Oh Wunder: kaum ist man selbst bedroht, kann man auch das Problem nicht mehr leugnen. In diesem Fall
warnt die Chicagoer Polizei ihre MItarbeiter davor, dass in den USA der Schwarzmarkt für Telefon-Verbindungsdaten boomt. So rät der dortige Polizeichef seinen Mitarbeitern als letzte Notmaßnahme vorsichtig mit ihrer Telefonnummer umzugehen: "Officers should be aware of this information when giving out their personal cell phone numbers to the general public" - Symptombekämpfung also, auch wenn er auch fehlende Gesetze zur Verhinderung von Datenmissbrauch anmahnt.
Dass uns in Europa noch viel mehr blühen kann, wenn erstmal eine umfassende Vorratsdatenspeicherung in Kraft tritt, die ja nicht nur speichert wer mit wem telefoniert hat, sondern auch wer wen erreichen wollte, wo die Person zu diesem Zeitpunkt war und wer mit wem im Internet kommuniziert. Mißbrauchszenarien gibt es da natürlich tausende. Es scheint dagegen immer noch nicht nicht so ganz bewußt zu sein, dass solche Datenspeicherungen auch in falsche Hände gelangen können. Korrupte Telco-Mitarbeiter? Oder gar Beamte? Niemals! Oder doch? Immerhin ist sowas ja ganz schön wichtig wichtig für die Privatwirtschaft. Denn, so spricht Ernie Rizzo, ein Privatdetektiv aus Chicago: "I would say the most powerful investigative tool right now is cell records. I use it a couple times a week. A few hundred bucks a week is well worth the money"