26. April 2007
Liebe Berliner,
wenn ihr morgen früh Zeit habt, dann schaut doch von 11:00 bis 11:30 Uhr vor der Ägyptischen Botschaft vorbei und demonstriert für die Freilassung des Ägyptischen Bloggers Abdelkareem Nabil Soliman, der wegen seiner kritischen, oft säkulären Sichtweise in Haft ist.
( Mehr Infos)
Dankeschön.
28. March 2007
Jetzt muss ich doch mal eben meinen Senf zu Adical abgeben. Adical ist Spreeblick und Lobo als Firma und will, so denkt ein Teil der bloggenden Menschheit, Blogs durch Werbung ausverkaufen.
Mal abgesehen davon, dass ein Teil der Beschwerden sich auf unkenntnis stützt (etwa die simple PI-Aufrechnung von FixMBR, die beispielsweise die qualitative Unterscheidung von PIs nicht berücksichtigt (Zielgruppe, Conversion Rate und so weiter spielen da auch eine immense Rolle), sind diese Kritiken schon im Ansatz verkehrt.
Denn Demokratisierung der Medien bedeutet zwangsweise, dass Medien sich nicht mehr kaufen lassen. Nun, tun sie schon, aber nur ein mal. Anders als in einer Oligarchie der Massenmedien, etwa in den 90er Jahren, ist es für den einzelnen Leser, der eine Korruption seiner Nachrichtenquelle vermutet, eine Selbstverständlichkeit, den Kanal zu wechseln. Genau wie die Blog-Toplisten in stetiger Bewegung sind, wie es Aufstiege und Abstiege gab, ist es für ein sich unabhängig rühmendes Blog (oder einen wie auch immer gearteten 'cast) kaum möglich auf Dauer Käuflichkeit und Leserzufriedenheit miteinander zu vereinbaren. Den Kanal wechseln, das Abonnement kündigen, all das ist in Zeiten von Massen von Medien statt Massenmedien zu einfach, als dass der mündige Leser noch ausgenutzt werden könnte. Oder anders gesagt glaubt doch niemand ernsthaft, dass Spreeblick, Bildblog oder die ganzen anderen sich so lange gehalten hätten, wenn auch nur der Verdacht bestünde, die Qualität sei durch finanzielle Anreize beeinflusst worden.
27. July 2006
/ Kategorie: politics
Die Technology Liberation Front stellt die These auf, dass mit Youtube und dem gerade statt findenen Krieg im Libanon eine ähnliche Revolution der Medien passiere wie im zweiten Golfkrieg mit CNN. Damals hatte die 24-Stunden-Berichterstattung des Nachrichtensenders eine neue Ära eingeläutet.
Nun also Youtube, wo tausende von Amateurvideos live und direkt von den Schauplätzen berichten. Citizen Journalism also. Eine interessante These, vor allem wenn man bedenkt dass Youtube mit 100 Millionen Downloads täglich schon lange mit großen Fernsehstationen mithalten kann.
Nur: Was an Youtube fehlt, ist der Journalistische Aspekt, die Aussortierung. Ja, man mag behaupten dass die Soziale Reputation einen Teil leisten könne, aber dennoch: zwischen einem Bild und einem Bild mit aussagekräftigem Text dazu, zwischen einem Video und einer gut geschnittenen und kommentierten Dokumentation der gefilmten Ereignisse ist ein großer Unterschied. Solange letzteres nicht ausreichend passiert, ist die dritte Revolution nach Blogs und Podcasts noch nicht gekommen.
Was mir aber wirklich sorgen macht, ist die stattfindende Konzentration: im gegensatz zu "Blogs/Podcasts revolutionieren die Medien" beinhaltet die Schlagzeile nun den Namen genau eines Anbieters. Gut, da gibt es noch zwei, drei unbedeutende andere Anbieter, aber die Vielfalt ist nicht mehr gegeben, eine universale und vor allem freie Software zum selbst-flash-videos-bauen fehlt und wird es auch nicht geben. Dass eine solche Situation natürlich auch Zensur Tür und Tor öffnet, stimmt bedenklich.
Nur: wie das Problem lösen? Schon eine freie Alternative zu Photodiensten wie Flickr lässt freie Communities an durch Speicher und Bandbreite bedingte finanzielle Grenzen stoßen. Einen Videodienst von der Größe youtubes aufzubauen und rein durch spenden zu finanzieren scheint unmöglich, und um die Lasten auf einzelne Server zu verteilen hat es leider auch noch keine vernünftigen Ansätze gegeben. Irgend etwas wird sich tun müssen. Und zwar bald.
10. March 2006
/ Kategorie: politics
Verschwörungstheorien sind eigentlich das beste Beispiel dafür, dass Blogs es im großen und ganzen noch nicht auf die Reihe kriegen, einfach mal selbst hinterher zu recherchieren. Zumindest ist die Geschichte mit der Iranischen Ölbörse die jetzt auf Euro umstellt und deshalb einen Kriegsgrund liefert, schon einige male durch meinen Feedreader gerauscht, bevor der Spiegel die Geschichten recht eindrucksvoll dekonstruieren konnte. Klar, richtige Recherche ist auch in der professionellen Welt nicht jedermanns Ding, aber immerhin ist die Geschichte dort noch nicht so sehr herumgekommen und auch klar, dass die Geschichte alles hat, was eine gute Verschwörungstheorie braucht. Euro vs Dollar (und warum Europa nicht ganz so dolle mitspielt wie die Amis) sowie Öl sind Plausibel, das mit den Atomwaffen kann ja so nicht stimmen und peng - schon haben wir ein gutes Gerücht in der Welt. Bleibt nur nochmal der Hinweis: Recherche tut im Normalfall nicht weh. Und dauert meistens auch nicht allzu lange. Wahrscheinlich hätte man schon innerhalb von ein paar Minuten Netzrecherche heraus gefunden, dass die Geschichte nicht allzu viel taugt, und der Spiegel hätte keine Chance gehabt, mal wieder die Blogosphäre als inkompetent hinzustellen.
19. February 2006
/ Kategorie: politics
Mit der zur zeit sehr explosiven Situation im Mittleren Osten, speziell im Iran, erscheint es mir immer wichtiger, darüber bescheid zu wissen, die unterdrückte Mehrheit der Bevölkerung im Iran denkt, deren Meinung sich in der überwiegenden Mehrheit deutlich von den Herrschenden unterscheidet. Schon vor einigen Monaten hatte ich das großartige Buch " Wir sind der Iran" gelesen und rezensiert, seitdem habe ich nicht nur deas Blog des wohl wichtigsten bloggenden Exil-Iraners Hoder aufmerksam verfolgt sondern auch eine ganze reihe weiterer Blogs die Iraner auf Englisch verfassen.
Um jetzt einen Schritt weiter zu gehen, habe ich in letzter Zeit an einer möglichst guten Sammlung von Blogs aus dem Iran gearbeitet. Diese Sammlung soll in den nächsten Tagen oder Wochen in einen Planet fließen, der dann auch lesern ohne entsprechendes Recherche-Engagement einen einigermaßen guten Überblick geben kann.
Das Problem ist leider, dass diese Suche sehr mühselig ist. Der Iran hat zwar die drittgrößte Anzahl an Bloggern weltweit, aber die meisten sind eben in Farsi geschrieben.
Wer von euch also noch Blogs kennt und liest, der möge sich bei mir melden. Ich bin für jeden Hinweis dankbar, damit ich bald eine einigermaßen gute Liste in den Planeten packen kann.
Danke schonmal im Voraus.
2. February 2006
/ Kategorie: politics
Hoder, aushängeschild der Iranischen Weblog-Szene seit er vor einigen Jahren eine persische Anleitung zum Bloggen verfasste und nach Toronto emigrieren musste, ist gerade in eigener Friedens-und-Verständigungsmission in Israel unterwegs, womit er alleine schon durch die Einreise schon gegen das momentan geltende Iranische Gesetz verstößt und auch durch weitere Gespräche und Aktionen eine ganze Menge absoluter Tabus bricht.
Unter anderem hat er dort mit etwas Überzeugungsarbeit geschafft, dass es nun das erste in persisch verfasste Weblog aus Israel gibt, um den Landsleuten ein anderes Bild von Israel zu vermitteln. Anonsten ist er vor allem dabei, den Israelis ein positives Bild der jungen Iranischen Bevölkerung zu vermitteln und leistet dabei einen großartigen Beitrag, wie man in den einzelnen Postings mitbekommen kann. Nun hat auch die Tagesschau ein Interview mit Hoder veröffentlicht, das den schönen Titel "Mein Blog ist Rap-Musik" trägt. Danke an Markus dafür.
20. January 2006
/ Kategorie: politics
Wie Hoder berichtet, hat das Regieme im Iran einen Filter auf BBC Persia gesetzt, immerhin die erfolgreichste BBC World Service-Abteilung. Quasi gleichzeitig wurde, wie die Reporter ohne Grenzen melden, der Blogger Ahmad Reza Shiri inhaftiert. Er hatte in seinem Blog zum Boykott der Wahl 2004 aufgerufen. Und war schon damals für drei Wochen im Gefängnis gesessen. Nach seiner Freilassung hatte er sich jedoch nicht einschüchtern lassen und ein neues Blog eröffnet. Die Inhaftierung zeigt, so Reporter Ohne Grenzen, "wie wichtig Blogs im Iran geworden sind". Das erinnert mich daran, dass ich schon einige Zeit plane, einen Planet mit guten, englissprachigen Blogs aus dem Iran aufzusetzen um auch hierzulande einen besseren Einblick in die dortige Blog-Szene geben zu können. Wer dazu noch Ideen oder Anmerkungen hat, darf diese hier gerne hinzufügen. Die RSF-Meldung las ich übrigens zuerst bei Netzpolitik
20. January 2006
/ Kategorie: computers
Serendipity, die Blogsoftware auf der auch zeitspuk.de sowie das Schwesterblog echoes-online.de laufen, steht kurz vor Veröffentlichung der Version 1.0 und sucht nun nach einem neuen Standard-Theme. Designer, die Interesse an so etwas haben, sollten sich also den entsprechenden Theme Contest anschauen. Und natürlich mitmachen!
19. December 2005
/ Kategorie: misc
Heute: Tim Berners-Lee. Irgendwie seltsam, dass der erste Mensch im Web einer der letzten in der Blogosphäre ist. Trotzdem natürlich ein herzliches Wilkommen!
Der erste Beitrag ist übrigens gleich mal ganz lustig. Dort schreibt er nämlich: "The first browser was actually a browser/editor, which allowed one to edit any page, and save it back to the web if one had access rights. [...] Now in 2005, we have blogs and wikis, and the fact that they are so popular makes me feel I wasn't crazy to think people needed a creative space."
15. June 2005
/ Kategorie: politics
After MSN Spaces has started censoring Chinese blogs in favor of government policy, a grass-roots-help-movement started to evolve. Adopt a blog:
Whoever is able to offer shelter to chinese Bloggers in need of a Home, do so.
I for my part have over 150 gGigabytes of free space and still over 320 gigabytes of free monthly traffic on my webserver. So: whoever wants to host his serendipity-powered blog here, is free to do so. Be free to contact me, either under julian [at] phinn [dot] de, or via comment.
Be free to use https (with a crappy certificate) if you need to.(via Netzpolitik)
adoptablog
15. June 2005
/ Kategorie: misc
Es ziehen größere Dinge auf. Die Tatsache, dass mein echoes-Mitherausgeber Kai nun auch bloggt, ist nur der Anfang, dafür aber ein großartiger. Aber lest selbst, es lohnt sich!
21. March 2005
/ Kategorie: misc
Loxia hat sich endlich dazu durchringen können, ein Blog aufzumachen. Freut mich sehr, weswegen ich ihr auch gleich Hosting-Asyl dafür gegeben habe. Ich gehe schwer davon aus, daß sich das Lesen des Weblogs lohnen wird, drum freue ich mich auch, ein neues Mitglied in der Blogosphäre (wie ich dieses Wort hasse...) begrüßen zu dürfen. Also: Wilkommen!
Achja: wer mich kennt kann sich denken wer Loxia ist. Wer nicht, soll's auch nicht unbedingt erfahren, weil Pseudonymität erwünscht.
via Isotopp ein sehr lesenswerter Artikel über die mögliche Zukunft von Jamba.
Interessant dabei ist, daß wir alle völlig überrascht tun, obwohl das eigentlich auch nur eine weitere Station in der Handyfizierung der Gesellschaft ist.
Der zahlkräftige Mainstream hängt also quasi der Entwicklung des Internets einige Zeit hinterher, im Gegensatz zu ersterem läßt sich aber mit Mobilen Diensten dank toller Abrechnungsmethoden richtig Asche verdienen.
Und so werden aus Chat und Foren SMS-Flirtbörsen, aus mp3s werden Klingeltöne und aus Blogs und RSS-Feeds eben mobile "infodienste".
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