WLAN in der Bahn27. January 2013
Zeit im Zug, Zeit zum ranten. Denn auf der Hinfahrt hatte ich seit Fulda kein Internet mehr, auf der Rückfahrt hatte ich überhaupt keines. Eigentlich eine Situation, die ich 2001 hätte gelten lassen, aber auch nur da. Seit ca. 2003 gibt es keinen Laptop mehr ohne WLAN. Und das bedeutet "Hey, ihr müsst nicht mal Kabel verlegen!" - War nämlich auch so eine Sache, als die ICE1 noch keine ICE3-Innenausstattung hatten und es nur im Wagen 7 Strom gab, alle aber permanent ihre Geräte laden wollten. Da konnte man ja noch akzeptieren, dass es eben ein echter Eingriff in die Zug-Infrastruktur ist.
Aber so? Accesspoints in die Decke und gut ist. Ach und Repeater und gedöns. Ich kann es mir nicht so schwer vorstellen, berichtigt mich bitte, wenn das irgendwie ein Dissertationsthema sein sollte. "Was haben Sie studiert?" - "Doppelabschluss in Informatik und Elektrotechnik. War nötig, um das WLAN im ICE zu verlegen, das ist meine Doktorarbeit". Ich glaube nicht. Ab Fulda, fragt ihr? Genau. Weil bis Fulda gab es WLAN. Gibt es jetzt auch noch, nur die Verbindung ist gekappt worden. Ab-surd. Auf der Rückfahrt gar nicht fragt ihr? Genau. Weil ich zurück von Karlsruhe mit dem IC fuhr. (Fahrradabteil und so. Fehlende Fahrradabteile im ICE sind ja nochmal ein ganz anderer Grund zum Ranten.) ICs haben immerhin an Vierer-Sitzgruppen Strom. Aber auch kein WLAN. Jetzt möge der Telekom-Mensch mir für die gefühlte 99 Euro, die ich pro Stunde Zugang bezahlen müsste, erklären, dass man ja in der Strecke ab Fulda wenigstens User-Experience bieten wolle und die könne man da halt noch nicht liefern, weil. Das darf der Telekom-Mensch mir aber per Postkutsche zustellen, zumindest wenn er zwischen Kassel und Fulda sitzt. Weil da ist auch kein zuverlässiges Netz, obwohl angeboten. Nur hinter Fulda, da fällt der Router plötzlich aus und nichts geht mehr. Auch keine Meldung, warum. Kein "Tut uns leid, aber ab Fulda schalten wir das Internet aus"-Screen. Mein Arsch. Ich glaube auch nicht daran, dass das ganze ein ernsthaftes Verfügbarkeits-Problem ist, denn damals, vor 2-3 Jahren, da gab es offiziell auf manchen Strecken kein Internet, aber die WLAN-Router liefen trotzdem und man konnte sich einwählen. War halt wackelig aber ging und besser als Tethering, nun das ist nicht schwer. Da hatte man halt noch keine Automatik-Abschaltung. Zwangstrennung, nun auch in Ihrem ICE! Juchei. Was ist es also dann? Ich vermute ja absurde Entscheidungen im mittleren Management, unwillen, dämliche Regelungen und überhaupt. Ich meine, verdammt noch mal, wir kriegen es inzwischen hin, Internet im Flugzeug über dem Ozean zu haben, warum nicht in einem beknackten Zug zwischen Nürnberg und München? Und wenn die Telekom da irgendwie nicht mitmacht, ja warum zur hölle sägt die Deutsche Bahn das T nicht einfach ab und macht es selbst? Kostenlos für alle zahlenden Kunden? (Könnte man ja tatsächlich, so mit aufgedrucktem Code auf dem Ticket, vielleicht senkt das ja die Schwarzfahrerquote) Wie dem auch sei. Wir haben 2013. Ich lasse Ausreden nicht mehr gelten. Fixt das.
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Zeit im Zug, Zeit zum ranten. Denn auf der Hinfahrt hatte ich seit Fulda kein Internet mehr, auf der Rückfahrt hatte ich überhaupt keines. Eigentlich eine Situation, die ich 2001 hätte gelten lassen, aber auch nur da. Seit ca. 2003 gibt es keinen Laptop mehr ohne WLAN. Und das bedeutet \"Hey, ihr müsst nicht mal Kabel verlegen!\" - War nämlich auch so eine Sache, als die ICE1 noch keine ICE3-Innenausstattung hatten und es nur im Wagen 7 Strom gab, alle aber permanent ihre Geräte laden wollten. Da konnte man ja noch akzeptieren, dass es eben ein echter Eingriff in die Zug-Infrastruktur ist. Aber so? Accesspoints in die Decke und gut ist. Ach und Repeater und gedöns. Ich kann es mir nicht so schwer vorstellen, berichtigt mich bitte, wenn das irgendwie ein Dissertationsthema sein sollte. \"Was haben Sie studiert?\" - \"Doppelabschluss in Informatik und Elektrotechnik. War nötig, um das WLAN im ICE zu verlegen, das ist meine Doktorarbeit\". Ich glaube nicht. Ab Fulda, fragt ihr? Gena
Entlassen werden18. January 2013 / Kategorie: misc
In Job gesucht! schrieb ich von meiner Jobsuche. Das Ergebnis war überwältigend. Binnen einer Woche bekam ich Anrufe und E-Mails aus allen Ecken Deutschlands. Ich hätte vermutlich in München arbeiten können, in Regensburg, von Zuhause aus für eine Firma in Hessen und natürlich in Hamburg oder Berlin. Manche Bewerbungsgespräche waren seltsam, andere großartig und ich bin mit meinem Job als Projektmanager bei der Ganske Verlagsgruppe, das kann ich jetzt zum Ende der Probezeit sagen, durchaus glücklich. An dieser Stelle möchte ich allen für die vielen Retweets danken, ganz speziell aber Picki für das Matchmaking.
Doch das ist nicht der Grund, warum ich dies schreibe. Vielmehr waren diesem Blogpost Tage und Wochen voran gegangen, die nicht so schön waren. Eine Entlassung kann, selbstverschuldet oder nicht, böse Dinge mit der Psyche, insbesondere mit dem Selbstwertgefühl anstellen. Kürzlich rief mich eine Freundin an und bat mich um Rat. Ihr zeitlich befristeter Vertrag sei nicht verlängert worden, Jobverlust. Wie ich damit umgegangen sei, damals vor acht Monaten? Continue reading "Entlassen werden"
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In Job gesucht! schrieb ich von meiner Jobsuche. Das Ergebnis war überwältigend. Binnen einer Woche bekam ich Anrufe und E-Mails aus allen Ecken Deutschlands. Ich hätte vermutlich in München arbeiten können, in Regensburg, von Zuhause aus für eine Firma in Hessen und natürlich in Hamburg oder Berlin. Manche Bewerbungsgespräche waren seltsam, andere großartig und ich bin mit meinem Job als Projektmanager bei der Ganske Verlagsgruppe, das kann ich jetzt zum Ende der Probezeit sagen, durchaus glücklich. An dieser Stelle möchte ich allen für die vielen Retweets danken, ganz speziell aber Picki für das Matchmaking. Doch das ist nicht der Grund, warum ich dies schreibe. Vielmehr waren diesem Blogpost Tage und Wochen voran gegangen, die nicht so schön waren. Eine Entlassung kann, selbstverschuldet oder nicht, böse Dinge mit der Psyche, insbesondere mit dem Selbstwertgefühl anstellen. Kürzlich rief mich eine Freundin an und bat mich um Rat. Ihr zeitlich befristeter Vertrag sei nicht verlän
Fahrrad geklaut!13. January 2013 In der Nacht zum 13. Januar wurde mein Fahrrad aus der Hofeinfahrt meines Wohnhauses, Stresemannstr. 75 in Hamburg, gestohlen. Ich bin mir bewusst, dass die Chancen, in einer Großstadt ein Fahrrad wieder zu bekommen, sehr gering sind. Allerdings handelt es sich bei meinem Rad um ein sehr seltenes Fabrikat und in dieser Form um ein Unikat. Vielleicht bedeute das ja, dass es irgendwem auffällt. Das Fahrrad ist ein BikeFriday New World Tourist und wurde 2011 für mich angefertigt. Das Bild ist ein Produktbild, die Farbe stimmt, der Lenker nicht und Gepäckträger hat es ebenfalls keinen. Am Rahmen befindet sich eine Plakette mit meinem Namen ("Custom made for Julian Finn"). In ganz Deutschland dürfte es nur ein paar Handvoll davon geben, da es nur einen einzelnen Importeur gibt. Wenn du also dieses Fahrrad auf Flohmärkten oder sonst irgendwo sehen solltest: Meld dich bei mir oder rufe die Polizei. Ich bin gerne bereit, einen wirklich ordentlichen Finderlohn zu bezahlen, denn dieses Klapprad bedeutet mir für meine Bewegungsfreiheit sehr viel.
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In der Nacht zum 13. Januar wurde mein Fahrrad aus der Hofeinfahrt meines Wohnhauses, Stresemannstr. 75 in Hamburg, gestohlen. Ich bin mir bewusst, dass die Chancen, in einer Großstadt ein Fahrrad wieder zu bekommen, sehr gering sind. Allerdings handelt es sich bei meinem Rad um ein sehr seltenes Fabrikat und in dieser Form um ein Unikat. Vielleicht bedeute das ja, dass es irgendwem auffällt. Das Fahrrad ist ein BikeFriday New World Tourist und wurde 2011 für mich angefertigt. Das Bild ist ein Produktbild, die Farbe stimmt, der Lenker nicht und Gepäckträger hat es ebenfalls keinen. Am Rahmen befindet sich eine Plakette mit meinem Namen (\"Custom made for Julian Finn\"). In ganz Deutschland dürfte es nur ein paar Handvoll davon geben, da es nur einen einzelnen Importeur gibt. Wenn du also dieses Fahrrad auf Flohmärkten oder sonst irgendwo sehen solltest: Meld dich bei mir oder rufe die Polizei. Ich bin gerne bereit, einen wirklich ordentlichen Finderlohn zu bezahlen, denn dieses
Musik 201221. December 2012 / Kategorie: music
Kürzlich habe ich die Behauptung aufgestellt, 2012 sei ein gutes Jahr für die Musik gewesen. Habe gar "30-40 herausragende Alben" identifiziert. Nun hatte ich eignetlich damit gerechnet, dies einfach so im Raum stehen lassen zu können und dabei nicht daran gedacht, dass es wohl einige Menschen geben könnte, die entweder zweifeln oder eine Liste einfordern würden.
Ich tu mich irrsinnig schwer, eine Numerierung zu machen. Es gibt kein "Album des Jahres" und keinen Platz 2 und einen Platz 17 schon gar nicht, weil was soll das denn sein, bitte? Oder ein Platz 30? "Also das ist die schlechteste von allen wirklich guten Platten dieses Jahr"? Unsinn. Alphabet übrigens auch. Ich schreibe das jetzt wie es mir in den Sinn kommt. Und wenn mir ein Kommentar dazu einfällt dann kommt der auch dazu. Struktur könnt ihr euch woanders suchen. Ausserdem sind alle Alben hervorragend, selbst wenn die Beschreibung das mal nicht hergeben sollte. Danke übrigens auch an Deniz, der mir beim Kompilieren dann doch geholfen und auf's Jahresende nochmal 2-3 vergessene oder verpasste Alben aus dem Hut gezaubert hat. Finden kann man diese ganzen Alben übrigens meistens bei Amazon. Oder Spotify. Oder iTunes. Amazon hab ich mal verlinkt. Der Großartige @map hat mal eben die meisten Alben in Spotify geschmissen. Hier kann man sich das anhören und die Liste ist auch Collaborative, falls Andy Stott, Flying Lotus und Toro y moi auftauchen. Tausend Dank! Julia Holter - Ekstasis Hab ich durch die Top50 im Magazin "The Wire" entdeckt wie so einiges anderes hier. Pop oder so. "Marienbad" kann ich ca. 500 Mal am Stück hören, vor allem wegen dieses einen tollen Breaks. Aber auch sonst wunderschönes Album. Träumt so vor sich hin ohne dabei allzu gefällig zu sein. Laurel Halo - Quarantine Weiche, runde Bässe, flirrende Obertöne, digitale wie analoge soundfragmente, hört sich zum einschlafen, aufwachen, Arbeit und Sex gleichermaßen toll an. Ausserdem eines dieser Stücke Musik das ohne guten Sound nicht mal ein drittel so faszinierend klingt. Große Liebe und ein riesiges Bereuen ob eines verpassten Konzertes. Animal Collective - Centipede Hz Wenn Animal Collective ein Album machen, das "jetzt nicht so großartig ist, wie das letzte", kann das zweierlei heißen. Entweder, die Musik ist immer noch ziemlich großartig, weil die Band einfach ansich schon aus purer Musik besteht und gar nicht so viel falsch machen kann, oder aber es wächst noch. Ich bin mir bei Centipede Hz immer noch nicht ganz sicher was es ist. Aber wie gesagt: andere Liga und so. Gatekeeper - Exo So ravig und tanzbar wie noch erträglich und dennoch komplex, futuristisch, faszinierend. Ausserdem ein wenig hektisch. Ich mag hektisch. Swans - The Seer LUNACY! LUNACY! Wand aus Sound, durchdringend, eindringlich und andere Wörter mit "dring". Konzert war aber viel zu laut, leider. Mouse on Mars - Parastrophics Knarzknurpselknarzknarzwumms. Mache ich mich jetzt lustig? Ich liebe Mouse on Mars. Ändert sich auch nicht mit dem aktuellen Album. Schon gar nicht mit dem vorzüglichen Konzert. "Nicht so viel Weiterentwicklung im Sound"? Mag sein. Aber immer noch genug. Ausserdem dieses "Andere Liga"-Ding. Überhaupt gilt das ja bei vielen Sachen: Wer ausreichend eigenständig klingt, hat bei mir oft schon ein Stein im Brett. Zum Beispiel Autre Ne Veut. "Counting" ist kein Album sondern eine Single. Ja mei. Der Rest kommt 2013 und ich weiss schon, dass er dann nächstes Jahr hier steht. Actress - R.I.P. Düsterdüsterdüster. Plickerplockerbassbass. So ein bisschen Burial aber viel weniger Tanzbar und so. Wenn einem die abgefuckten Ecken einer Stadt nicht mehr kaputt genug sind. musikgewordenes Graffiti in der Kanalisation quasi. Futurecop - The Movie Wenn Daft Punk einen Soundtrack für Transformers macht, dann klingt das so. Ohne Michael Bay allerdings. Dafür mit japanischen Neonröhren. Ariel Pink's Haunted Graffiti - Mature Themes Ich glaube, Ariel Pink träumt Nachts von sehr queeren Orgien mit Frank Zappa und einer unbestimmten Menge Menschen jedweder Gender-Identifikation. "She-Males hooked up on Meth". Manchmal träumt er davon sicher auch tagsüber. Auch verpasst, das Konzert. Weil ich in Berlin war, um unter anderem Animal Collective zu sehen. Habe mich dann aber am Abend zuvor dort so betrunken, dass ich zu verkatert für Animal Collective war. Die Woche drauf war Ariel Pink dann in Berlin und ich wieder in Hamburg. Sponsort mir jemand eine Bahncard 100? Achja, die "After Light"-Single von Rustie fand ich auch ziemlich super. Gab's aber auch schon auf dem letztjährigen Album "Glass Swords", da aber ohne Gesang von Aluna George. Das wiederum wäre letztes Jahr in diesem Artikel gewesen, hätte ich einen gemacht. Hauschka & Hilary Hahn - Silfra War ja ein Tipp von @wolfseule. Und die sind immer gut. Einmal empfahl sie mir eine Band namens Tötkolben. Des Namens wegen. Hauschka und Hilary Hahn machen Cello, Violine und so. Ja mei, wie beschreib ich das? Es gefällt. Besonders wenn Schnee liegt. Passt aber auch ganz gut zu Weißwein. James Ferraro - Sushi James Ferraro war ja so großartig, einerseits das Album des Jahres 2011 zu produzieren, es andererseits aber auch mit solch Dingern wie Skype-Loginsounds fast unanhörbar zu machen. Sushi nervt nicht so, fasziniert umso mehr. Der Wire hat lange über die Ironie dieser Musik und moderne Gesellschaft geschrieben. Ich kann diesen Drang verstehen. Funktioniert aber auch ohne Foucault. Überhaupt: Musik muss immer für sich stehen können. Wenn sie politischen Kontext braucht oder Philosophenzitate, dann darf sie meinetwegen auch verschwinden. Wenn sie dadurch besser wird: herzlich Willkommen. Beim letztjährigen Album ("Far Side Virtual") hatte James Ferraro Songs wie "Fro Yo and Cellular Bits" und "Starbucks,Dr. Seussism, And While your Mac Is Sleeping". Diesmal ist es eher "Jet Skis & Sushi", Condom" und "Booty Call". Xiu Xiu - Always Eines der wirklich guten Konzerte dieses Jahr. Ausserdem so Musik, die mit Bier genauso gut geht wie mit Rotwein, wenn man die Musik ansich denn mag. Matthew Dear - Beams Wenn Ariel Pink von Zappa träumt, dann träumt Matthew Dear von David Bowie. Allerdings ohne die Queeren Orgien, die ja Bowie schon im Original ein bisschen in seiner Musik hat. Beste Erinnerung: Nachts um 3 nach tollen Gesprächen noch ein wenig alleine an der Außenalster sitzen, Sternschnuppen gucken und "Do the Right Thing" hören. War so einer der ersten "Ich wohne jetzt hier"-Momente. Hallo Hamburg! Why? - Mumps Etc. Ich glaube das Album ist hier nur drauf, weil das Konzert so superb war. Eigentlich ist es nämlich mit Why? so, dass alles schon vor ein paar Jahren gesagt war. Immer noch herausragende Musik, aber nun.. Ich verspreche, es werden dann doch 31 Alben, weil dieses hier nicht so ganz zählt. Death Grips - No love deep web Aktion des Jahres. Oder Jahrzehnts. Epic wollte das neue Album erst 2013 veröffentlichen, also haben die Death Grips es eben selbst auf Soundcloud und nach Bittorrent gepackt. Gibts übrigens immer noch nich zu kaufen. Musik ist aber auch toll und ich wehre mich gegen "Overhyped". Krawalligen HipHop kann es nicht genug geben. Sun Araw - Frkwys Vol. 9 Sun Araw & M. Geddes Gengras Meets The Congos Sun Araw macht Geräuschmusik. The Congos machen Reggae. Zusammen klingt das bekiffter als Lee Perry und dennoch interessant genug, damit man mit dem "Get together and Praise Rastafari" singsang klar kommt, wenn man ansonsten Aversionen hat. I like. Wem das übrigens zu oldschooldubbig ist, der kann ja gerne "The Inner Treaty" hören. Auch ein gutes Album von Sun Araw, auch von diesem Jahr. d'Eon - LP d'Eon sind musikgewordene Buntglasfenster. Manchmal auch mit Splittern. Lustigerweise ist auf "Music for Keyboards Vol. III" (auch von d'Eon) ein solches auch drauf, ich hatte die Assoziation aber schon vorher. Schwör! Raime - Quarter Turns over A Living Line Musik für nach der Zombie-Apokalypse. Wenn immer noch irgendwo einer lauert. Wild Nothing - Nocturne Und schon wieder ein Konzert verpasst. Wild Nothing sind ja sogar im Spiegel gefeatured worden. Gut, das sind Swans auch. Ist also keine Ausrede. Ich mag trotzdem nicht so viel dazu schreiben. Ich mag sie. Mir doch egal wieviel Hype. Passion Pit - Gossamer Hier gilt das gleiche. Hyped doch was ihr wollt. Ich tanze derweil. Cat Power - Sun Warum fand ich Cat Power eigentlich früher nie so gut? Lag bestimmt an meiner Ignoranz. Andererseits kann ich ja auch nicht überall die volle Kenntnis besitzen. Sun ist jedenfalls ein gutes Album. Sehr gut sogar. Goat - World Music Wie sehr ich mich überwinden musste, ein Album namens World Music zu hören? Nun, sehr eben. Aber ich habe es getan und es gefiel. Ebenfalls sehr. Moderner Rock und so. Vielleicht auch irgendwas anderes. Schubladen, ey. Andy Stott - Luxury Problems Spätentdeckung. Eigentlich erst wegen der Top50 von "othermusic.net". Dann auch festgestellt, dass der Wire die in seinen Top50 hat. Überhaupt gibt's da viel Überschneidung. Auch zu meinen Toplisten. Andy Stott liegt zunächst ein wenig Spitz an, entfaltet dann aber eine wuchtige Komplexität und behält seine Spannung auch im Abgang bei, bleibt aber auch süffig genug für den Gelegenheitskonsum. Toro y Moi - Anything in Return Hier Rock, da Beats, nun ein bisschen Gesang, manchmal auch im Chor. Sieh an, eine Hihat. Alles etwas getragen, so vom Tempo her. Moderner Pop mit ausreichend Komplexität, um nicht zu langweilen. Ebenfalls eine Spätentdeckung, das Album ist erst für 2013 angekündigt. Aber nun. Internet und so, und die Single "So Many Details" kann man sich ja auch schon kaufen. Wird bei mir ebenfalls noch reifen, aber ist jetzt schon ausreichend gut um es zu den Highlights zu zählen. Lone - Galaxy Garden Manchmal passen Albentitel ja. Bei Galaxy Garden denke ich an eine grüne Wiese mit Blumen in absurden Formen und Farben unter einer Glaskuppel irgendwo im Weltall. Und schwerelos herumhüpfende Menschen. Vielleicht auch ein wenig Super Mario. So ähnlich dann auch die Musik. Toll. Flying Lotus - Until the Quiet Comes "Hör unbedingt Flying Lotus!" die von mir ganz unglaublich geschätzte @maronivie musste mich wochenlang bearbeiten. Und wie so oft musste ich anschließend kleinlaut eingestehen. Ja. Gehört zu den Alben des Jahres. Hat ausserdem was von Hudson Mohawke. Steinigt mich für eine solche Aussage. Es ist auf jeden Fall sehr typisch Warp Music (Und zwar heutiges Warp, nicht 1990er-2000er Aphex Twin / Autechre / Plaid / Boards of Canada Warp) Kendrick Lamar - Good Kid M.A.A.D City Bestes HipHop-Album des Jahres. Alles daran ist gut. Flow, Rhyme, Beats, Lyrics, alles. Ernsthaft. Kann man mit Hornbrille genauso hören wie mit Goldkette. Mal noch ein zwischendrin-Einwurf: Burial macht ja gelegentlich Singles (Street Halo / Kindred und Truant / Rough Sleeper). Manchmal mit Four Tet (Nova). Auch dieses Jahr. Alles Großartigst. AU - Both Lights Instrumental-Avantgarde-Rock/Pop-Klimperdings. Waren die Vorband von Xiu Xiu und die erste Vorband seit langem, die mich ganz schön umgehauen hat. Mir reicht's nun mit beschreiben und wir sind bei 29 Stück minus eines weil Why? ja nicht richtig zählt. Sucht euch für die 30 noch eine der folgenden aus: John Talabot - Fin Friendly Fires - Pala Mac Demarco - Rock n Roll Nightclub Matthew E. White - Big Inner Com Truise - In Decay Kindness - World you need a change of mind Jakob Ullmann - Fremde Zeit / Addendum Deep Time - Deep Time Fatima Al Qadiri - Desert Strike Teen - In Limbo
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Kürzlich habe ich die Behauptung aufgestellt, 2012 sei ein gutes Jahr für die Musik gewesen. Habe gar \"30-40 herausragende Alben\" identifiziert. Nun hatte ich eignetlich damit gerechnet, dies einfach so im Raum stehen lassen zu können und dabei nicht daran gedacht, dass es wohl einige Menschen geben könnte, die entweder zweifeln oder eine Liste einfordern würden. Ich tu mich irrsinnig schwer, eine Numerierung zu machen. Es gibt kein \"Album des Jahres\" und keinen Platz 2 und einen Platz 17 schon gar nicht, weil was soll das denn sein, bitte? Oder ein Platz 30? \"Also das ist die schlechteste von allen wirklich guten Platten dieses Jahr\"? Unsinn. Alphabet übrigens auch. Ich schreibe das jetzt wie es mir in den Sinn kommt. Und wenn mir ein Kommentar dazu einfällt dann kommt der auch dazu. Struktur könnt ihr euch woanders suchen. Ausserdem sind alle Alben hervorragend, selbst wenn die Beschreibung das mal nicht hergeben sollte. Danke übrigens auch an Deniz, der mir beim Kompilieren
Marsgedanken20. December 2012
Nun gab es ja letztens diesen verrückten reichen Menschen der sagte "Hey, wahnsinnig gute Idee: Wir brauchen nur so und so viel milliarden Euro und dann können wir eine Marskolonie mit 80.000 Leuten machen, weil das sichert uns den Fortbestand der Menschheit". Gut, einleuchtend. Aber: Warum eigentlich? Ich mein hey, das hat mehr Penisersatz als eine ganze Flotte an Porsches, so das auf dem Mars wohnen. Aber so wie ich mir das vorstelle, braucht man zum Auf-Dem-Mars-Leben große Glaskuppeln und allerlei technisches Gerät und vielleicht auch spezielle Anzüge. Und wenn man die hat, dann kann man die halt auch genauso woanders hinbauen. Sahara, Antarktis, wo auch immer man eigentlich will, weil seien wir ehrlich, widriger als auf dem Mars isses nun auch nicht.
Also? Cui Bono, das mit dem Zweite-Heimat-Anderer-Planet-Gedöns? Für das gleiche Geld kriegt man hier keine 80.000 sondern sicher das vielfache unter eine Glaskuppel. Oder was da so nötig ist. Und wenn. Alles andere ist doch a) Mackerei, b) Blödsinnige Romantik, c) "Fickt euch mit eurer Armut und euren Problemen, wir haben die Kohle für was neues". Ach, oder d) einfach nur Spinnertum.
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Nun gab es ja letztens diesen verrückten reichen Menschen der sagte \"Hey, wahnsinnig gute Idee: Wir brauchen nur so und so viel milliarden Euro und dann können wir eine Marskolonie mit 80.000 Leuten machen, weil das sichert uns den Fortbestand der Menschheit\". Gut, einleuchtend. Aber: Warum eigentlich? Ich mein hey, das hat mehr Penisersatz als eine ganze Flotte an Porsches, so das auf dem Mars wohnen. Aber so wie ich mir das vorstelle, braucht man zum Auf-Dem-Mars-Leben große Glaskuppeln und allerlei technisches Gerät und vielleicht auch spezielle Anzüge. Und wenn man die hat, dann kann man die halt auch genauso woanders hinbauen. Sahara, Antarktis, wo auch immer man eigentlich will, weil seien wir ehrlich, widriger als auf dem Mars isses nun auch nicht. Also? Cui Bono, das mit dem Zweite-Heimat-Anderer-Planet-Gedöns? Für das gleiche Geld kriegt man hier keine 80.000 sondern sicher das vielfache unter eine Glaskuppel. Oder was da so nötig ist. Und wenn. Alles andere ist doch a) Ma
Wohnung in Hamburg gesucht!27. July 2012
Du kannst mir wieder helfen, denn es geht weiter mit der Suche. Nachdem ich über meinen Blogpost wundervolle Jobangebote bekommen habe und ab dem 1.8. auch wieder eine tolle Stelle habe, brauche ich nach monatelanger Zwischenmiete nun auch eine eigene Bleibe.
Die Kriterien in absteigender Wichtigkeit: - Hamburg - Nette Lage nicht allzu weit vom Schuss. Ich werde in Winterhude arbeiten, das wäre also optimal. Ansonsten z.B. Eimsbüttel, St.Pauli/Schanze/Karoviertel, Neustadt, Barmbek, Altona, Eppendorf, usw... - Ca. 45-55qm, 1-3 ZKB - Mein Limit sind ca. 700 Euro, mit etwas Luft nach oben - Etwa ab dem 1.9. wäre optimal - Keine Courtage! - Hell - Balkon oder Garten sowie Badewanne wären nette Boni - etc. Alternativ geht auch ein größeres Zimmer in einer netten WG. Geeignete Hinweise bitte an julian [at] phinn.de
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Du kannst mir wieder helfen, denn es geht weiter mit der Suche. Nachdem ich über meinen Blogpost wundervolle Jobangebote bekommen habe und ab dem 1.8. auch wieder eine tolle Stelle habe, brauche ich nach monatelanger Zwischenmiete nun auch eine eigene Bleibe. Die Kriterien in absteigender Wichtigkeit: - Hamburg - Nette Lage nicht allzu weit vom Schuss. Ich werde in Winterhude arbeiten, das wäre also optimal. Ansonsten z.B. Eimsbüttel, St.Pauli/Schanze/Karoviertel, Neustadt, Barmbek, Altona, Eppendorf, usw... - Ca. 45-55qm, 1-3 ZKB - Mein Limit sind ca. 700 Euro, mit etwas Luft nach oben - Etwa ab dem 1.9. wäre optimal - Keine Courtage! - Hell - Balkon oder Garten sowie Badewanne wären nette Boni - etc. Alternativ geht auch ein größeres Zimmer in einer netten WG. Geeignete Hinweise bitte an julian [at] phinn.de
Job gesucht!1. June 2012
Ich suche einen Job und DU kannst mir helfen.
Wenn du eine interessante Arbeitsstelle in Hamburg oder Berlin kennst, zum Beispiel. Oder eine sehr interessante Stelle an einem anderen Ort, denn örtlich bin ich nicht zwingend gebunden, das ist nur eine Präferenz. Interessant für mich ist in erster Linie eine Stelle als Produkt- oder Projektmanager mit technischem Fokus oder als Technical Lead. Ich kann Teams zusammenführen und gute Ideen in machbare Technologie einfließen lassen. Ich sorge dafür, dass Leute ihre Arbeit machen können und kann ihnen mit sinnvollen Anforderungen und guter Kommunikation den Rücken frei halten. Am liebsten arbeite ich dort, wo neue Strukturen geschaffen werden können und müssen. Bei Startups oder Firmen, die bereits abgehoben sind. Bei Firmen, die wachsen und sich verändern. Ich bevorzuge flache Hierarchien, ich mag es aber auch, wenn es bereits gut durchdachte Prozesse gibt, die Hierarchien überflüssig machen. Wenn ich Startup sage, geht es mir weniger darum, mit meinem Macbook auf bunten Sitzsäcken herumzulungern. Klar, eine offene Arbeitsatmosphäre ist wichtig, aber wichtiger ist es mir, dass ich agil und mit permanentem Feedback durch Nutzer und Daten arbeiten und mit modernen technologien neue Produkte schaffen oder bestehende weiter verbessern kann. Ich mag kreative Firmen, habe lange in einer Spielefirma gearbeitet und fühle mich dort wohl. Aber auch auch hier gilt: Vor allem möchte ich Produkte schaffen, die ihre Nutzer begeistern und für die man auch gerne Geld ausgeben möchte. Kurzum: Wenn du glaubst, dass ich bei deinem Arbeitgeber gut aufgehoben wäre, oder wenn dir ein Job einfällt, um den ich mich bewerben sollte, dann sag mir doch bitte bescheid. Meine Adresse ist julian [at] phinn.de Meinen Lebenslauf findest du hier.
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Ich suche einen Job und DU kannst mir helfen. Wenn du eine interessante Arbeitsstelle in Hamburg oder Berlin kennst, zum Beispiel. Oder eine sehr interessante Stelle an einem anderen Ort, denn örtlich bin ich nicht zwingend gebunden, das ist nur eine Präferenz. Interessant für mich ist in erster Linie eine Stelle als Produkt- oder Projektmanager mit technischem Fokus oder als Technical Lead. Ich kann Teams zusammenführen und gute Ideen in machbare Technologie einfließen lassen. Ich sorge dafür, dass Leute ihre Arbeit machen können und kann ihnen mit sinnvollen Anforderungen und guter Kommunikation den Rücken frei halten. Am liebsten arbeite ich dort, wo neue Strukturen geschaffen werden können und müssen. Bei Startups oder Firmen, die bereits abgehoben sind. Bei Firmen, die wachsen und sich verändern. Ich bevorzuge flache Hierarchien, ich mag es aber auch, wenn es bereits gut durchdachte Prozesse gibt, die Hierarchien überflüssig machen. Wenn ich Startup sage, geht es mir wen
Eigentum und andere Dinge6. April 2012 / Kategorie: misc
Das Eigentum wie wir es kennen ist im Wandel. Es ist eine schleichende Revolution und ich bin mir ganz sicher, viele werden dies zunächst als steile These abtun - aber es tut sich was und das nachhaltig, da bin ich mir sicher. Doch von vorne:
Seit einigen Monaten lebe ich in einem Zustand, den man für konservative Menschen aus der Generation meiner Großeltern getrost als "Ohne festen Wohnsitz" beschreiben könnte. Das heisst nicht, dass ich nicht wüsste, wo ich heute Nacht schlafen soll. Oder morgen Nacht. Aber das Gefühl eigener vier Wände, und vor allem eigener Möbel und Dinge, das gibt es gerade nicht. Zuerst waren es bauliche Maßnahmen in meiner Karlsruher Wohnung, dann mein Umzug nach Hamburg. Ich bin hier gut untergebracht, keine Sorge. Aber darum geht es hier nicht. Vielmehr um all das, was die letzten Monate mit meinem Bewusstsein angestellt haben. Continue reading "Eigentum und andere Dinge"
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Das Eigentum wie wir es kennen ist im Wandel. Es ist eine schleichende Revolution und ich bin mir ganz sicher, viele werden dies zunächst als steile These abtun - aber es tut sich was und das nachhaltig, da bin ich mir sicher. Doch von vorne: Seit einigen Monaten lebe ich in einem Zustand, den man für konservative Menschen aus der Generation meiner Großeltern getrost als \"Ohne festen Wohnsitz\" beschreiben könnte. Das heisst nicht, dass ich nicht wüsste, wo ich heute Nacht schlafen soll. Oder morgen Nacht. Aber das Gefühl eigener vier Wände, und vor allem eigener Möbel und Dinge, das gibt es gerade nicht. Zuerst waren es bauliche Maßnahmen in meiner Karlsruher Wohnung, dann mein Umzug nach Hamburg. Ich bin hier gut untergebracht, keine Sorge. Aber darum geht es hier nicht. Vielmehr um all das, was die letzten Monate mit meinem Bewusstsein angestellt haben.
Wo sind all die Utopien hin?25. March 2012 / Kategorie: politics
Es geht hoch her in den Internet-Debatten. Sei es die spackenkritische Privatsphäria, seien es Anonymous, seien es Diskussionen um Verteidigungskämpfe und wie diese zu führen seien, sei es das ganze Ding mit dem Urheberrecht, der Kulturwertmark und der Abschaffung von allem. Ich habe etwa 2007 mein Engagement in Sachen Netzpolitik von "jede freie Minute" auf "wenn es passt" zurück geschraubt und wenn ich mir das ganze Ding so angucke, viel hat sich nicht verändert.
Wir, und ich meine hier alle, die sich progressive Gedanken zur sich verändernden Welt machen, diskutieren immer noch um die gleichen Dinge, wir führen einen Verteidigungskampf nach dem anderen. Und das meistens unglaublich spät, ACTA war schon damals ein Thema, die Vorratsdatenspeicherung auch. Aus welchem Grund auch immer hat die Politik es geschafft, unsere Geschwindigkeit an die ihre anzupassen. Continue reading "Wo sind all die Utopien hin?"
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Es geht hoch her in den Internet-Debatten. Sei es die spackenkritische Privatsphäria, seien es Anonymous, seien es Diskussionen um Verteidigungskämpfe und wie diese zu führen seien, sei es das ganze Ding mit dem Urheberrecht, der Kulturwertmark und der Abschaffung von allem. Ich habe etwa 2007 mein Engagement in Sachen Netzpolitik von \"jede freie Minute\" auf \"wenn es passt\" zurück geschraubt und wenn ich mir das ganze Ding so angucke, viel hat sich nicht verändert. Wir, und ich meine hier alle, die sich progressive Gedanken zur sich verändernden Welt machen, diskutieren immer noch um die gleichen Dinge, wir führen einen Verteidigungskampf nach dem anderen. Und das meistens unglaublich spät, ACTA war schon damals ein Thema, die Vorratsdatenspeicherung auch. Aus welchem Grund auch immer hat die Politik es geschafft, unsere Geschwindigkeit an die ihre anzupassen.
Gedanken zu Crowdfunding26. February 2012
Das mit dem Crowdfunding ist nun beileibe nichts neues. Kickstarter gibt es auch schon seit 2008. Das erste abgeschlossene Millionen-Projekt hätte das LunaTik-iPod-Uhrenarmband sein können, das im Dezember 2010 mit 942.578 Dollar da stand. Und dann kam der Februar 2012. Das Elevation Dock, das Double Fine Adventure und der Order of the Stick Reprint. Letztere noch gar nicht abgeschlossen, alle aber über eine Millionen US-Dollar. Ein Dammbruch? Vielleicht, auch wenn der Einwand "Das sind doch Nerd-Projekte" natürlich gerechtfertigt ist.
Und doch: es tut sich was. Continue reading "Gedanken zu Crowdfunding"
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Das mit dem Crowdfunding ist nun beileibe nichts neues. Kickstarter gibt es auch schon seit 2008. Das erste abgeschlossene Millionen-Projekt hätte das LunaTik-iPod-Uhrenarmband sein können, das im Dezember 2010 mit 942.578 Dollar da stand. Und dann kam der Februar 2012. Das Elevation Dock, das Double Fine Adventure und der Order of the Stick Reprint. Letztere noch gar nicht abgeschlossen, alle aber über eine Millionen US-Dollar. Ein Dammbruch? Vielleicht, auch wenn der Einwand \"Das sind doch Nerd-Projekte\" natürlich gerechtfertigt ist. Und doch: es tut sich was.
Rede auf der Anti-Acta-Demo Hamburg25. February 2012
Mein Freund mc.fly hat für den CCC Hamburg auf der Anti-Acta-Demo eine Rede gehalten. Da ich maßgeblich am Entstehungsprozess dieser Rede beteiligt war, möchte ich diese nun auch hier dokumentieren.
Hallo. Ich bin der mc.fly vom Chaos Computer Club Hamburg. schoen schon wieder so viele von euch zu sehen. Unglaublich, das das noetig ist, oder? Vor 2 Wochen haben wir, gemeinsam mit über hundert tausend anderen Menschen überall in Europa, schonmal gegen ACTA demonstriert. Aufgeweckt durch Proteste haben einige Regierungen schon im Vorfeld versucht, zu beschwichtigen. Sie haben Gesetze "Vorläufig" nicht unterschrieben. Sie haben uns erzählt, Acta sei ja nicht so schlimm.Das Europäische Parlament hat den Gerichtshof vorgeschickt, um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Aber nur, weil jeder mit dem Finger auf andere zeigt, sollten wir nicht glauben, dass niemand mehr Verantwortung trägt. Das Thema ist nicht "Durch". Wir haben es zu oft erlebt, dass kritisierte Vorlagen verzögert, aus den Medien genommen und schließlich im Fischereiausschuss verabschiedet werden. Und wenn es erstmal in einem solchen Ausschuss verabschiedet wurde, dann können sich die Parlamente auch schön darauf berufen. Wir sind hier um ihnen zu sagen: "Ihr könnt euch nicht verstecken." Deutschland nicht hinter der EU und das europäische Parlament nicht hinter dem Gerichtshof oder irgend einem Ausschuss! Und so lange werden wir weiter auf die Staße gehen müssen. Wir werden weiter für unser Internet, unsere Freiheit und unseren Lebensraum kämpfen müssen. Ja, Lebensraum, liebe Abgeordnete und Minister, für die das Internet ein Stapel Papier ist, der morgens vom Referenten auf den Schreibtisch gelegt wird. Um das mal in aller Klarheit zu sagen: Wir, wahrscheinlich alle die wir hier stehen, gehen nicht ins Internet. Wir machen nicht "extra den Computer an", wir sind auch nicht "mal eben Surfen". Wir sind, wenn überhaupt, mal kurz "OFFLINE". Ihr redet, fast zwanzig Jahre nach Erfindung der MP3, von "Neuen Medien". Für euch ist das Internet ein Absatzmarkt. Aber wie auch hier auf dem Rathausmarkt am Rande Geschäfte stehen, und in sich in der Mitte Menschen begegnen ist das Internet für uns ein Ort, an dem wir uns austauschen, Freunde treffen, diskutieren und unsere Meinung sagen. Und ja, auch mal Einkaufen gehen. Und diese Freiheit, zu sagen was wir wollen, lassen wir uns nicht nehmen! Nicht durch ACTA, nicht durch IPRED und nicht durch all die perfiden Pläne, die ihr sonst noch so in der Schublade habt, um eure Geschäftsmodelle zu sichern. Ihr kommt aus einer Zeit, in der die "Kreativwirtschaft" Dinge geschaffen hat, die ihr euch dann im Radio und Fernsehen, im Kino oder auf runden Scheiben angehört und angesehen habt. Und ich kann das gut verstehen. Es wäre schön, wenn auch kreative Menschen von ihrer Arbeit leben können. Aber nicht zum Wohle einer Urheberrechtsindustrie, die in die eigenen Taschen wirtschaftet, statt Kultur zu fördern und nicht auf Kosten unserer Freiheit! Und das ist nur der Urheberrechts-Teil von ACTA. Einem Vertrag, der einst verhindern sollte, dass falsche Louis-Vuitton-Handtaschen oder iPods verkauft werden können. Aber "Gefälschte Produkte", da hat sich dann auch die Pharmaindustrie gedacht, das betrifft sie und nun soll es für die ärmsten Länder der Welt unmöglich sein, generische Medikamente zu erwerben. Medikamente die sie brauchen, weil Menschen an AIDS sterben. Von Handtaschen über das Internet zu AIDS-Medikamenten. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. ACTA ist ein Rundumschlag von Lobbygruppen. Über Jahre hinweg in geheimen Verhandlungen ausbaldowert, der Öffentlichkeit vorgelegt kurz bevor alles zu spät sein sollte. Bloß nicht einbeziehen, diese störende Zivilgesellschaft. Keine Diskussion, das stört nur. Demokratische Prozesse? Gefährden nur den Abschluss. Unter dem Banner "Geistige Eigentumsrechte" werden Ideen eingesperrt, Meinungen eingeschränkt und Menschen getötet. Die Interessen einzelner Industriesparten werden über unsere Grundrechte gestellt. Das geht nicht nur ein bisschen zu weit, weil es unseren Tauschbörsen an den Kragen soll, Das ist inakzeptabel! Und darum stehen wir hier und darum werden wir so lange immer laut sein, bis ACTA begraben ist! Und nun möchte ich mich für eure Anwesenheit bedanken. Und für euer Zuhören. Aber wenn ihr nun nach Hause geht, dann ist die Arbeit noch nicht getan. Schreibt euren Abgeordneten. Diskutiert mit Freunden. Bloggt und twittert. Füllt eure Facebook-Timeline, informiert eure Eltern, Lehrer, Arbeitskollegen. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Thema nicht aus den Medien und dem Bewusstsein verschwindet. Das wir alle, als Gesellschaft, darüber diskutieren, wie unser Lebensraum Internet aussehen soll. Damit auch die mit den Druckern verstehen, warum uns dieses Thema zu wichtig ist!
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Mein Freund mc.fly hat für den CCC Hamburg auf der Anti-Acta-Demo eine Rede gehalten. Da ich maßgeblich am Entstehungsprozess dieser Rede beteiligt war, möchte ich diese nun auch hier dokumentieren. Hallo. Ich bin der mc.fly vom Chaos Computer Club Hamburg. schoen schon wieder so viele von euch zu sehen. Unglaublich, das das noetig ist, oder? Vor 2 Wochen haben wir, gemeinsam mit über hundert tausend anderen Menschen überall in Europa, schonmal gegen ACTA demonstriert. Aufgeweckt durch Proteste haben einige Regierungen schon im Vorfeld versucht, zu beschwichtigen. Sie haben Gesetze \"Vorläufig\" nicht unterschrieben. Sie haben uns erzählt, Acta sei ja nicht so schlimm.Das Europäische Parlament hat den Gerichtshof vorgeschickt, um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Aber nur, weil jeder mit dem Finger auf andere zeigt, sollten wir nicht glauben, dass niemand mehr Verantwortung trägt. Das Thema ist nicht \"Durch\". Wir haben es zu oft erlebt, dass kritisierte V
Standardantwort auf Standardanfrage15. November 2011
Folgende Standardantwort geht neuerdings an "Übereifrige" Headhunter raus, die sich nicht mal die Mühe machen, mein Xing-Profil richtig zu lesen.
Freue mich natürlich gerne über Ergänzungen. Hallo, offensichtlich haben Sie mein Profil nicht gelesen, sondern nur quer nach PHP gescannt und nicht auf meine Interessen und Fähigkeiten geachtet. Ihnen ist dementsprechend, vermutlich, auch entgangen, dass ich heutzutage in der Kommunikation, als PR-Manager, arbeite. Immerhin kann ich Ihnen so einige nützliche Tipps geben. Zum Beispiel, dass es keine sonderlich gute Idee ist, Standardtexte zu versenden. Die Chance, so wirklich gute, qualifizierte und motivierte Fachkräfte zu bekommen ist gering. Vielmehr werden Sie jene erreichen, die ohnehin schon mit ihrem Job abgeschlossen haben oder dringend auf der Suche sind. Es bleibt Ihnen natürlich selbst überlassen, welche Kräfte Sie anwerben wollen. Als ich das letzte Mal eine Personalberatung beauftragt habe, war ich zumindest nicht gerade glücklich, als mir wahllos Leute angeboten wurden, deren CV irgendwie auf das Suchprofil passte. Herzliche Grüße, Julian Finn
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Folgende Standardantwort geht neuerdings an \"Übereifrige\" Headhunter raus, die sich nicht mal die Mühe machen, mein Xing-Profil richtig zu lesen. Freue mich natürlich gerne über Ergänzungen. Hallo, offensichtlich haben Sie mein Profil nicht gelesen, sondern nur quer nach PHP gescannt und nicht auf meine Interessen und Fähigkeiten geachtet. Ihnen ist dementsprechend, vermutlich, auch entgangen, dass ich heutzutage in der Kommunikation, als PR-Manager, arbeite. Immerhin kann ich Ihnen so einige nützliche Tipps geben. Zum Beispiel, dass es keine sonderlich gute Idee ist, Standardtexte zu versenden. Die Chance, so wirklich gute, qualifizierte und motivierte Fachkräfte zu bekommen ist gering. Vielmehr werden Sie jene erreichen, die ohnehin schon mit ihrem Job abgeschlossen haben oder dringend auf der Suche sind. Es bleibt Ihnen natürlich selbst überlassen, welche Kräfte Sie anwerben wollen. Als ich das letzte Mal eine Personalberatung beauftragt habe, war ich zumindest nich
Die Wired und der Sexismusbeileger8. September 2011 / Kategorie: politics
Heute ist die Wired in Deutschland erschienen, ein Magazin das ich schon in den USA total überbewertet fand, und von dem ich mir auch in Deutschland vor allem verspreche, dass sie mehr Leuten die Möglichkeit gibt, sich als hipper "Geek" zu fühlen. So gesehen passt die Wired, so als Lifestyle-Artikel, eigentlich ganz gut zur GQ, der sie heute beigelegt ist.
Nun gab es einige Aufregung über den Umstand. Bei der Mädchenmannschaft wird sich beschwert, dass die Wired einem solch sexistischen Heft beiliegt und die Klischees bedient, Technik sei ja nur so ein Männerding. Nun, vielleicht ist das so, leider bedient es aber vor allem die Marktumstände, die sagen: "Technikzeitschriften liegen bei der Zielgruppe näher an der GQ als an Modezeitschriften". Aber von vorne: Auch ich mag die GQ nicht. Sie bedient Klischees, zementiert den Status Quo und gibt sich bisweilen in Sexismen ab, die ich nicht tolerieren mag. Aber: Der Condé-Nast-Verlag ist kein Weltverbesserungsverein, der sich das Aufbrechen des Patriarchiats auf die Fahnen geschrieben hat, sondern ein Laden, der Geld machen will. Wenn er das mit Magazinen wie der GQ tut, dann darf man das durchaus kritisieren. Aber sehen wir es doch einmal von anderer Warte. Da ist dieser Verlag, der hat die Namens- und Urheberrechte an einer Publikation namens "Wired". Was macht der sonst so? Schauen wir in die Wikipedia: Die Condé Nast Verlags GmbH ist eine 100%-Tochtergesellschaft der britischen Verlagsgruppe Condé Nast Publications, die zur US-amerikanischen Mediengruppe Advance Publications gehört. Der deutsche Tochterverlag wurde 1978 in München gegründet. Er gibt derzeit die Frauenmagazine Vogue, Glamour, myself, den Lifestyle-Männertitel GQ, das Männer-Modemagazin GQ Style sowie die Wohn- und Designzeitschrift AD (Architectural Digest) heraus. Vogue, Glamour, myself, GQ, GQ style und AD, das ist deren bisheriges Portfolio. Nun möchte man die Wired in .de rausbringen und weiß, aufgrund von langjähriger Verlegererfahrung, dass das nicht so einfach ist. Ein der Masse unbekannter Titel (und jetzt geht mal nicht von den gefühlt 750 Early Adoptern aus, die sich das Ding eh kaufen würden), müsste beworben werden. Plakatwerbung, Werbung in eigenen Publikationen gibt es immerhin kostenlos, aber man will evtl TV-Spots schalten und darüberhinaus muss man durchaus etwas Geld fließen lassen, um Kioskbesitzer dazu zu überreden, für das Magazin Fläche im Laden bereit zu stellen. Sprich: das ist ganz schön teuer für ein Magazin, bei dem man sich nicht sicher ist, ob es in Deutschland Publikum fände. Und: die Wired ist aufwändig produziert, sicherlich viel aufwändiger als die GQ mit ihren zum Teil platten Texten. Die Herren Knüwer und Sixtus, aber auch Fräulein Tessa und die anderen Damen sind keine praktikanten, die einer schönen Fotostrecken mittelmäßige Texte unterjubeln. Artikel wollen bezahlt werden. etcetc. Sind wir also immer noch bei den Überlegungen: Verlag will Wired in Deutschland testen und eine erste Ausgabe auf dem Markt zu platzieren kostet Geld. Also was tun? Da gibt's ja noch die Bündelungsmöglichkeit. Vogue und GQ haben je ca. 140.000 Druckauflage, die Glamour ist 4x so groß. Dann macht man mal eine kurze Marktanalyse, so aus dem Kopf heraus, und kommt zu folgendem Schluss: Vogue und Glamour eignen sich qua Zielgruppe nicht zwingend, um zusätzliche Leser für ein Technik-Magazin zu finden. Klar, wer sich die Wired kaufen will, dem ist vielleicht auch egal, was da sonst noch so beiliegt und im Mülleimer wandert, aber das ist ja nicht das Ziel von Condé Nast. Das Ziel ist, und das muss man sich klar werden: Möglichst große Zielgruppe, die nicht twittert, knüwers blog liest oder sich sonst im Netz informiert, kriegt mit, dass es da ein neues Magazin gibt, das sie interessant finden könnte. Das ist ein Marketinginstrument, um an die Käufer von 140.000 gedruckten GQs ranzukommen. Plus ein paar wenige, die sich denken "Geil, Wired, den Rest schmeiß ich halt weg".
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Heute ist die Wired in Deutschland erschienen, ein Magazin das ich schon in den USA total überbewertet fand, und von dem ich mir auch in Deutschland vor allem verspreche, dass sie mehr Leuten die Möglichkeit gibt, sich als hipper \"Geek\" zu fühlen. So gesehen passt die Wired, so als Lifestyle-Artikel, eigentlich ganz gut zur GQ, der sie heute beigelegt ist. Nun gab es einige Aufregung über den Umstand. Bei der Mädchenmannschaft wird sich beschwert, dass die Wired einem solch sexistischen Heft beiliegt und die Klischees bedient, Technik sei ja nur so ein Männerding. Nun, vielleicht ist das so, leider bedient es aber vor allem die Marktumstände, die sagen: \"Technikzeitschriften liegen bei der Zielgruppe näher an der GQ als an Modezeitschriften\". Aber von vorne: Auch ich mag die GQ nicht. Sie bedient Klischees, zementiert den Status Quo und gibt sich bisweilen in Sexismen ab, die ich nicht tolerieren mag. Aber: Der Condé-Nast-Verlag ist kein Weltverbesserungsverein, der sich das A
Luftmatratzenstöpsel11. August 2011 / Kategorie: misc Das, meine Damen und Herren, liebe Aliens, ist ein Luftmatratzenstöpsel. Einer, wie er mir vorgestern fehlte, als ich auf dem Chaos Communication Camp ankam, wahrscheinlich war er im Transport verloren gegangen. In Ermangelung einer akzeptablen Schlafunterlage irrte ich gestern zunächst umher, bis mir die freundlichen Menschen vom Metalab, residierend im Leiwandville, halfen. Der großartige Wizard23 hatte seinen Makerbot mitgebracht, einer seiner Freunde ein ähnliches Problem und nach nur wenigen Minuten waren drei neue Luftmatratzenstöpsel gedruckt. Und weil wir uns ob der Größe nicht sicher waren, machten wir drei weitere. Auf 105% skaliert. Ich hatte gestern eine himmlische Nachtruhe. Guten Morgen!
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Das, meine Damen und Herren, liebe Aliens, ist ein Luftmatratzenstöpsel. Einer, wie er mir vorgestern fehlte, als ich auf dem Chaos Communication Camp ankam, wahrscheinlich war er im Transport verloren gegangen. In Ermangelung einer akzeptablen Schlafunterlage irrte ich gestern zunächst umher, bis mir die freundlichen Menschen vom Metalab, residierend im Leiwandville, halfen. Der großartige Wizard23 hatte seinen Makerbot mitgebracht, einer seiner Freunde ein ähnliches Problem und nach nur wenigen Minuten waren drei neue Luftmatratzenstöpsel gedruckt. Und weil wir uns ob der Größe nicht sicher waren, machten wir drei weitere. Auf 105% skaliert. Ich hatte gestern eine himmlische Nachtruhe. Guten Morgen!
Die WWF-Krisenkommunikation23. June 2011 Gestern gab es einen Fernsehbeitrag zum WWF, der hohe Wellen schlug. Nun übt sich der WWF in Krisenkommunikation und macht das auch gar nicht ganz schlecht. Allerdings sind mir die Faktenaufzählungen etwas bitter aufgestoßen, weil sie sich fast völlig aus typischem PR-Sprech zusammen setzen. (auch wenn es mittlerweile eine Langversion gibt, die etwas mehr erklärt und etwas weniger promlematisch ist) Ich habe das Ganze mal polemisch umformuliert. Sicherlich völlig überzogen, an einigen Stellen total falsch und ausserdem massiv unfair. Das muss aber als Disclaimer auch reichen. Die Orignalstatements des WWF habe ich kursiv markiert. Zu Vorwurf 1: Der WWF lehnt Gentechnik grundsätzlich ab. Diese Position des WWF International gilt für alle WWF-Länderorganisationen. Der WWF kooperiert mit keinem Gentechnik-Konzern, auch nicht mit Monsanto. Der WWF Deutschland empfiehlt grundsätzlich nur gentechnikfreies Soja. Das gilt auch für Soja mit einem RTRS-Zertifikat. "Wir mögen Gentechnik auch nicht. Das ist auch international unsere Organisationsmeinung, auch wenn hochrangige Mitglieder das anders sehen. Mit Gentechnikkonzernen haben wir direkt keine Kooperation, über die Zusammenarbeit mit Firmen, die gentechnisch modifiziertes Soja anbieten, machen wir hier keine Aussage. Unsere Empfehlung ist es, kein gentechnisch manipuliertes Soja zu verwenden. Wie und ob wir das überprüfen, schreiben wir hier nicht. Dass Monsanto beim Round Table on Responsible Soy (RTRS) dabei ist, verschweigen wir" Zu Vorwurf 2: Der WWF ist nicht käuflich. Der WWF verhandelt mit Unternehmen, um möglichst viel für die Natur zu erreichen. Dabei haben wir klare Grenzen. Der WWF schließt keine Kooperation, wenn ein Unternehmen nicht bereit ist, unsere Standards im Umweltschutz und im Bereich der Nachhaltigkeit zu akzeptieren. Wir kritisieren wenn nötig Kooperationspartner auch öffentlich. Der Panda trägt keinen Maulkorb. "Von unseren Standards lassen wir uns nicht durch direkte Korruption abbringen. Allerdings reden wir durchaus mit Unternehmen, um sie von ihrer Maximalforderung abzubringen. Dass Unternehmen möglicherweise zunächst mehr verlangen als eigentlich nötig, um ins Boot zu holen, verschweigen wir. Der WWF schließt keine Kooperation, wenn ein Unternehmen nicht bereit ist, unsere Standards im Umweltschutz und im Bereich der Nachhaltigkeit zu akzeptieren. Ob wir das so genau überprüfen steht auch hier nicht. Immerhin sagen wir mal, was uns nicht paßt, wenn Kooperationspartner sich daneben benehmen, wie eng wir das sehen und ob wir Kooperationen regelmäßig beenden, das sagen wir nicht. Ob wir unsere öffentlichkeitsarbeit nutzen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, schreiben wir hier ebenfalls nicht. Der Panda trägt zwar keinen Maulkorb, aber wie laut er im Zweifelsfall brüllt, sagen wir auch nicht. Zu Vorwurf 3: Der WWF setzt sich weltweit für den Erhalt der Regenwälder ein. Es ist hochgradig zynisch zu behaupten, der WWF würde durch sein Engagement zur Rodung und Zerstörung von wichtigen Ökosystemen wie etwa den tropischen Regenwäldern beitragen. Für den Fall, dass in einer Region Plantagen geplant werden und sich diese nicht mehr verhindern lassen, verlangt der WWF, dass unbedingt schützenswerte Primär- und Sekundärwälder mit besonders hoher Biodiversität ausgespart bleiben und die Plantagen auf Brachland angelegt werden. Wir schalten auch mal Anzeigen und sorgen dafür, dass pro Bierkasten ein mikroskopisch kleiner Fleck Regenwald vorhanden bleibt. Wir finden es wirklich nicht okay, wenn euch das nicht reicht und ihr behauptet, durch den grünen Anstrich würden Menschen in Sicherheit gewogen und auf Linie gebracht, um sich nicht deutlicher gegen die Regenwaldzerstörung abbzuholzen. Wenn aber schon etwas in Planung ist, dann gehen wir nicht hin und ketten uns an wie die doofen Greenpeace sondern fragen freundlich, ob da nicht noch eine kleine Ecke stehen bleiben kann, damit wir irgendwo noch als Helden dastehen können, das ist uns irgendwie auch wichtiger.
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Gestern gab es einen Fernsehbeitrag zum WWF, der hohe Wellen schlug. Nun übt sich der WWF in Krisenkommunikation und macht das auch gar nicht ganz schlecht. Allerdings sind mir die Faktenaufzählungen etwas bitter aufgestoßen, weil sie sich fast völlig aus typischem PR-Sprech zusammen setzen. (auch wenn es mittlerweile eine Langversion gibt, die etwas mehr erklärt und etwas weniger promlematisch ist) Ich habe das Ganze mal polemisch umformuliert. Sicherlich völlig überzogen, an einigen Stellen total falsch und ausserdem massiv unfair. Das muss aber als Disclaimer auch reichen. Die Orignalstatements des WWF habe ich kursiv markiert. Zu Vorwurf 1: Der WWF lehnt Gentechnik grundsätzlich ab. Diese Position des WWF International gilt für alle WWF-Länderorganisationen. Der WWF kooperiert mit keinem Gentechnik-Konzern, auch nicht mit Monsanto. Der WWF Deutschland empfiehlt grundsätzlich nur gentechnikfreies Soja. Das gilt auch für Soja mit einem RTRS-Zertifikat. \"Wir mögen Gentechnik a
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