9. February 2006
/ Kategorie: music
Projekt Gutenberg ist ja inzwischen auf der ganzen Welt berühmt, als das Projekt das gemeinfreie Literatur archiviert und zur Verfügung stellt. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die Leute vom Mutopia Project. Ihr Ziel ist es, allgemein verfügbare Noten gemeinfreier Musiker zur Verfügung zu stellen. Also vor allem Stücke klassischer Komponisten wie Bach, Beethoven oder Brahms. Bach ist dabei schon ziemlich gut vertreten, der rest könnte noch ein bisschen wachsen, momentan sind 572 Stücke in der Datenbank, da ist noch Potential vorhanden.
Kris verweist auf einen schönen Artikel im Inquirer, der nicht nur den Glauben an ein funktionierendes DRM völlig dekonstruiert, sondern auch die Beweggründe der Industrie, trotzdem selbiges einzuführen, darlegt: Here is the problem, every DRM infection is unique, patented, copyrighted, copywronged, and DMCAd ad nauseum, They protect their code in every way possible, and make it so you have to get their approval to use it. This is all done under the guise of protecting content, but that is a lie. If you are going to steal content, do you think violating another copyright on the DRM mechanism will make you lose more sleep? Not a chance.
If you are a rival company though, you can't really violate such things and get away with it for long, Sony, MS and most people swiping GPLd code are proof of that. So, you have to license it to play ball, or at least play music and movies. That is the true nature of DRM infections, to keep other big greedy companies out.
Das erklärt übrigens auch ziemlich gut, warum die um viele Milliarden schwerere Software- und Elektronikindustrie so auf die Forderungen der Unterhaltungsindustrie einsteigt: Marktanteile, die den Abbau von Kontrolle und Nutzungsmöglichkeiten durch den Kunden zum Kollateralschaden werden lassen.
18. January 2006
/ Kategorie: music
Kopierschutz, Rootkit, Klagewellen und andere Eskapaden seitens der großen Musiklabels sind wohl endgültig den meisten Indie-Labels zu viel geworden. Deshalb unterstützt der Verband Unabhängiger Tonträgerunternehmen (VUT) ab sofort die Kampagne "Respect the Music". Dahinter verbirgt sich vor allem das "Copy Protection Free"-Logo das ab sofort auf einer ganzen Reihe von CDs der MItgliedslabels prangen soll. Entwickelt wurde das ganze von !K7 - das Logo und die Aktion sind deshalb auch nicht ganz neu. Neu aber, dass der ganze Verband sich dahinter stellt. Offenbar haben die Indies es kapiert, dass freundliche Appelle und Respekt vor den Kunden eben mehr bringen, als Kriminalisierung. Interessant finde ich das ganze auch aus dem Aspekt heraus, dass der VUT noch im November 2004 als Teils des "Forums der Rechteinhaber" eine Stellungnahme zum Referentenentwurf zum zweiten Korb abgegeben hatte - zusammen mit GEMA, GVL, IFPI und vielen anderen. Die Stimmung hat sich also offensichtlich gedreht. Musik respektieren ist eine feine Sache, ab und zu einen Tonträger kaufen auch, und Kunden fair behandeln sowieso. Schön, dass sich der Wind ein bisschen gedreht hat!
19. December 2005
/ Kategorie: music
Mal wieder vergessen, wie der Song genau heißt? Oder das Album? Sich an den Anfang eines Bandnamens erinnert der aber länger war? Oder nur den Vornamen der Sängerin im Kopf? Lyricsfly hilft dir. Bestimmt. Vor allem weil es tolle Buzzwords wie "Ajax" benutzt. Die haben aber in diesem Zusammenhang sogar einen Sinn: type-ahead-find, so wie bei google-suggest falls das jemand kennt. Nettes Spielzeug auf jeden Fall!
16. December 2005
/ Kategorie: music
In einer fast schon selten gewordenen Geste hat sich Richard Blackstone, Chairman von Warner Chappell beim Betreiber von PearLyrics entschuldigt. Pearlyrics, eine Seite die das Herunterladen von Songtexten für iTunes-Nutzer anbot, war letzte Woche abgemahnt worden. Nach einigem Protest unter anderem durch die EFF hat die Plattenfirma sich aber wohl nun zu einem umlenken bewogen. Unter anderem weil einige EFF-Anwälte der Ansicht waren, dass der Betreiber der Seite in den USA gar nicht illegal handelt und weil ziemlich deutlich geworden war, dass Warner keinerlei Nutzen aber viel Schaden aus dieser Aktion zieht. Wäre schön, wenn so etwas in Zukunft häufiger passieren würde. Zum Beispiel bei Mashup-Alben. Ich stelle übrigens gerade fest, dass immerhin das coole Hippocamp Ruins Sgt. Peppers noch ein wenig leben darf.
1. December 2005
/ Kategorie: music, politics
Nanu: Heute meldet sich sich Grateful Dead-Sprecher Dennis McNally zu wort und erklärt, dass die Bootlegs wohl "bis zum Ende des Tages" wieder über archive.org zu finden sein werden. Angeblich, so McNally war das ganze nur Ergebnis eines "großen kommunikations-snafu". Dann hoffen wir mal, dass Relix.com mit der Meldung recht hat, aber da auch Bassist Phil Lesh sich gemeldet hat und ihm das alles schrecklich Leid tut, scheint ja wirklich alles in Ordnung zu gehen.
30. November 2005
/ Kategorie: music, politics
Spreeblick macht ja neuerdings mit Werbung und lässt sich ganz neuerdings von den Toten Hosen sponsorn.
Bemerkenswert daran: Teil der Vereinbarung ist, dass die Toten Hosen sechs Clips der kommenden DVD zum Download zur Verfügung stellen. In voller Qualität und zwar per Bittorrent.
Auf der anderen Seite klingt das nach einem wunderschönen Signal an die Musikindustrie: Bittorrent ist doch ganz klasse, man muss gar keine illegalen Dinge damit tun.
Auch ist das eigentlich sogar ein ganz mutiger Schritt: immerhin sind das sechs volle Songs, die da ihre ganz legale Verbreitung finden. Und zurecht sind viele Leute, wie auch z.B. Markus begeistert.
Ich muss dennoch ein paar Kleinigkeiten loswerden, die mir zu dem Thema einfallen. Denn richtig revolutionär oder verwunderlich ist das nicht. Spätestens nach dem Agreement zwischen Bram Cohen und Hollywood dürfte klar sein, dass gerade Bittorrent auch in den Kreisen seiner Gegner angekommen ist und dass P2P zu Marketingzwecken genutzt wird, nun schön dass es mal einer macht.
Möglich wäre das, und das is meine zweite Kleinigkeit, eben auch nicht ohne die Labelstruktur, mit der die Toten Hosen arbeiten. Die sind nämlich dieses mal nicht zum ersten mal ganz vorne dabei sondern haben schon 1995 die Zeichen der Zeit erkannt und mit JKP (Jochens Kleine Plattenfirma) ihre eigene Plattenfirma gegründet (Ein Weg dem einige Zeit später auch viele andere folgen sollten). Dank eines geschickten Vertriebsvertrags mit EastWest ist die Band seitdem in ihrem Tun völlig unabhängig und kann es sich nur deshalb erlauben, solche Promotion-Aktionen zu machen. Eastwest (bzw. Warner) sind lediglich Zaungäste. Auch deshalb ist zu hoffen, dass die Aktion ein voller Erfolg wird.
30. November 2005
/ Kategorie: music
Bis heute war nicht ganz klar, wer eigentlich dahinter steckt, deswegen hatte ich mich auch noch ein bisschen zurück gehalten, auch wenn es alle berichten: archive.org wurde kürzlich von der Frau von Grateful Dead-Mitglied Jerry Garcia gezwungen, über 1000 bisher als public domain geltende Live-Aufnahmen der Band offline zu nehmen. Ob weitere Mitglieder der Band, die inzwischen als "The Dead" durch die Lande tingeln, darin involviert sind, ist immer noch nicht ganz klar.
EFF-Mitgründer John Perry Barlow hat jahrelang Songs für GD geschrieben. Seine durchaus heftige Reaktion gibt es unter anderem bei BoingBoing zu lesen. Diese ganze Sache ist vor allem deshalb so schlimm, weil es eben auch Grateful Dead waren, die schon vor Jahren ihren Fans erlaubten, Konzerte zu bootleggen. Quasi als erste große Band überhaupt. Und genau deshalb, weil "den Fans in den Rücken fallen" es nicht treffender beschreiben könnte, sind selbige auch reichlich sauer. Der Rolling Stone berichtet von Boykottaufrufen gegen die Grateful Dead Merchandising, wir bleiben Gespannt wie das weiter geht.
26. November 2005
/ Kategorie: music
Neben der viel zu späten Entdeckung einiger Vertical Form-Acts wie Corker Conboy und Pan American gab's in den letzten Tagen vor allem die Besinnung auf schon Bekanntes. Weiter viel Roll Deep hören, mal wieder ein wenig Spaß an Atari Teenage Riot finden und nach den Konzerten von Animal Collective (Frankfurt) und Röyksopp (Berlin) alte Alben beider Bands nochmal rauskramen.
Zudem: Static - Re: Talking about memories. Auf Empfehlung von Mercedes - muss sagen, die Platte gefällt so nach ein paar Durchläufen.
Aber nochmal zurück zu Corker Conboy: Radiant Idiot ist wirklich cool. Hatte ich damals als langweiliges Beatgeplocker abgetan, weiß aber auch nicht mehr was da in meinen Ohren gesteckt hat. Beats nämlich nur im Hintergrund, vorneweg recht organische, gesangslose Musik.
Achja und meine Smile-DVD ist endlich angekommen und prompt habe ich die ganze Woche noch keinerlei Zeit gehabt, rein zu schauen. Ist wohl eine nette Doku drauf, dazu das Smile-Premierenkonzert aus London. Schön aufgemacht aber auch schön teuer: 35 Euro für den Normalverbraucher (durch glückliche Umstände 25 für mich).
War's das? Ist ja gar nicht so wenig. Ausserdem habe ich glaube ich den ganzen Grime-kram vergessen. Durch den wühle ich mich aber ein andermal. Paßt eh nicht in so einen Spontan-Beitrag und ist bei echoes auch besser aufgehoben.
24. November 2005
/ Kategorie: music
Ich möchte hiermit auf den ersten Teil meines Interviews mit meinem Lieblingsradiosender aus London, Resonance FM bei echoes-online.de hinweisen. Morgen kommt hoffentlich teil zwei, danach in Bälde endlich der Rest von dem, was ich so aus London mitgebracht habe. Ist nun auch wirklich lange genug her.
30. October 2005
/ Kategorie: music
Lange her, dass ich diese Kategorie gepflegt habe. Dazwischen kamen ein Urlaub, wenig Zeit und der Relaunch von echoes, das ja ohnehin primärer Veröffentlichungsort für mein geschriebenes zur Musik ist.
Aber man entdeckt eben nicht nur neue veröffentlichungen sondern auch vergangenes oder ist sich eben noch nicht so ganz sicher wie eine Kritik aussehen soll. Genau dafür auch weiterhin ein unregelmäßiger Wochenrückblick.
Höre gerade Roll Deep, die mich dank Rolands Kritik bei echoes ansprachen. Gefallen mir auch ganz gut. Besonders dieses "Heartbreak Avenue"-Cover, das im Endeffekt nichts als das original plus ein cool passender Rap ist. Manchmal muss man eben nicht rumeffektieren um Musik intelligent weiterverwenden zu können. Will trotzdem anmerken dass das Kid606-Cover von "Straight Outta Compton" genau letzteres ziemlich lustig macht. Überhaupt Kid606: neues Album ist so gar nicht glitchig - trotzdem cool, oder habe ich das schon erwähnt? Macht auch nix. Beginne gerade ein wenig Gefallen an Dizzee Rascal zu finden. Das soll aber noch nicht allzu viel heißen.
Ansonsten: Animal Collective immer noch in Dauerrotation, die Boards Of Canada-Campfireheadphase-Doppelvinyl ist eingetroffen und wird morgen eingehend geprüft, danach auch Review. Problem dort: Beats eher lahm, Sound und Atmosphäre cool, hoffe dass das auf dem Plattenspieler doch noch einiges an intensität zulegt - kann mir gerade hier vorstlelen, dass Kompression Seele frißt.
Achja und dann wären noch Excepter. Cooles Soundgewaber, das. Nicht so minimalistisch-dronig sondern eher satt, interessant, aufmerksamkeitsfördernd.
20. October 2005
/ Kategorie: music
Isotoppwarf mir ein Medienstöckchen zu. Beantworte ich es eben
Welches Musikinstrument wärest du gern?
Ich glaube ein Dudelsack käme meiner Persönlichkeit recht nahe.
Dein Lieblingscomic?
Bin kaum comic-affin. Fand aber Sin City sowohl auf Buch als auch auf Leinwand ziemlich gut. Sonst? Eher nicht. Leider.
Deine definitive, absolute und kongeniale Lieblingsband?
Wenn es nur eine sein darf: Beach Boys.
Deine erste eigene Schallplatte?
Metallica - Metallica
Deine Lieblingszeitschrift?
Ich glaube mit dem Wire und BoingBoing könnte ich es schon ziemlich lange aushalten.
Dein liebster fiktiver Charakter?
George W. Bush (bei dem wärs mir am liebsten wenn er fiktiv wäre.)
Dein Lielingsblog?
Für reale Nachrichten und tolle Verschwörungsgeschichten: Fefe. Ansonsten bleibe ich sehr lange bei BoingBoing hängen. Und natürlich echoes-online.de - das beste Musikblog der Welt.
Dein Lieblings-Musikvideo?
Ich hatte ja letztens wieder diese Chris Cunningham-DVD in den Händen. Das war schon alles ziemlich fein. Ansonsten halte ich mich vom Musikfernsehen fern, wenn Musik läuft. Kriege das also nicht mehr so mit.
Dein momentanes Lieblingswort?
So lieblingswörter fallen doch meistens den anderen auf. Also die Aufforderung an alle die mit mir zu tun haben und mein Blog lesen: Bitte in die Comments welches Wort ich zur Zeit über Gebühr strapaziere.
23 oder 42?
2342!
Reiche das mal weiter an Loxia, Ixs und wer auch immer sich eingeladen fühlt und das Ding noch nicht ausgefüllt hat.
16. September 2005
/ Kategorie: music
 Mir fällt ja ein recht großer Stein vom Herzen: Ca. ein Jahr schieben wir, und vor allem ich das Projekt "echoes muss ein neues Gesicht kriegen" vor uns/mir her. Erst sollte es einfach ein neues Redesign werden, das zwar sehr schick aussah, bei dem ich aber programmiertechnisch nicht so richtig aus dem Quark kam. Zeit und so. Hier gilt nochmal viel viel Dank an Stefan, der sich die Zeit genommen hat, das zu CSSen obwohl es der Entwurf nie ans Tageslicht geschafft hat.
Aber Roland, unser Design-Genie war gutmütig und so wurde der Vorschlag "Echoes als Blog" recht bald auch in designerischer Form festgehalten. Mein Mitbewohner Hanno hat sich dann kurzfristig bereit erklärt, diesmal das CSS zu machen. Und so war von der ersten Design-Idee bis zur Wirklichkeit tatsächlich nur so etwas wie 6 Wochen, vom Konzept bis heute 10 Wochen vergangen.
Worauf ich hinaus will: Echoes gibt's nun als Blog. Schöner, aufgeräumter, technisch besser und vieles mehr. Und ich bin stolz darauf. Danke an diejenigen, die uns unterstützt haben, danke an diejenigen, die das jetzt per Link oder was auch immer tun. Und danke natürlich für Kommentare und Kritik.
Echoes soll aber nur der erste Schritt werden, wir haben große Pläne - lasst euch überraschen!
13. September 2005
/ Kategorie: misc, music, politics
Gestern das letzte Hostel gebucht, jetzt muss ich meine Tante noch überreden, dass sie uns vom Flughafen abholt und dann kann ich mich in Ruhe zurück lehnen und Packen:
Montag geht's los, nach Glasgow, am nächsten Morgen mit dem Bus nach Skye. Bisher geplant: dort 2 Tage im Hostel in Portree, danach nach Lewis und von dort aus nach Harris um am 28. wieder nach Portree zurück zu kehren und dann am 29. nach Glasgow zu fahren. Von dort aus nach London und auch wenn ich's nicht so vor hatte, habe ich mir dort ein wirklich heftiges Programm auferlegt. Das beinhaltet:
1.10. Tagsüber: World Summit on Free Information Infrastructure
1.10. Abends: Pho-Treffen
2.10. Tagsüber: Wieder WSFII
3.10. Besuch in den Büros des Wire und von Resonance FM, mit Interviews
4.10. Besuch von Plattenläden und evtl. kurzinterviews mit den Leuten bei Rough Trade oder SisterRay. Vielleicht noch kurzfristig bei dem ein oder anderen Label vorbei gucken. Glaube aber eher nicht dass das klappt.
4.10. Abends: Heimflug
Ich glaube es wird viel zu bloggen geben. Habe ich erwähnt, dass ich zwischendrin noch Emerson besuchen möchte, den ich auf der What the Hack kennen gelernt habe? Oder dass da am 2.10. abends noch dieses Konzert ist, von dem ich bisher nur Werbung gesehen habe, was aber super interessant klingt weil da Kim Gordon drauf steht? Oder... ach, ich werde arm werden, sage ich euch!
11. September 2005
/ Kategorie: music, politics
Gibt ja einige Musiker, die inzwischen von der Meinung ihrer Plattenfirma abweichen und es gar nicht so schlimm finden, wenn Fans (oder interessierte) ihre Musik auch im Netz tauschen und anhören.
Richtig überrascht hat mich aber Sigur Ros. Deren neues Album ist zwar eher langweilig, dafür steht aber auf der Website, wie man es am besten tauscht.
So findet sich auf Sigur-ros.co.uk ein Abschnitt peer to peer sharing of media files, der dem geneigten User erklärt, wie er am besten Konzerte und andere Medien von Sigur Ros in Direct Connect, Bittorrent, soulseek und per FTP findet.
Großartige Sache, fehlt nur noch dass die Isländer ihr nächstes Album unter Creative Commons veröffentlichen
Update:Die Band will natürlich nicht, dass man die Alben tauscht. Nur live-mitschnitte, Videos und Co. aber das is doch auch schonmal was.
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