War klar: Yahoo schlägt mal wieder zu, und kauft einen der letzten Großen unabhängigen (naja fast, Venture-Capital gabs ja vorher schon für die) Teile dessen, was sich im allgemeinen Web 2.0 schimpft. Und: alle sind irgendwie sauer.
Warum eigentlich? Ich meine es ist ja nicht so, dass del.icio.us ein stück unglaublich komplexer Software wäre: nein, es gibt zum Beispiel mit de.lirio.us sogar ein Projekt das das ganz gut nachmacht.
Will sagen: Web 2.0 besteht zum großen Teil aus Ideen, die man mit etwas Zeitaufwand auch selbts umsetzen kann. Und vielleicht noch ein bisschen viel Traffic auf dem Server, wie bei jedem Hype. Alles andere kann man selbst machen, da muss es nicht um Firmen gehen, die alles aufkaufen oder selbst bauen, um sich dann von einander abzuschotten und das Web zu ghettoisieren. Ich stelle mir viel mehr vor, dass "Die Leute" [tm] hingehen, sich eben selbst mal ihr de.lirio.us weiter bauen. Gibt auch tausend Ideen was man noch besser machen könnte. Und es gibt dann Alternativen, die nicht darauf beruhen, dass mit unseren Daten Raubbau betrieben wird, oder dass immer mehr Menschen gruppenweise statt plattformübergreifend kommunizieren. Also: Web 2.0 zurück holen. Mit eigenen Diensten, die vielleicht auch nicht zwingend auf einem zentralen Server basieren. Ich stelle mir da viele Server vor, die untereinander Metadaten austauschen, verschiedene Software, die auf dem gleichen Protokoll miteinander redet, aber eben völlig unabhängig voneinander ist. Ein Fotodienst der vielleicht auch Dezentral gelagert ist, haufenweise coole Web-APIs mit denen man rumspielen kann. Blogs gehen doch in frei - warum nicht der Rest?
Und wenn "unser" Web 2.0 dann mal gut ist, vielleicht de.lirio.us (oder ein Projekt das nicht im Alphastadium einschläft) besser ist als das Original, dann können auch Yahoogle anklopfen und so wie im Jabber-Falle offene Protokolle übernehmen. Ob die dann mit deren Kunden Datenraubbau betreiben ist mir dann auch egal, ich bin zumindest ein ganzes Stück weniger abhängig.