
Gestern gab es einen Fernsehbeitrag zum WWF, der hohe Wellen schlug. Nun übt sich der WWF in Krisenkommunikation und
macht das auch gar nicht ganz schlecht. Allerdings sind mir die Faktenaufzählungen etwas bitter aufgestoßen, weil sie sich fast völlig aus typischem PR-Sprech zusammen setzen. (auch wenn es mittlerweile eine
Langversion gibt, die etwas mehr erklärt und etwas weniger promlematisch ist) Ich habe das Ganze mal polemisch umformuliert. Sicherlich völlig überzogen, an einigen Stellen total falsch und ausserdem massiv unfair. Das muss aber als Disclaimer auch reichen. Die Orignalstatements des WWF habe ich kursiv markiert.
Zu Vorwurf 1: Der WWF lehnt Gentechnik grundsätzlich ab. Diese Position des WWF International gilt für alle WWF-Länderorganisationen. Der WWF kooperiert mit keinem Gentechnik-Konzern, auch nicht mit Monsanto. Der WWF Deutschland empfiehlt grundsätzlich nur gentechnikfreies Soja. Das gilt auch für Soja mit einem RTRS-Zertifikat.
"Wir mögen Gentechnik auch nicht. Das ist auch international unsere Organisationsmeinung, auch wenn hochrangige Mitglieder das anders sehen. Mit Gentechnikkonzernen haben wir direkt keine Kooperation, über die Zusammenarbeit mit Firmen, die gentechnisch modifiziertes Soja anbieten, machen wir hier keine Aussage. Unsere Empfehlung ist es, kein gentechnisch manipuliertes Soja zu verwenden. Wie und ob wir das überprüfen, schreiben wir hier nicht. Dass Monsanto beim
Round Table on Responsible Soy (RTRS) dabei ist, verschweigen wir"
Zu Vorwurf 2: Der WWF ist nicht käuflich. Der WWF verhandelt mit Unternehmen, um möglichst viel für die Natur zu erreichen. Dabei haben wir klare Grenzen. Der WWF schließt keine Kooperation, wenn ein Unternehmen nicht bereit ist, unsere Standards im Umweltschutz und im Bereich der Nachhaltigkeit zu akzeptieren. Wir kritisieren wenn nötig Kooperationspartner auch öffentlich. Der Panda trägt keinen Maulkorb.
"Von unseren Standards lassen wir uns nicht durch direkte Korruption abbringen. Allerdings reden wir durchaus mit Unternehmen, um sie von ihrer Maximalforderung abzubringen. Dass Unternehmen möglicherweise zunächst mehr verlangen als eigentlich nötig, um ins Boot zu holen, verschweigen wir. Der WWF schließt keine Kooperation, wenn ein Unternehmen nicht bereit ist, unsere Standards im Umweltschutz und im Bereich der Nachhaltigkeit zu akzeptieren. Ob wir das so genau überprüfen steht auch hier nicht. Immerhin sagen wir mal, was uns nicht paßt, wenn Kooperationspartner sich daneben benehmen, wie eng wir das sehen und ob wir Kooperationen regelmäßig beenden, das sagen wir nicht. Ob wir unsere öffentlichkeitsarbeit nutzen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, schreiben wir hier ebenfalls nicht. Der Panda trägt zwar keinen Maulkorb, aber wie laut er im Zweifelsfall brüllt, sagen wir auch nicht.
Zu Vorwurf 3: Der WWF setzt sich weltweit für den Erhalt der Regenwälder ein. Es ist hochgradig zynisch zu behaupten, der WWF würde durch sein Engagement zur Rodung und Zerstörung von wichtigen Ökosystemen wie etwa den tropischen Regenwäldern beitragen. Für den Fall, dass in einer Region Plantagen geplant werden und sich diese nicht mehr verhindern lassen, verlangt der WWF, dass unbedingt schützenswerte Primär- und Sekundärwälder mit besonders hoher Biodiversität ausgespart bleiben und die Plantagen auf Brachland angelegt werden.
Wir schalten auch mal Anzeigen und sorgen dafür, dass pro Bierkasten ein mikroskopisch kleiner Fleck Regenwald vorhanden bleibt. Wir finden es wirklich nicht okay, wenn euch das nicht reicht und ihr behauptet, durch den grünen Anstrich würden Menschen in Sicherheit gewogen und auf Linie gebracht, um sich nicht deutlicher gegen die Regenwaldzerstörung abbzuholzen. Wenn aber schon etwas in Planung ist, dann gehen wir nicht hin und ketten uns an wie die doofen Greenpeace sondern fragen freundlich, ob da nicht noch eine kleine Ecke stehen bleiben kann, damit wir irgendwo noch als Helden dastehen können, das ist uns irgendwie auch wichtiger.