6. March 2010
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Tief im Nordwesten Portos, weitab von Portweinkellern und Weltkulturerbe-Ausblick, inmitten schäbiger Gassen unweit der Fischmärkte und ganz in Nähe des Containerhafens: Ein Restaurant möchte man es kaum nennen, diese Bude mit Küche, kaum größer als ein Wohnzimmer. Nichts lädt den Besucher auf den ersten Blick zu einem schönen Abend ein: Winzige Hocker an Tischen, die kaum Platz für ihre Gäste bieten, der Schmutz der Jahrzehnte an den Wänden und ein Fußboden voller Löcher, eine Auslage mit Gemüse, bei der man sich nicht so recht entscheiden möchte, ob das Schwarze in den Ecken Schimmel oder nur Schmodder ist. Um in die Toilette zu gelangen, muss man sich ducken, bei kaltem Wetter schützt ein kleiner Windfang kaum die direkt an der Eingangstür platzierten Gäste. Ein gewöhnlicher deutscher Gesundheitsinspektor wüßte gar nicht, wie er seine Mängel alle auf dem Formblatt unterbringen sollte.
Wahrscheinlich ist es Bestimmung, dass die Suche nach dem perfekten Geschmack nicht auf den Prachtboulevards endet, sondern dort, wo ein gewöhnlicher Tourist schon fast als Abenteurer gelten mag. Gegrillter Fisch wird hier serviert, dazu zwei Beilagen oder Salat, Kuchen zum Nachtisch - das war's. Ein Kohlegrill in der durch jenen schäbigen Tresen abgetrennten Küchenzeile, davor eine freundliche alte Frau, die den Eindruck erweckt als grille sie schon seit Anbeginn der Zeit ihren Fisch auf diese Weise. Das Rezept ihrer Sauce, wohl aus Olivenöl, Zitrone und Knoblauch möchte sie nicht verraten, mehr dürfte aber auch nicht enthalten sein. Die gesamte Küche besteht neben all den Fischsorten nur aus acht Zutaten: Tomaten, Zwiebeln und Salatblätter, dazu Knoblauch, Paprika und Kartoffeln - fertig sind die Beilagen, hinzu kommen Olivenöl und Zitrone. Der reine Geschmack, die Perfektion, das Atemberaubende kommt aus dem Meer: Man schmeckt es eben doch, wenn der Fisch noch keine 24 Stunden aus dem Wasser ist, wenn er nicht gekühlt und transportiert werden musste, sondern direkt aus dem Fischreihafen um die Ecke stammt. Und der Einkäufer, wohl der Mann der Köchin und im Tagesgeschäft vor allem mit der Bedienung beschäftigt, ist ein Meister in seinem Fach.
Weinkarte? Fehlanzeige. Zwei Hausweine, der weiße angenehm leicht und so frisch, dass man kein Wasser dazu bestellen möchte. Zum Nachtisch gibt es zwei schwere, aus jedem Krümel nach jahrzehntelanger Tradition schmeckende Kuchen, im Regal stehen zwei Liköre und wer möchte kann sich einen Espresso bestellen.
Der Preis für drei gigantische Portionen Fisch (Sardinen, Robalo und Tintenfisch), Pellkartoffeln und Paprika, zwei Flaschen Wein, zwei Stücke Kuchen, Kräuterlikör und Espresso? 42 Euro.
Das beeindruckt auf mehrfache Weise und erinnert ein wenig an Bertold Brechts Parabel vom Fischer, der sich im Hafen sonnt. Ein Tourist fragt ihn, warum er nicht mehr arbeitet und zeigt ihm all die Möglichkeiten auf, die der Fischer mit mehr Geld hätte um damit zu enden, dass er dann irgendwann beruhigt im Hafen liegen und sich sonnen könne.
Dieses Ehepaar hätte gewiss mehr Möglichkeiten. Für dieses Essen, so originell und lecker wie es ist, könnte man auch das Doppelte verlangen. Irgendwann wäre Geld da für ein neues Interieur, zumindest eine Geschirrspülmaschine, vielleicht sogar die Miete für einen größeren Laden in einem besseren Teil der Stadt. Kapazität für noch mehr Gäste, und Mund-zu-Mund-Propaganda. Artikel in Touristenmagazinen, im Sommer lange Schlangen vor dem Haus. Doch was dann? Was, wenn aus der Spelunke in einer schäbigen Hafengasse die nächste In-Kneipe Portos geworden ist? Vermutlich würden die beiden Besitzer dann abends nach getaner Arbeit müde und glücklich nach Hause gehen. Nichts Neues also.
5. August 2009
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 Voller Stolz möchte ich berichten, dass nun, nach langen Nächten des Leidens und der Selbstkasteiung mein erstes Buch verfügbar ist. Zusammen mit Manuel und Alex habe ich das erste deutsche Arduino-Buch geschrieben. Es ist letzte Woche im O'Reilly-Verlag erschienen und kann nun auch bei Amazon bezogen werden. Allerdings möchte ich ja persönlich eher auf meine Freunde bei Bausteln verweisen, die auch noch ein ganz nettes Gewinnspiel dazu am Laufen haben. Sehet selbst!
Bei Twitter ist das Buch ebenfalls vertreten und ein Blog gibt es auch.
21. July 2009
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Gar seltsame Ereignisse geschehen dieser Tage; Da gibt es einen Großkonzern, der wie alle anderen Konzerne Werbung macht. Nur im Gegensatz zu den anderen Konzernen pflastert er nicht nur Plakatwände - virtuell wie materiell - und Fernsehsendungen zu, sondern öffnet auch einen "Rückkanal" für die Kommunikation.
Erfreulich ist das allerdings schon- wenn auch nicht für den Erfinder: Denn wie so oft wollte ich schon bei allen möglichen Werbeformen sagen dürfen "Stimmt nicht, ihr Arschlöcher!" - allein ich konnte es nicht. So ähnlich verhält sich das nun eben.
Werbung ist eben die Invasion meiner persönlichen Privatsphäre. Immer. Die Frage ist nur, ob und wie ich mich damit abfinde, wie lästig ich das empfinde. Zunächst hat aber niemand irgendwen um Werbung gebeten - schon gar nicht im öffentlichen Raum (zu dem ja auch das Netz gehört).
Nun also jener Mobilfunkanbieter. Vielleicht ist es auch eine Art Verständnisproblem, aber mir scheint diese Kampagne von einer Sorte Leute konzipiert, die in Sozialen Netzwerken schon immer nur einen neuen Vertriebskanal sahen und ansonsten mit möglichst vielen Abkürzungen wie SEO um sich warfen. Das ist so ein bisschen, wie der Platz vor dem Brunnen, auf dem die einen nur in der Sonne hocken und sich austauschen wollen, während langsam die Fliegenden Händler anrollen. Irgendwann gibt's eben auch mal welche, die Aufstehen und die Händler zum Gehen auffordern, ihre Ware schmähen und anderes. Nur seltsam, dass sich Leute darüber wundern, dass sich da andere drüber aufregen, sobald man ihnen auch mal die Möglichkeit dazu bietet. Als ob Verkaufen, Marketing, Werbung, normal und okay wäre. Marketing ist aber nicht cool, es gibt nur welches, das man eher tolerieren kann (erstaunlicherweise das auch die Sorte, die eher funktioniert).
Nun gibt es auf diesen Plätzen auch immer jene Händler, die etwas beliebter sind. Die, die nicht den Touri-Kitsch verkaufen, sondern Selbstgemachtes. Oder im Internet eben jene Werbetreibende, die ernsthaft zuhören - an einem Dialog interessiert sind.
Was dieser Mobilfunkkonzern macht ist aber etwas anderes: Er stellt sich mitten auf den gut bevölkerten Platz und schreit aus voller Kehle. Und nicht nur das, er erwartet auch noch, dass alle anderen mitmachen - nur weil er einigen der üblichen Dorfbewohner ein paar Fische (oder Telefone) extra geschenkt hat damit sie für ihn mitschreien.
Nun ist es natürlich nicht nett, um beim Bild zu bleiben, diese Unterstützer aus dem Dorf zu treiben und irgendwie tut es mir auch leid, dass Frau Schnutinger dem sozialen Druck gegen den Konzern nicht mehr standhalten wollte. Aber zum Einen ging es niemals um die gute Frau, sondern in erster Linie um die Praktiken des Konzerns. Zum Anderen: Was erwartet Ihr? Werbung ist nicht beliebt. Vodafone ist nunmal ein Konzern und schon gar kein sauberer - und wenn so jemand sich öffnet, um Meinung zu hören, dann bekommt er sie auch.
Saschalobo scheint das interessanterweise zu wissen. Er steht dazu und zu den Konsequenzen. Kann man machen, ist auch irgendwie ehrlich und direkt.
Oder um es einfacher zu formulieren: Hallo, es ist Werbung! Wieso wundert sich irgendwer neuerdings, dass Werbung unbeliebt ist?
P.S: Absichtlich keine Links mit Kontext ausser zu Malte
9. November 2008
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Heute jähren sich ja zum 70. Mal die Novemberpogrome von 1938. Findet ihr da nicht auch, dass die Überschrift "Mineralien: Im Reich der Kristalle" auf eurem Titelblatt heute da ein bisschen komisch wirkt?
Fragjanur...
27. September 2008
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Zur Abwechslung mal Kunst. Medienkunst auf der Biennale für zeitgenössische Kunst ( Bienal Internacional de Arte Contemporáneo de Sevilla). Stehe nun also im regnerischen Südspanien bei Temperaturen, die das Wetter in Deutschland verspotten.
Stehen, tatsächlich. Laptop auf einer Transportkiste, immerhin WLAN im gebäude, rechts von mir eine Fräse oder Bohrmaschine, vorhin war's eine Kreissäge. Den Gang runter sitzt ein Franzose, unser Team besteht aus Schweizern, Koreanern, einem Kanadier und ein paar Deutschen, vorhin habe ich eine Amerikanerin und eine Chinesin getroffen.
Das Gebäude ist ein altes Kloster in dem wohl auch schon Ziegelsteine gebacken wurden und Kunstausstellungen sehen vor ihrer Eröffnung auch nicht anders aus als Kaufhäuser.
Es gibt ja ausserdem das Gerücht, Franzosen würden sich immer weigern, was anderes als Französisch zu sprechen. Das kenne ich eigentlich nur von Spaniern und Italienern. Hier in Sevilla ist das extrem. Die Leute wissen, dass du sie nicht verstehst, bemühen sich aber noch nicht einmal langsamer zu sprechen, geschweige denn auf eine andere Sprache zu wechseln.
Immerhin kann ich mich auf leckeres Essen aus dem Meer freuen, irgendwann heute abend.
5. May 2008
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Ich gebe zu: Unachtsamkeit gehört zu meinen Tugenden. Und so war es zwar ein Schock, der mich aber nicht ganz ungerechtfertigt traf, als gestern Nacht mein nagelneues Fahrrad gestohlen wurde, weil ich es zwar ab- aber nicht angeschlossen hatte. Es plagten mich Unruhe und böse Gedanken bis in die späten Morgenstunden und der gesamte Tag war alles andere als Angenehm.
Ein positiver Schock war es dann, als ich noch einmal zur Stelle ging, an der ich in der Nacht davor mein Rad abgestellt hatte (und an der fünf Zeugen belegen können, dass das mit dem "Rad weg" keine Halluzination war), um es wieder zu finden.
Es stand da. 50 Meter vom Abstellort entfernt. Abgeschlossen, mit dem gleichen Schloss. Allerdings hatte sich jemand meine Bremsanlage gestohlen. Und das verdutzt mich. Tatsächlich hat es wohl jemand geschafft, das Rad zu stehlen, davon zu tragen (war ja abgeschlossen), die Scheibenbremsanlage (ohne die Scheiben) abzubauen, und den Rest des Rades wieder zurück zu bringen.
Ärgerlich dennoch, Scheibenbremsanlage = 150 Euro, aber die Erleichterung überwiegt und paart sich mit der völligen Verwunderung ob des gesamten Tathergangs.
6. March 2008
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Nun, ich hatte ja angekündigt, bei Gelegenheit noch einmal über meinen neuen Job zu schreiben.
Die Gelegenheit scheint mir jetzt, da ich ein paar Wochen fest angestellt bin, gegeben, da wir für mein Team Verstärkung suchen.
Genauer gesagt, suchen wir zweierlei: Texter, die für neue Spiele spannende, schöne und atmosphärische Texte schreiben oder bei der Lokalisierung von Lizenzspielen ins Deutsche helfen und Übersetzer, denen wir die Lokalisierung ins Spanische, Französische, Italienische, Englische, Polnische oder Türkische anvertrauen können.
Also, wer wen kennt oder selbst an sich glaubt, der melde sich bei der in der Stellenausschreibung angegebenen Kontaktadresse. Formlose Nachfragen könnt ihr im Zweifelsfall auch an mich stellen.
15. January 2008
/ Kategorie: misc
Ich las die Tage einen minder spannenden Artikel über Erpresserbriefe beim SpOn, in dem unter anderem von forensischen Linguisten die Rede war. Seitdem denke ich permanent daran. Faszinierend, das. Da bin ich schon Texter, beschäftige mich den ganzen Tag nur noch mit Sprache, aber irgendwie habe ich mich mit so etwas noch nie auseinander gesetzt. Drum frage ich mich: Wie lernt man so etwas? Gibt es da Bücher? Kurse? Ist das BKA-Geheimwissen? Vielleicht kann mir ja jemand aushelfen, vielleicht habe ich dann ein neues Hobby.
28. November 2007
/ Kategorie: misc
Ich spiele mal eben Jobbörse für einen Freund, der auf der Suche nach einer Stelle ist. Deniz hat die letzten Jahre in London verbracht und dort einen Master in "Studies in interactive media: Critical Theory and Practice" am Goldsmith College gemacht. Er hat langjährige Erfahrung in Sachen Text-Lektorat, QA, Lokalisierung, Produktmanagement und spricht nicht zuletzt wegen sienes London-Aufenthaltes hervorragend Englisch.
Also: her mit den schönen Jobs, denn Deniz will seine Promotion finanzieren und braucht etwas, das ihn nicht mehr als 20 Stunden die Woche beschäftigt und ihm sein Dach über dem Kopf bezahlt.
Lebenslauf gibt's bei mir (julian ät phinn punkt de) oder bei ihm: deniz ät pixelkraut punkt net
13. July 2007
/ Kategorie: misc
Anfang des Monats hatte ich zum ersten mal seit bestehen dieses Blogs über 3000 Visits an einem Tag. Das sagt zumindest mein webalizer und auch wenn ich mir bewußt bin, dass da eine gehörige Menge Referrer-Spam und ähnliches dazu gehört, frage ich mich doch: an wen schreibe ich das hier alles? Klar, die üblichen Verdächtigen kenne ich. Allen voran Freunde die regelmäßig kommentieren und mir auch sonst feedback geben. Aber wer sonst? Wer seid ihr? Warum lest ihr das Blog? Lasst mir doch mal eine Grußbotschaft da, das würde mich freuen!
28. April 2007
/ Kategorie: misc
Der Sproutbau ist ein Hochhaus in Bremen das Herbst abgerissen wird. Vorher soll es aber noch einmal zum Leben erweckt werden. Genauer: zwischen dem 3. und 24. August (etwas kurz, wie ich finde), sollen Leute unterschiedlichster Couleur ihre persönliche Wohnutopie wahr machen. Oder weniger blumig ausgedrückt: tun was man will, in einem Haus was ohnehin abgerissen wird. Umgestalten, Kunst machen, was auch immer. Klingt spaßig, wie ich finde. Möge das Haus die Abrissbaggerfahrer und Sprengmeister zumindest zu einem traurigen Seufzer verleiten, wenn es dann abgerissen wird.
22. February 2007
/ Kategorie: computers, film, misc
Über Joost konnte man ja schon allerhand lesen. Auch ich hatte darüber berichtet, als das Ganze noch "Venice Project" hieß. Nur die Zugänge zur closed beta waren bisher rar, und als ich dann einen hatte war meine Zeit begrenzt. Jetzt ist das mit der Zeit auch nicht besser, aber ich habe mir vorhin trotzdem das Programm gestartet. Es folgt ein kurzer Nutzungsbericht:
Interface:

Die Designer von Joost haben ganz offensichtlich einen Mac. Oder mehrere. Das fällt spätestestens beim halbtransparenten Menü auf, das stark an das von Quicktime erinnert und sich auch so verhält.
Aber auch ein Dashboard mit Widgets hat Joost eingebaut, auf eigenbauten und ähnliches darf man dann gespannt sein. Aussehen tut das zumindest so:
Qualität
Technisch gesehen streamt Joost akzeptable Bildqualität bei 76-80KB/s. Momentan gibt es dank Beta noch keine verlässlichen Daten über den Upstream, der lag bei mir unter einem KB. Die Latenzbedingten Aussetzer halten sich stark in Grenzen und auch die Vor-Caching-Zeit ist sehr kurz gehalten. Eine von mir für fünf Minuten angesehene National Geographic-Dokumentation konnte qualitativ fast schon mit normalem Kabel-TV mithalten, ein weiterer Film aus dem Poker-Kanal hingegen war stark Artefaktlastig. Mehr Empirie wäre hier natürlich Sinnvoll um verlässliche Aussagen zu treffen. Darf aber jemand anderes mit mehr Zeit machen.
Werbung
 Joost wird Werbefinanziert sein, soviel war ja schon vorher klar. Die Werbung ist auch schon in der Beta eingebaut, zumindest begrüsste mich vor einem der Filme ein T-Mobile-Clip der etwa fünf Sekunden lang war. Ob es auch Werbeunterbrechungen oder länger clips geben wird, wird sich zeigen. Hängt vielleicht auch vom Programm ab.
Programm
 Viacom hat letztens einen Deal mit Joost abgeschlossen. Weitere werden folgen. Momentan gibt es einen Kanal mit alten National Geographic-Dokumentationen, einen mit Poker-Spielen, einen für Autorennen und noch ein paar andere. Dass vom Programm der Erfolg abhängt dürfte klar sein, technisch hat Joost das Zeug dazu.
4. February 2007
/ Kategorie: misc
Datenbank-Pionier Jim Gray wird seit einigen Tagen auf offener See vermisst. Die US-Küstenwache hat die Suche nach ihm eingestellt, aber DU kannst helfen. Wie? Google hat seine Hilfe mit Maps angeboten und zsuammen mit der Nasa Bilder der letzten Tage aus den fraglichen Gebieten im Pazifischen Ozean online gestellt. Über Amazons "Mechanical Turk"-Plattform kann der mithelfende User nun eben diese Bilder bewerten, und auf nützlichen Inhalt durchsuchen. Gemeinsam hofft man, zigtausende Bilder rechtzeitig bearbeiten zu können, um beispielsweise im Falle einer Havarie (Sollte Jim Gray im Meer treiben so ist es wohl zu spät) doch noch Hilfe schicken zu können.
Die entsprechende Mechanical Turk-Seite findet sich hier, mehr Information bei der New York Times
20. September 2006
/ Kategorie: misc
Wenn ein Medien-Und-Peripherie-Händler plötzlich Lebensmittel verkauft und dafür die Kommentare nicht abschaltet, muss ja sowas bei rumkommen...
12. September 2006
/ Kategorie: misc
Gestrandet.
Es ist ein seltsames Gefühl, das ich nun zum zweiten Mal in meinem Leben erlebe: Damals, da war das noch cool. Ich war fast 16, der letzte große Familienurlaub weil, "danach gehen die Kinder doch lieber mit ihren Freunden weg", so meine Mutter damals. Der Flieger von Pensacola nach Atlanta ist verspätet, wir verpassen den Anschluss nach Frankfurt und dürfen in einem reichlich ungemütlichen, weil dank 4 Wochen später stattfindender Olympischer Spiele noch mitten im Umbau befindlichen Renaissance-Hotel verweilen und uns noch einen Tag Coca-Cola-Stadt anschauen.
Dieses mal irgendwie anders: 10 Jahre sind vergangen, Mensch hat einen Terminplan und fühlt sich wichtig, wird auch irgendwie von Leuten erwartet. Bis dann ein, Mensch, oder unmensch, in der Nacht entscheidet, eine Heckscheibe zu zertrümmern, und eine Sporttasche mit Klamotten zu klauen. So als ob der doofe Ausländer, der da seinen Wagen mitten in Stockholm parkt, tonnenweise Schmuck und Laptops in so einer Tasche im Kofferraum hinterlässt. Nun also warten, bis es nicht mehr reinregnen kann, denn das ist wichtig bei so einer Fahrt über 2 Meeresbrücken und insgesamt 1400 Kilometer die es bis Berlin zu überwinden gibt.
Wie auch immer: es ist nicht einfach in einem fremden Land überhaupt erst einmal einen Wagen ohne Heckscheibe sicher über das Wochenende zu bringen, und im Anschluss heraus zu finden, was mit diesem Wagen nun los ist, wann er denn da wo er ist (nämlich in der Werkstatt, mehreren Hotlines sei Dank), wieder weg kann. Morgen Mittag ist nun angepeilt, Soeben habe ich das Auto wieder bekommen, also in etwa 48 Stunden nach geplanter Abfahrtszeit.
Es ist schon interessant, was man so erlebt, bemerkt, tut, wenn eine solche Strandung geschieht. Zum einen, wenn man noch etwas erreichen will, etwa den Fertigstellungstermin für die neue Heckscheibe erfahren. Das kostet mitunter Stunden in denen Telefon-Empfangsdamen zugeben, eigentlich keine Ahnung von der Firmenstruktur zu haben und man auf glorreiche Ideen kommt, wie sich die Nummer der zuständigen Carglass-Firma geben zu lassen. Die weiss aber gar nichts von ihrem Glück weiss, dass sie eigentlich ein deutsches Auto reparieren sollte. So landet man wieder bei der Werkstatt und einer weiteren Telefon-Empfangsdame, die sich selbst unterschätzt und "No" auf die übliche "do you speak english"-Frage antwortet. Dennoch versteht sie was man will und antwortet in klarem Englisch.
Auch fängt das Geld an, egal zu werden. Man sitzt ohnehin fest, hat oft einen großen Haufen Ausgaben vor sich - sei es das Hotel, das man im seltensten Falle bezahlt bekommt, die Telefonkosten die durch endlose, situationsbedingte Telefonate entstehen (siehe oben, lässt sich mindern) oder die gestohlene Tasche, die man dem Besitzer ersetzen muss, und geht erst einmal Shoppen oder die Cafés der Stadt ausfindig machen. Wahlweise auch Touristen-Sightseeing (wenn man das nicht schon hinter sich hat oder es nicht, wie in meinem Falle, meistens ablehnt). Denn egal, wie viel zu erzählen ist, es ensteht ein gewisser Drang, die Zeit positiv erscheinen zu lassen, und sei es durch den Erwerb irgend eines schönen oder amüsanten Gegenstandes. Und auch die Rückfahrt wird sich wahrscheinlich anders gestalten, als geplant. Denn plötzlich erscheint die Option mit der 35 Euro teureren Fähre doch interessant. Wir werden sehen...
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