So kann's gehen: kaum in der Arbeitswelt angekommen, schon zu wenig Urlaub um sich drei Tage Konferenz leisten zu können. Dann also 2, immerhin. Und zwei Tage Re:Publica kann man auch durchaus so doll treiben, als seien es drei oder vier.
Nach komatösem Schlaf für 12 Stunden nun also ein paar extrem subjektive Gedanken dazu:
Im Jahr 2 hatte ich, vielleicht auch ob des Programms, den Eindruck, die Re:Publica sei ein wenig erwachsener und auch konzeptioneller geworden. Zumindest wollte mir dieses Jahr nicht alle 2 Minuten jemand seine Geschäftsmodelle für's webzweinull erzählen und auch ansonsten war ich meist in angenehme Plausche verwickelt. Gleichwohl habe ich mich bereitschlagen lassen zu einer Firmenparty am zweiten Tag zu gehen, um festzustellen dass die Getränke was kosten. Oder ich war zu spät da. Fand ich auf jeden Fall komisch von denen.
Programmtechnisch gab's wohl acuh interessante diskussionen aber ich habe sie leider verpaßt. Musik im Netz war leider auch deshalb ein Reinfall, weil Sascha Kösch viel zu viel gesprochen hat, ohne etwas zu sagen. Und weil der Focus ein wenig verloren gegangen war. Tim Renner hingegen hätte den ganzen Abend alleine bestreiten können. Großartig.
Monochrom waren ebenfalls lustig, nicht nur der Titel des Vortrages "First they Twitter, later they shit on your Head", sondern vor allem die von Johannes vorgelesenen Kommentare beim
Video "ICH" sind der knaller, und Monochrom sind ohnehin jederzeit sehenswert.
Blogger-Jeopardy war gut gemeint aber leider ein wenig Chaotisch, das Konzert der Toten Cracknutten im Kofferraum, einer Berliner Elektropunk-Gruppe, bestehend aus 11 pubertären Mädchen, war ein bisschen lustig, interessanter war's dann aber doch, draußen über Politik zu diskutieren.
Wenn ich an das Publikum denke, so bin ich irritiert. Es ist faszinierend, wie dieser Haufen aus Hackern, Business-Menschen, kreativen, politisch interessierten und völlig apolitischen Menschen zusammen paßt, unter einem großen gemeinsamen Nenner der sich "Internet" nennt. In nur wenigen Jahren werden wir wahrscheinlich darüber lachen, es wird uns absurd vorkommen, wie man sich zu einem solch alltäglichen Thema treffen konnte, und vor allem was für Menschen sich bereit erklärten, sich zu einem solchen Thema mit anderen auseinander zu setzen. Bis dahin werden wir aber sicher noch ein paar mal zusammen kommen und darüber diskutieren, wie diese Welt aussieht, die uns dann belächelt. Und wir werden es gerne tun.