Wenn man gleich schon die Übersetzung des Titels verkackt, kann's in der Regel mit dem Film auch nichts mehr werden. Im Falle des Riesen-Kaninchens (was in aller Welt hat die Übersetzer davon abgehalten, Wer-Hase zu schreiben, es gibt ja auch keine Riesenwölfe?!) geht das aber grundlegend in Ordnung, zumal wir hier im Kino ohnehin nur die deutsche Version angeboten bekommen und Nick Park / Aardman-Filme so etwas wie Pflichtprogramm darstellen (nagut, fast. ich habe Chicken Run auch nicht gesehen).
Also: "Der Fluch des Riesen-Kaninchens". Das optische vorweg: alleine wegen den anderthalb Stunden Knetfiguren-Animation ist der Film sehenswert - brillianteste Stop-Motion.
Und sonst: Es ist bemerkenswert, wie feinsinnig eine solch harmlose geschichte sein kann. Wie unglaublich britisch-unschuldig ein solches Abenteuer für wirklich jede Altersklasse gestaltet werden kann, ohne dabei Disney-Kitschig oder anderweitig billig zu wirken. Und es ist ebenfalls bewundernswert, wie man Anspruch generieren kann, ohne Unschuld zu verlieren, in dem man beispielsweise Witze einbaut, die so am rande gesehen auch für sich funktionieren, ohne dem Film etwas zu nehmen, wenn man sie nicht versteht. Davon abgesehen hatte ich bei den bisherigen Geschichten des findigen Tüftlers und seines Hundes in Erinnerung, ein klein wenig mehr und lauter gelacht zu haben. Kann aber auch daran liegen, dass das schon beinahe zehn Jahre her ist. In jedem Fall: "The Curse of the Were-Rabbit" ist wirklich empfehlenswert und mein heißer Kandidat für den Animations-Oscar, zumal diese ganzen 3D-Produktionen dieses Jahr (Robots, Madagascar - liegt wohl auch am Fehlen eines neuen Pixar-Films der erst 2006 kommen soll) massiv an Glanz verloren haben.