Nachdem ich ja vor einiger Zeit über all die Serien schrieb bei denen ich mich freute, staffel zwei, drei oder vier zu sehen, soll nun ein kurzer Abriss darüber folgen, was neu ist bei den US-Amerikanischen Fernsehsendern.
Bionic Woman
Bionic Woman war erwartungsgemäß ein voller Reinfall. Frau wird nach einem schweren Autounfall mit Cyborg-Technologie ausgestattet und soll als Super-Soldatin arbeiten. Weil sie das nicht möchte lebt sie fortan mit superkräften und muss vor den bösen fliehen die irgendwo im Militärisch-Industriellen Komplex angesiedelt sind. Die Serie hat weder Überraschungen parat noch besonders tolle Ideen und manövriert permanent im Mittelmaß. Langweilig.
Journeyman
Journeyman war in seiner Pilotfolge tatsächlich relativ vielversprechend: Durchschnittlicher Familienvater wird unkontrolliert in die Vergangenheit versetzt, in der er die Zukunft zum guten beeinflussen soll. Leider ist in Folge zwei nichts von diesen guten Ideen übrig geblieben: Mittelmäßige stories und viel zu viel Focus auf die Probleme die der Hauptprotagonist in der Gegenwart hat. Bisher konnte ich mich nicht motivieren, mehr als zwei Folgen zu sehen, wenngleich mir gegenteiliges empfohlen wurde. Vielleicht wenn ich einmal viel Zeit habe.
Life
Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein Cop sitzt 12 Jahre einer lebenslangen Haftstrafe ab, bevor sein Prozess aufgerollt wird und er frei kommt. Er entscheidet sich wieder in den Dienst zu treten und arbeitet fortan bei der Mordkommission. Die Serie ist, für eine gewöhnliche Kriminalserie, erstaunlich gut umgesetzt. Statt so viele mögliche Dinge falsch zu machen, fokussiert die Serie vor allem auf die Psychologie des Hauptcharakters. Sie zeigt einen Polizisten der versessen darauf ist, keine Voreiligen Schlüsse zu ziehen und eine herausragende Fähigkeit hat, sich in Verdächtige und Angehörige hinein zu versetzen. Life kann man empfehlen. Nicht für Menschen die keine Zeit für mehr als drei Serienfolgen in der Woche haben, aber für Wochnenden im Bett oder krankheitsbedingtes Zuhausebleiben durchaus eine Option.
Big Bang Theory
The Big Bang Theory ist in gewisser Weise eine amerikanische Version von "The IT Crowd", wenngleich die wirkliche US-Version der Serie noch kommen wird. Eine (für den Normalgeschmack) hübsche aber dumme Blondine zieht in das Appartment neben dem zwei Nerds. Den rest kann man sich fast schon denken. Die Serie ist voll mit Klischees und noch viel mehr plattem Humor. Und dennoch macht sie Spaß in gewisser Weise. 25 Minuten Situationskomödie die man sich anschauen kann, wenn man möchte. Und wenn man ein wenig Zeit hat. "Muss man sehen" sieht anders aus.
Die beiden größten Überraschungen der neuen Saison sind mit Abstand
"Californication" und "Pushing Daisies".
Pushing Daisies erinnert in so vielen verschiedenen Weisen Roald-Dahl-Verfilmungen (allen Voran der Neuauflage von "Charlie and the Chocolate Factory"), dass man sie fast alle nicht aufzählen kann. Eine großartige Serie um einen Mann der Menschen für eine Minute reanimieren kann bevor entweder sie oder ein anderer Mensch in der Umgebung sterben. Die Serie lebt von wunderbaren überzeichneten Klischees, von Surrealen Geschichten und bunten, märchenhaften Bildern und auch wenn ich bislang nur die ersten beiden Folgen gesehen habe, bin ich völlig begeistert. Muss man gesehen haben. Dringend.
Californication hätte ich ja fast nicht angeschaut. Der Grund: Ich hatte David "Akte X" Duchovny nichts zugetraut. Was für eine Fehleinschätzung!
Besagter Herr Duchovny spielt einen alternden Schriftsteller mit Schreibblockade, der sich quer durch LA vögelt und dabei eine extrem Lockere Einstellung zum Leben zeigt. Gleichzeitig zeigt die Serie aber auch eine Gestalt hinter dem Sexsymbol die sich nach dem alten Leben mit Familie zurück sehnt. Californication ist großartig auf verschiedenen Ebenen: lustig, kaputt und psychologisch spannend. Faszinierende Charaktere und eine Menge Unterhaltung. Muss man ebenfalls gesehen haben. Ebenfalls dringend.