V wie Vendetta ist einer der Filme, die am ende mehr Fragen als Antworten hinterlassen - nur dieses mal geht es mir weniger um den Inhalt, ich hoffe dass es tatsächlich sehr wenige Menschen geben wird, die beispielsweise die Frage nach der Identität hinter dieser Guy Fawkes-Maske stellen.
Die Frage die mich zur Zeit am meisten beschäftigt ist die, ob die Gebrüder Wachowski nur zwei glückliche irre sind, die sich für schlauer halten als sie sind, und bei Matrix nur duch ein paar Zufälle damit nicht aufgefallen sind.
Klar, "V" ist eine Comic-Verfilmung. Kritik an fantastischen Elementen, Paradoxa oder sonstiger Übertreibung unnötig, jene an etwas zu viel Pathos und einigen Minuten Überflüssigkeit trivial.
Dennoch: Was gut durchdacht anfängt, und auch den Eindruck erweckt, intelligent zu sein, scheitert genau daran: wer versucht, etwas geniales zu schaffen, der scheitert zwangsweise an seinen eigenen Maßstäben. Zuviel Pseudo, zuviel möchtegern. Der Versuch, statt guter Popmusik, Bach die Stirn zu bieten scheitert fast zwangsläufig da wo die gute Popmusik, respektive das gute Popcornkino verlassen wird. Wo versucht wird, Dinge zu erklären, deren Erklärung gar nicht benötigt wird, und komplexität auf Massenverständlichkeit herunter gebrochen, ohne dass der Eindruck erweckt wird, selbst verstanden zu haben. Und so lebt der Film von seltsam konstruierten Anfangsumständen voll seltsamer mystik-historie-gegenwart-parallellen, ebensolchen Plot-Elementen und einem Ende mit einer Revolution, deren großer Knall gar nicht benötigt worden wäre.
Fazit: Gutes Popcorn, das an manchen Stellen etwas fad schmeckt, weil der Koch sich statt der Zuckerbeigabe lieber an Feinschmeckereien versucht und versagt hat.