Verächtlich ist es, wenn sich ein großes Presseorgan selbst zensiert, weil die, die bei sich ohnehin keine Meinungsfreiheit dulden, wegen Intoleranz wettern. Peinlich ist es, wenn das auf Druck einer Regierung passiert, die lieber ein paar Milchtüten mehr verkauft, als fundamentale Menschenrechte zu verteidigen.
Erbärmlich wird die ganze Sache dann, wenn erst einmal klar ist, worum es eigentlich geht:
Die
Karikaturen, wegen derer der radikale Teil der muslimischen Welt in Aufruhr ist, waren Teil eines Experiments der Zeitung Jyllandsposten: Wie viel Selbstzensur legen sich dänische Künstler auf, wenn es darum geht, offensichtliche Tabus zu brechen? Der Anlass - ein Kinderbuchverlag konnte keinen Zeichner finden, der sich traut ein Bild von Mohammed zu malen - war also in keinster Weise fremdenfeindlicher oder leichtfertiger Natur. Viel mehr hatte man sich ernsthafte Sorgen um den Zustand von Meinungsfreiheit im Land gemacht. Dass Jyllandsposten deshalb jetzt einknickt, ist -ich sage das gerne noch einmal - erbärmlich.
Henryk Broder bringt das ganze im Spiegel recht schön
auf den Punkt.