Bei Kiepenheuer und Witsch ist kürzlich das Buch "Wir sind der Iran" über iranische Blogger erschienen. Natürlich interessiert mich das und so gab's eben eine kurze Mail an die Pressefrau bei Kiwi. Deren Antwort war aber weniger nett:
Sehr geehrter Herr Finn,
Unser Kontingent an Pressefreiexemplaren ist beschränkt, daher können wir
leider Online-Magazine, private Weblogs etc. nicht bemustern. Ich hoffe, Sie
haben Verständnis für unser Vorgehen
Meine Antwort war genauso nicht nett und wies auf die wachsende Bedeutung von Weblogs hin und äußerte Unverständnis gerade bei diesem Thema solche Regeln gelten zu lassen, auch weil ich anmerkte dass ich dafür die nötige Zielgruppe an Lesern habe.
Promoexemplare anfagen und bekommen ist nicht unüblich. Unsere Arbeit bei echoes-online.de wäre ohne diese fast unmöglich und im professionellen Umfeld wird ohne Bemusterung kein Finger gerührt.
Aber worauf will ich eigentlich hinaus?
Ich möchte einen kleinen Aufruf starten, der zum Ziel haben soll, dass Online-Publikationen im Amateurbereich mehr Anerkennung finden. Viele Weblogs übertreffen kommerzielle websiten an Besucherzahlen und viele Webseiten haben deutlich mehr Leser als gedruckte Magazine. Also brauchen wir diese Wahrnehmung auch bei den Firmen.
Deshalb, liebe mit-blogger: wenn ihr Kritiken zu gerade erschienenen Dingen schreibt. Sei es ein Buch, ein Tonträger oder ein Film, und wenn ihr der Meinung seid, dass diese Kritik gut genug ist, dann schickt sie doch an die entsprechende PR-Stelle bei Verlag, Label oder Verleih. Die können ihre Pressemappe damit füttern und nehmen wahr, dass Weblogs eben doch relevanz haben. Und das ist wichtig. Nicht, damit ich in Zukunft ein 10-Euro-Buch umsonst bekomme, die kriege ich gerade noch bezahlt. Aber damit es eben in Zukunft die Chance gibt, dass gute Publikationen als solche behandelt werden. Egal ob online oder offline, professionell oder als hobby betrieben. Die entsprechenden Grenzen verschwinden ohnehin rapide.