25. June 2007
Google hat gefordert, Zensur als eines der zu überwindenden Handelshemmnisse in der WTO zu betrachten. So könnten dann Staaten, in denen Zensur ein Problem ist, sanktioniert werden.
Auch wenn das natürlich lediglich ein PR-Gag sein wird und so sehr die WTO mit ihren drei Säulen, mit ihren "Hollywoodfilme gegen Zuckerzölle"-Schiedsentscheidungen, mit den Problemen die GATS, Trips und auch GATT mit sich bringen, Kritik verdient hat; so sehr zumindest das TRIPS abgeschafft und der Rest bestenfalls reformiert gehört, so richtig und auch notwendig sind konkrete Vorschläge, die WTO weiter zu entwickeln.
Die WTO schreibt in ihrer Struktur nicht vor, dass Handelshemmnisse nicht auch mit Menschenrechten verknüpft werden können, dass bestimmte Instrumente nicht auch zum Wohle der Menschen dienen dürfen. Auch wenn das derzeit der Fall ist.
Auch in den so genannten Panels, den WTO-Schiedsgerichten, gäbe es Möglichkeiten: So muss ein Gen-Mais-Fall nicht zwingend von Handelsexperten entschieden werden. Niemand schreibt vor, dass in diesen Panels nicht auch Umweltexperten oder meinetwegen auch Philosophen sitzen dürfen. Niemand schreibt vor, dass ein TRIPS-Verfahren um die Herstellung von Generika nicht auch von Ärzten entschieden werden darf.
Die WTO ist nicht die schlechteste Möglichkeit, ein paar wenige internationale Standards fest zu legen. Ich glaube daran, dass der Export von Menschenrechten oder Umweltstandards eine gute Sache ist. Und deshalb sind auch Ansätze, wie das konkret passieren kann, gut. Auch wenn es bis dahin, bis Greenpeace oder die Ärzte Ohne Grenzen in Panels sitzen und Google ein Verfahren gegen Chinesischen Reis anstrebt um die große Firewall zu knacken, noch einige Zeit vergehen wird.
10. January 2007
/ Kategorie: computers
GMailUI ist genau die Extension die ich für Thunderbird schon seit ewiger Zeit suche: Inspiriert von den mulitplen Möglichkeiten bei GMail seinen Bestand an elektronischer Post zu durchsuchen, bringt GMailUI genau das: multiple Möglichkeiten, bei Thunderbird seinen Bestand an elektronischer Post zu durchsuchen. Mit Dingen wie "Subject: Hallo From: Julian" um nach allen Mail von Julian zu suchen, die ein freundliches "Hallo" enthalten. Darüber hinaus kann das Ding auch noch Taschenrechnerfunktionen wie im Google-Calculator, oder ein zentrales "Archive"-Verzeichnis in das man gelesene Nachrichten bequem per tastendruck wegverschieben kann. Der wirklich wichtige, zeitsparende und überhaupt unglaublich lebenserleichternde Teil ist aber die Suche.
17. February 2006
/ Kategorie: politics

Da wo die stärksten emotionalen Bindungen existieren, passiert auch am meisten wenn sie reißen. Drum verwundert mich es jetzt gar nicht so sehr, was jetzt rund um die "Google zensiert auch"-Debatte passiert: Irgendwie hatten einige Menschen naiverweise geglaubt, eine große Aktiengesellschaft wie Google würde sich anders verhalten, wenn in China ein Sack Geld umfällt. Empörung also groß und intensiv, schließlich stand da ja mal was von "don't be evil" und sogar der Congress kümmert sich in einem Ausschuss darum und lädt Yahoo, Google, Microsoft und Cisco (wegen der Technologie im Hintergrund) vor. Während in Indien Tibetische Exil-Studenten demonstrieren, hat die Hackergruppe Cult Of The Dead Cow eine globale Kampagne gegen Google gestartet.
Besonders heftig in diesem Zusammenhang ein Mitschrieb des Untersuchungsausschusses auf Cnet, in dem der Abgeordnete und Holocaust-Überlebende Tom Lantos alles andere als eine lockere Fragestunde veranstaltet und die Unternehmensvertreter nichts besseres wissen, als immer das gleiche Marketing-Gewäsch abzulassen: Lantos, to Yahoo: Are you ashamed?
Yahoo: We are very distressed about the consequences of having to comply with Chinese law...We are certainly troubled by that and we look forward to working with our peers.
Lantos: Do you think that individuals or families have been negatively impacted by some of the activities we have been told, like being in prison for 10 years? Have any of the companies reached out to these families and asked if you could be of any help to them?
Yahoo: We have expressed our condemnation of the prosecution of this person, expressed our views to the Chinese government...We have approached the Chinese government on these issues.
Lantos: Have you reached out to the family? I can ask it 10 more times if you refuse to answer it. You are under oath.
Yahoo: We have not reached out to the families.
29. January 2006
/ Kategorie: politics
Wer wissen will, was das genau bedeutet, wenn Google in China bei bestimmten Worten Filter setzt, der sollte sich mal den Unterschied zwischen http://images.google.com/images?q=tiananmen und http://images.google.cn/images?q=tiananmen ansehen. Interessanterweise funktioniert das nicht immer, manche (Windows-?) User werden von .cn auf .com weiter geleitet. (via Fukami
und Moe). Leichte Abweichungen von der korrekten Rechtschreibung umgehen im übrigen auch in China Filter.
Ansonsten wurde mir noch das obenstehende Bild zugeschickt. Fand ich hübsch.
26. January 2006
/ Kategorie: politics
Johnny fragt sich zurecht, was die Faszination und die Entrüstung hervorruft, die Firmen wie Google oder auch Apple mit sich bringen, wenn sie gutes (Innovation) oder schlechtes (Zensur, Datensammeln, DRM) tun. Klar ist: eine Aktiengesellschaft ist eine Aktiengesellschaft. Und die unterliegt allen Regeln und Zwängen der Marktwirtschaft. Da kann man sich "The Corporation" anschauen oder das Schwarzbuch Markenfirmen lesen, ich kann mir gut vorstellen, dass das böse Erwachen für die Modeopfer ähnlich hart war, als sie entdeckten, dass ihre Schuhe auch nur von Kindern genäht werden, auch die mit dem Haken oder den drei Streifen drauf.
Und doch gibt es eben Unterschiede. Google hat beispielsweise trotz Vorantreibens der Webghettoisierung ein wenig mehr verstanden als Yahoo. Seien es Kleinigkeiten, wie dass man neuerdings bei Blogspot auch ohne Account kommentieren kann, oder sei es, dass Google Talk auf freien Standards basiert. Und es ist meines Erachtens nach eher das Unverständnis gegenüber den krassen Ausfällen in Sachen Firmenpolitik, als das Bedürfnis nach einer Vaterfigur in Unternehmensform, auch wenn das sicherlich ein Grund sein mag.
Apple waren die ersten im Online-Musikmarkt, die verstanden haben dass der User seine Freiheiten möchte. Für diese Freiheiten, und seien es nur 6 Privatkopien, musste man sicher hinter den Kulissen gewaltig kämpfen. Umso unverständlicher war es, als iTunes nach Hause telefonierte. Enttäuschung quasi.
Was also wären konkrete Erwartungen an Google? "Den Chinesen mal die Meinung sagen" ist sicherlich die falsche Option. Die ziehen dann nämlich den Stecker und Baidu, Yahoo oder MSN freuen sich. Aber öffentlicher PR-Druck kann wirken. Auch innerhalb der Systeme gibt es die Möglichkeit, ein klein wenig Gutes zu tun. Das mag ein zensiertes Stichwort weniger sein, oder ein Chinesischer Blogger, der bei Blogspot weiterhin seine Meinung sagen darf, nachdem er bei MSN abgeschaltet wurde. Und genau dafür ist öffentlicher Druck wichtig.
25. January 2006
/ Kategorie: politics
Als Update zu " Google zensiert" fand ich gerade ein Blog beim Google-Dienst Blogspot.com. Das Blog mit dem Titel googlecensorship.blogspot.com besteht aus einem einzigen Post mit einem einfachen Inhalt: We don't want Google to censor search engine results. Not in China and nowhere else in the world.
Die Bitte dazu: in den Comments seine eigene Meinung, zumindest aber den Namen hinzufügen. Vielleicht bringt's ja was...
25. January 2006
/ Kategorie: politics
Google ist eben eine Firma wie alle anderen auch. Trotz "Don't be evil"-Leitspruch, wenn der Markt die Expansion nach China verlangt, dann expandiert man nach China und wenn die Regierung dort Zensur verlangt, dann zensiert man eben. Oder auch nicht? Immerhin hatte Google noch vor einigen Tagen so viel Rückgrat, um einer Auskunftsanforderung der US-Regierung zu widerstehen. Umso unverständlicher ist es deshalb, dass sich Google im Ausland offensichtlich nicht einmal an einfachste Menschenrechtsstandards hält. Dass dafür auch die Reporter ohne Grenzen diese Zensur scharf kritisieren, ist dann natürlich naheliegend. Was mich aber sehr verwundert erfreut hat, ist die Tatsache, dass der ebenfalls nicht gerade zimperliche Spiegel-Artikel nicht nur in die übliche Netzwelt-Rubrik geschafft hat, sondern vielmehr zumindest momentan ganz oben auf der Top-Position steht. Langsam scheint auch das Thema in den großen Medien anzukommen. Schön!
21. December 2005
/ Kategorie: computers
spukt wieder. Will sagen: die Endjahresstatistik der Google-Benutzungen ist fertig. Eigentlich eine sehr interessante, zumindest aber lustige Sache. Stellt sich allerdings für mich die Frage, ob Google das nicht auch aufbereitet anbieten kann?
Solch Information macht zwar einigen Spaß, so lange sie aufbereitet ist. Richtig interessant bzw. benutzbar wird sie aber, wenn ich sie als User täglich oder wöchentlich in einer Form abrufen kann, die mir das weitere Verarbeiten ermöglicht. Finde das sollte Google mal angehen. Per API die mir beispielsweise XML-Daten zurück liefert. Ohne Geld dafür zu verlangen. Schließlich sorge ich als User auch dafür, dass Google solche Statistiken überhaupt machen kann. Und: Natürlich ohne allzu viele persönliche Daten abzugreifen.
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