Um es kurz zu machen: Was für eine Qual!
Ich hatte ja kurzfristig die Gelegenheit, für umsonst in oben genanntes Konzert zu kommen, und wollte mir dann doch mal mein eigenes Bild von den Bright Eyes machen. Ich bereue das zutiefst. The Faint waren wohl ganz nett. Leider hat die Band "kurzfristig entschieden, früher anzufangen". Will heißen: um 20:30, als das Konzert offiziell beginnen sollte, war's schon zur hälfte vorbei und als wir um 20:50 eintrafen bekamen wir noch den letzten Song zur Hälfte mit.
Die kleinen Witze von wegen "da werden die Bright Eyes-Fans aber weinen wenn sie nicht alles mitbekommen", wurden leider bald bittere Realität.
Connor Oberst, Sänger der Bright Eyes, ist irgendwie der Typ, der früher in der Schule immer allen Friedensangebote gemacht hat, nachdem er verprügelt wurde. Zumindest gibt er sich so, und kommt mit herunterhängenden Schultern und einer "die welt ist ganz schön gemein zu mir"-Pose auf die Bühne, was die Menge mit tosendem Applaus quittiert. Ich glaube hingegen der Mensch ist "in it for the chicks", wie wir zu sagen pflegen. Ganz bitterer Kerl, dem man am liebsten in die Fresse schlagen möchte.
Dann kommt irgendwie das was man schon auf Platte unglaublich öde finden muss, nur mit Rockmusik. Ändert aber nichts an der Qualität. Statt dessen Ansagen die in Deutsch übersetzt peinlicher nicht mehr sein könnten.
Oder was würdet ihr sagen, wenn ein Musiker mit Sprüchen wie "Der nächste Song ist über einen goldenen Käfig" oder "ich fühle mich fast wie tot aber auf der anderen Seite, im Jenseits ist das leben auch nicht besser" (oder so ähnlich) ankommt? Oder mit "der nächste Song ist wie Alice im Wunderland".
Was zur Hölle ist das denn für eine weichgespülte Hippiekacke? Wir hatten uns ja schon gefragt, ob die Leute uns verprügeln wenn wir anfangen zu buhen oder einfach nur still in der Ecke heulen. Irgendwie kommt mir das zeitweise so vor, als besteht die größte echte Bitterkeit in dieser Musik darin, die Grunge-Ära verpasst zu haben und nun nicht mehr so richtig dem Cobain die Schau stehlen zu können.
Nichts gegen Hippies, aber hier ist das ein Schimpfwort. Ja, ganz ehrlich, liebe Bright Eyes-Verehrer. Hype ist schon gar kein Ausdruck mehr.
Achja. Musikalisch ebenfalls allerunterste Schublade. Red House Painters mit etwas Rock, nur 10 Klassen schlechter. Alles schonmal dagewesen, weichgespült, mit viel pseudointellektuellem und unglaublich prätenziösem Schleim versehen, und mit aufgesetzter Traurigkeit überzogen. Gräßlich.