Liebe Autovermieter von Avis31. August 2009
Ich formuliere diesen Text als offenen Brief, der Ihnen auch nochmal per E-Mail zugeht.
Letzte Woche habe ich bei Ihnen ein Auto gemietet. Zum Glück, muss man sagen, denn so einfach war das nicht. Nicht etwa wegen eurer Webseite, die ist schon in Ordnung. Nein, weil Ihre Mitarbeiterin vor Ort sehr unkooperativ war. Natürlich wollte sie Identifikation sehen, als ich den Wagen abholte, doch zu meinem Erstaunen genügte ihr mein Reisepaß nicht. "Offizielles Ausweisdokument in Deutschland", das sei der Personalausweis. Doch der ist bei mir abgelaufen, auf eine Diskussion wollte sich besagte Dame nicht einlassen. Meinen Einwurf, auch ein Reisepass gelte als Ausweisdokument, wollte sie nicht gelten lassen. Statt dessen benötige ich eine Meldebestätigung. Arroganterweise behauptete sie nämlich, ihre Berufserfahrung genüge aus, um in dieser Sache recht zu behalten. Ich möchte zu diesem Zeitpunkt auf §1 des Personalausweisgesetzes hinweisen: (1) Deutsche im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und nach den Vorschriften der Landesmeldegesetze der allgemeinen Meldepflicht unterliegen, sind verpflichtet, einen Personalausweis zu besitzen und ihn auf Verlangen einer zur Prüfung der Personalien ermächtigten Behörde vorzulegen; dies gilt nicht für Personen, die einen gültigen Paß besitzen und sich durch diesen ausweisen können.- Wie Sie sehen, hat die Dame auch formaljuristisch unrecht. Darum soll es mir aber gar nicht gehen. Ich möchte mich vielmehr darüber beschweren, dass Ihre Art des Umgangs mit Kunden eine unverschämte ist und ihre Sicherheitsmaßnahmen alles andere als Sinnvoll sind. 1.) Um einem Diebstahl vorzubeugen genügt es völlig, die Nummer des Reisepasses zu notieren. Die Polizei würde mich schon finden. 2.) Was machen Sie eigentlich mit Deutschen, die im Ausland leben, oder mit Ausländern? Benötigen diese auch eine Meldebestätigung? 3.) Um das Problem "kulanterweise" zu lösen, riefen wir bei meinem Arbeitgeber an, der mir meinen Wohnsitz bescheinigte. Welch hanebüchener Unsinn! Denn zu keinem Zeitpunkt wurde die Legitimität dieses Arbeitgebers in Zweifel gezogen. Auch wenn ich tatsächlich dort angestellt bin und wir auch tatsächlich die Kollegin aus der Personalabteilung am Telefon hatten, hätte ich genauso gut einen Freund anrufen und ihn um diese Aussage bitten können. 4.) Meine Reisepassnummer wurde meines Wissens nach nicht notiert. Ich halte also fest: Wäre es meine Absicht gewesen, einen Wagen zu stehlen, wäre mir dies recht leicht gefallen. Hätte ich meinen Arbeitgeber nicht erreicht, (zum Glück war es 13:30 und nicht 16:30 Uhr), hätten Sie einen Kunden weniger gehabt. Ob ich noch einmal bei Ihnen ein Auto anmieten werde, muss ich mir genauer überlegen. Ob Sie sich das angesichts der Wirtschaftslage und des umkämpften Marktes erlauben können, überlasse ich Ihrem eigenen Urteil. Mit freundlichen Grüßen, Julian Finn Trackbacks
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naja die Frau von der Personalabteilung geht dann heim
Die Katze besitzt ein solches Dokument nicht, und ist mit Europcar immer gut gefahren.
Ansonsten habe ich das deutsche Meldewesen ohnehin nie verstanden. Ich kann ja verstehen dass es nützlich ist wenn bekannt ist, ob wo z.B. eine alleinerziehende Mutter wohnt, damit man passend Kindergärten, Strassenkapazitäten usw. planen kann. Aber warum man stattdessen wissen will, ob genau ich an gegebener Stelle wohne, ist uneinleuchtend. Das geht die IMHO einen Dreck an. Lustigerweise haben nicht mal die Amtleute darauf eine sinnvolle Antwort gehabt was mir das bringt. (Ich hätte ja mindestens eine Rückfrage wie "Sind Sie deutsch genug, um wählen zu dürfen?" erwartet.) Genau einmal hatte ich den Fall, dass ich eine Adresse hätte nachweisen wollen, und ein deutscher Perso hätte die Sache vereinfacht, aber ich weiss schon nicht mehr, was das war, so spannend kann das also auch nicht gewesen sein. Ich glaube, ein Paket für meinen damals-noch-nicht-Ex bei der Post abholen oder so. (Und die Amtsleute wussten den Fall offenbar auch nicht.) Aber ich sehe schon, ich bin so eine undeutsche Querulatin, die nicht begriffen hat, dass "bei Euch" nicht der Staat dem Bürger dient, sondern umgekehrt. "Und weg." Ich versteh nur zu gut was du meinst. Leider wird mein "Vaterland" England (im Gegensatz zu meinem "Mutterland" Deutschland
Ja ach, preaching to the choir, much?
Im Laden um die Ecke gibt es salt'n'vinegar crisps, Newcastle Brown, und deutschmaessiges Brot (Auch die Deutschen kriegen ja mal was hin. Bestellen tut man das mit, "Seht her, ich bin eine verrückte Ausländerin. Gebt mir ein Brot dass wenn ich jemanden damit bewerfe der nicht wieder aufsteht!" Dann geben die Dir ein korrektes Brot von dem viele behaupten es gäbe das hier gar nicht anstelle der ortsüblichen Watte und lachen sich dann kaputt. Das ist Arbeitsethos! /"Everybody knows the centre of the universe if Huddersfield! That's why I don't live there anymore! I live in Los Angeles! It's great!"/ Hach, schwierig, schwierig. Die USA kann ich mir auch nicht so recht vorstellen. Kanada vielleicht? Oder San Francisco? Evtl auch Schweden. Sollte ich mal Kinder wollen, wäre das echt eine Möglichkeit.
Was ich an England bei meinem letzten London-Besuch bemerkt habe, ist dass die Regel-Nonkonformität dort eben mit diesem ganzen Überwachungskram bricht. Natürlich gibt's da überall Kameras, aber eben jene würden mir in Deutschland mit seiner Duckmäuser-Bevölkerung eben mehr angst machen. Bei aller Repression hat England dennoch genügend Nährboden für Freaktum. Leute kümmern sich nicht um all die staatlichen Ordnungsversuche. Aber auch das ist sicher nur ein Eindruck... Aber USA? Gut, Kalifornien ist deutlich grüner als der Rest, aber auch dort gibt's mir zu wenig echtes Umweltbewußtsein, was auch ein Kriterium für mich ist... Wir werden sehen, erstmal bleib ich hier Wie lang bist du eigentlich dort? Ist das was permanentes oder erstmal zeitlich begrenzt? SFO ist übrigens auch USA, nur dass Du's weisst!
Ich selbst lebe in WeHo, dass ist eine Stadtemulsion, namentlich eine Stadt, die komplett von Los Angeles umschlossen wird (Angelina bin ich also trotzdem), die sich davon aber dadurch unterscheidet, dass es hier Gratis-Shakespeare gibt und Fahnenmasten immer in 3er-Gruppen stehen (1x USA, 2x Regenbogen – das ist der selbe Regenbogen, der hier auch auf cop cars drauf ist – ja, genau der Regenbogen). Eine Menge Läden hier in der Gegend ist auch in cyrillic beschriftet (leider habe ich mir das im Suff beibringen lassen, und kann das jetzt auch nur im Suff lesen), manche sogar ausschliesslich. Man erkennt unschwer: eine Menge cliches über die USA gilt hier schlicht nicht. Ansonsten ist das Kaliforneiäh, so daß ich mein carsy smog-testen lassen musste, noch besser sind natürlich Hybrids. Dieses Auti ist übrigens entgegen meinem ursprünglichen Plan kein cliche-Erfüllungs- will sagen Beach Bunny-Mobil; statt des geplanten Jeep Wrangler gab's ein Toyota ... sportscar, if you can call it that. What can I say, I'm a stickshift girl all the way, automatic gear = not a sportscar. Anyway. Der Punkt ist, das ist kein convertible, damit ich damit ggf. nach Toronto umziehen kann. Ist ja nicht so, dass ich diese Gedanken nicht auch schon mal gehabt hätte. .ca ist wohl das "einfachere Amerika" für Europäer, aber dafür ist das Wetter auch scheisse. Und der glamour factor fehlt halt auch. Ich wohne halt schon gerne wo, wo's cool ist. Schweden ist das selbe wie .ca – gloriose Landschaft, brillante Politik (Anzahl der Frauen in der Politik, schwedische Prostitutionsgesetze, Piraten, ...). Klar, die Sprache ist nicht so der Hit, aber naja, wenn Du Dir einen Sprachkurs anhörst, kannst Du ohne jedes Vorwissen die Hälfte verstehen, einfach, weil die da langsam und deutlich sprechen und, naja, "Wechselkurs" ist auf Schwedisch "Växelkurs." Klingt also doof (wie Deutsch auch), sollte aber erlernbar sein. Vielleicht nicht perfekt, aber mit der Differenz macht man dann auf sexy exotic foreigner, fertig ist die Laube. Ach so, und Lagomhet natürlich. Prima Leute, diese Schweden. So. Über Dauer kann ich noch nichts sagen außer, /Ich geh meine eigenen Wege ein Ende ist nicht abzusehen eigene Weg sind schwer zu beschreiben sie entstehen ja erst beim Gehen/ PS Die Kanadier geben Dir 6 Monaten auf visa waiver IIRC, wenn Du mal testen willst. Ach so, und man denkt u.U., wieso Toronto, Montreal, wg Französisch, aber üblicherweise auch nur, bis man Wetterdaten verglichen hat.
Mietpreise To erträglich IIRC, jedenfalls im Vgl. mit WeHo oder, o schauder, Paris. Klingt fantastisch!
Meine Ex (die du ja auch mal kennen gelernt hast) hat für ein Jahr in Schweden gelebt, da war ich dann recht häufig dort. Familiengesetzgebung ist großartig und macht sich auch ziemlich deutlich bemerkbar: Überall sieht man ca. 25jährige Eltern. Die mehrheit aller Kinder in Schweden wird unehelich geboren, hohe Elternrate bei Studenten, etcetc. Mal sehen, wo es mich hin verschlägt. Jetzt mach' ich erstmal mein Diplom fertig. Dass mir mein Arbeitgeber so gut gefällt, kommt meinem Wegzugswunsch nicht gerade entgegen. Ja, dann hast Du ja noch Zeit zum Überlegen. Bei mir war das dann plötzlich alles sehr spontan.
Ach so, noch was, Rudi, lass es sein mit der Gui– äh ... Eines noch das erwähnenswert ist: WeHo ist walkable. Allein daran erkennt man ja schon, daß man nicht in LA ist. Mit SF hätte ich wohl auch gut leben können (insbesondere, wenn ich vorher den Pfannkuchen LA nicht gesehen hätte). Muss man halt für sich entscheiden, ob man mehr Wind für einen bug oder ein feature hält. Mein Opa ist Segler, ich wäre es gerne, wenn ich das Geld für ein Boot hätte. Ich fahr gerne dort in den Urlaub, wo es besonders windig ist. Noch Fragen?
Vor SFO habe welche Segeln gesehen, leuchtet ja auch ein. Meine roomie geht dieses Wochenende hier, aber ob das wirklich Segeln oder mehr so an Deck liegen und Bräunen wird, muss sich noch weisen.
Ansonsten gilt der alte Seglerspruch "Wieso segeln, da kann ich auch unter der kalten Dusche 100 EUR-Scheine zerreissen" hier in der Form natuerlich nicht, weil das Wetter einfach zu gut ist. Aber vielleicht ist es dann auch nicht hart genug, keine Ahnung. Add Comment
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