Aus gleichem Grund).
Weniger Unterstützung hat da leider Joey. Der musste, wie mein Lieblings-NeuBremer kaerF schreibt, eine Bildunterschrift mit dem Titel "Nicht funktionierender MeshNode von Saxonia" von seiner Website nehmen. Ursprünglich hatte Saxonia sogar verlangt, alle Bilder von Saxonia-Geräten aus seiner Galerie zu nehmen. Dass das gegen jegliches Rechtsverständnis spricht ist klar, aber was tun..? Joey musste nachgeben, und das obwohl er recht hatte. Und nein: da hilft es auch nichts, irgendwen zu kritisieren. Ausser Saxonia natürlich. Die kann man nicht nur kritisieren sondern auch boykottieren. Und auffordern, anderer Leute Meinungen zu respektieren.
29. January 2006
/ Kategorie: politics
Wer wissen will, was das genau bedeutet, wenn Google in China bei bestimmten Worten Filter setzt, der sollte sich mal den Unterschied zwischen http://images.google.com/images?q=tiananmen und http://images.google.cn/images?q=tiananmen ansehen. Interessanterweise funktioniert das nicht immer, manche (Windows-?) User werden von .cn auf .com weiter geleitet. (via Fukami
und Moe). Leichte Abweichungen von der korrekten Rechtschreibung umgehen im übrigen auch in China Filter.
Ansonsten wurde mir noch das obenstehende Bild zugeschickt. Fand ich hübsch.
26. January 2006
/ Kategorie: politics
Johnny fragt sich zurecht, was die Faszination und die Entrüstung hervorruft, die Firmen wie Google oder auch Apple mit sich bringen, wenn sie gutes (Innovation) oder schlechtes (Zensur, Datensammeln, DRM) tun. Klar ist: eine Aktiengesellschaft ist eine Aktiengesellschaft. Und die unterliegt allen Regeln und Zwängen der Marktwirtschaft. Da kann man sich "The Corporation" anschauen oder das Schwarzbuch Markenfirmen lesen, ich kann mir gut vorstellen, dass das böse Erwachen für die Modeopfer ähnlich hart war, als sie entdeckten, dass ihre Schuhe auch nur von Kindern genäht werden, auch die mit dem Haken oder den drei Streifen drauf.
Und doch gibt es eben Unterschiede. Google hat beispielsweise trotz Vorantreibens der Webghettoisierung ein wenig mehr verstanden als Yahoo. Seien es Kleinigkeiten, wie dass man neuerdings bei Blogspot auch ohne Account kommentieren kann, oder sei es, dass Google Talk auf freien Standards basiert. Und es ist meines Erachtens nach eher das Unverständnis gegenüber den krassen Ausfällen in Sachen Firmenpolitik, als das Bedürfnis nach einer Vaterfigur in Unternehmensform, auch wenn das sicherlich ein Grund sein mag.
Apple waren die ersten im Online-Musikmarkt, die verstanden haben dass der User seine Freiheiten möchte. Für diese Freiheiten, und seien es nur 6 Privatkopien, musste man sicher hinter den Kulissen gewaltig kämpfen. Umso unverständlicher war es, als iTunes nach Hause telefonierte. Enttäuschung quasi.
Was also wären konkrete Erwartungen an Google? "Den Chinesen mal die Meinung sagen" ist sicherlich die falsche Option. Die ziehen dann nämlich den Stecker und Baidu, Yahoo oder MSN freuen sich. Aber öffentlicher PR-Druck kann wirken. Auch innerhalb der Systeme gibt es die Möglichkeit, ein klein wenig Gutes zu tun. Das mag ein zensiertes Stichwort weniger sein, oder ein Chinesischer Blogger, der bei Blogspot weiterhin seine Meinung sagen darf, nachdem er bei MSN abgeschaltet wurde. Und genau dafür ist öffentlicher Druck wichtig.
25. January 2006
/ Kategorie: politics
Als Update zu " Google zensiert" fand ich gerade ein Blog beim Google-Dienst Blogspot.com. Das Blog mit dem Titel googlecensorship.blogspot.com besteht aus einem einzigen Post mit einem einfachen Inhalt: We don't want Google to censor search engine results. Not in China and nowhere else in the world.
Die Bitte dazu: in den Comments seine eigene Meinung, zumindest aber den Namen hinzufügen. Vielleicht bringt's ja was...
25. January 2006
/ Kategorie: politics
Google ist eben eine Firma wie alle anderen auch. Trotz "Don't be evil"-Leitspruch, wenn der Markt die Expansion nach China verlangt, dann expandiert man nach China und wenn die Regierung dort Zensur verlangt, dann zensiert man eben. Oder auch nicht? Immerhin hatte Google noch vor einigen Tagen so viel Rückgrat, um einer Auskunftsanforderung der US-Regierung zu widerstehen. Umso unverständlicher ist es deshalb, dass sich Google im Ausland offensichtlich nicht einmal an einfachste Menschenrechtsstandards hält. Dass dafür auch die Reporter ohne Grenzen diese Zensur scharf kritisieren, ist dann natürlich naheliegend. Was mich aber sehr verwundert erfreut hat, ist die Tatsache, dass der ebenfalls nicht gerade zimperliche Spiegel-Artikel nicht nur in die übliche Netzwelt-Rubrik geschafft hat, sondern vielmehr zumindest momentan ganz oben auf der Top-Position steht. Langsam scheint auch das Thema in den großen Medien anzukommen. Schön!
20. January 2006
/ Kategorie: politics
Wie Hoder berichtet, hat das Regieme im Iran einen Filter auf BBC Persia gesetzt, immerhin die erfolgreichste BBC World Service-Abteilung. Quasi gleichzeitig wurde, wie die Reporter ohne Grenzen melden, der Blogger Ahmad Reza Shiri inhaftiert. Er hatte in seinem Blog zum Boykott der Wahl 2004 aufgerufen. Und war schon damals für drei Wochen im Gefängnis gesessen. Nach seiner Freilassung hatte er sich jedoch nicht einschüchtern lassen und ein neues Blog eröffnet. Die Inhaftierung zeigt, so Reporter Ohne Grenzen, "wie wichtig Blogs im Iran geworden sind". Das erinnert mich daran, dass ich schon einige Zeit plane, einen Planet mit guten, englissprachigen Blogs aus dem Iran aufzusetzen um auch hierzulande einen besseren Einblick in die dortige Blog-Szene geben zu können. Wer dazu noch Ideen oder Anmerkungen hat, darf diese hier gerne hinzufügen. Die RSF-Meldung las ich übrigens zuerst bei Netzpolitik
14. December 2005
Das EU-Parlament hat heute mit 378 zu 197 Stimmen den Weg für Generalverdacht, Überwachung und mehr unter dem großen Terrorismusbekämpfungsbanner frei gemacht und für die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gestimmt. Im Klartext: wenn Gerichte das nicht verhindern, werden in Zukunft alle Telekommunikations-Verbindungsdaten (Wer kommuniziert mit wem wann?) mindestens 6 (Schäuble spricht von 24) Monate gespeichert, ebenso Standortdaten von Mobiltelefonen.
Bleibt: die Hoffnung, dass die Gerichte (in diesem Falle wird der EUGH zuständig sein, nicht das BVerfG) das ebenso unverhältnismäßig und problematisch finden und die Sache einstampfen. Mehr bei Heise, Golem und Netzpolitik
8. July 2005
/ Kategorie: politics
Krude Dinge passieren, während ich mich Studium und Kunst widme: die GEMA beginnt, Donkeyseiten zu verklagen, die IFPI greift Seiten an, die allofmp3.com verlinken.
Ich habe zwar ehrlich gesagt keinerlei Ahnung, mit welcher Begründung sie verbieten will, dass Menschen auf einen Händler verlinken, der im Ausland völlig legale Geschäfte tut, aber es zeigt, dass die IFPI in keinster Weise verstanden hat, wie das Internet funktioniert.
Nur für euch Anwälte: dieser Link ist ein politisches Statement, darüber hinaus Satirisch gemeint and if that still isn't enough this blog won't be German anymore. Get the fuck out of here. Ah, by the way. I believe this is also covered by the freedom of speech and press.
P.S: find more at
Golem, Heise, Spreeblick and Netzpolitik
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