Ich ahne nichts gutes, als das klingeln unseres Weckers vom heulenden Wind übertüncht wird. Und tatsächlich: als wir nach Abgabe unseres Autos in Stornoway und längerer Busreise in Leverburgh ankommen, erklärt uns der Busfahrer, die 12-Uhr-Fähre sei erst einmal gestrichen, wir sollten es um 13 Uhr nochmal telefonisch bei der Reederei versuchen. Also setzt er uns in Leverburgh in einem Cafe ab, abwarten und tee trinken - wortwörtlich. Ein Mädchen das ebenfalls nach North Uist will, erledigt den Anruf und erfährt, dass um 13:30 tatsächlich ein Schiff fahren soll - die Verkäuferin im Laden der ebenfalls zu diesem Haus gehört, ist so freundlich uns die fünf Auto- aber wahrscheinlich 20 Fußminuten durch Regen und Wind zu fahren und so kommen wir tatsächlich nach etwas rauher Überfahrt in Berneray an. Ziel: das Hostel am anderen Ende der Bucht. Dank der Freundlichen Hilfe einiger Straßenarbeiter die ebenfalls mit dem Schiff gekommen sind, landen wir auch bald an eben der Nordspitze dieser winzigen Insel, die per Brücke mit North Uist verbunden ist, und sind zum ersten mal in diesem Urlaub alles andere als angetan vom Hostel: Was von aussen faszinierend aussieht (Reetbedeckte Steinhäuser direkt am Ufer, das nächste Wohnhaus sicherlich einige hundert meter entfernt, ist von innen alles andere als schön. Die Küche zwar geräumig aber eher kalt, die einzigen anderen Hostelgäste ein stiller, vor sich hin starrender alter Mann und eine Frau die uns auch sehr unsympathisch herüber kommt. Die erklärt uns gleich, dass das eine Schlafzimmer gar keine Heizung habe, das andere (im zweiten Haus) aber schon, dafür sei die Dusche kaputt. Na super. Besagtes Schlafzimmer ist genauso einladend wie die Erklärung der Frau: Kalt, ungemütlich, dreckig und auf dem einen Bett finden wir eine Kellerassel. Nach einem kurzen Spaziergang und der Erkenntnis, dass Berneray auch als Insel gänzlich unspannend ist, entscheiden wir uns kurzfristig, den letzten Bus nach Lochmaddy zu nehmen, dort soll noch ein "Outdoor Centre" genanntes Hostel sein. Angetrieben wird unsere Entscheidung auch von der Antwort "Viel Glück", die uns ein Einheimischer auf meine Bemerkung hin, wir seien auf der suche nach einem schönen Stück Landschaft in der Nähe, entgegenwirft, sowie dem Eindruck, dass die anderen Hostel-Leute nicht nur komisch sind, sondern auch ganz froh, dass wir wieder abreisen.
Um 18:40, die Sonne geht schon unter, holt uns dann der Bus ab. Nur 1,20 für die fast halbstündige Fahrt, inklusive der Freundlichkeit des Fahrers, uns bis direkt vor die Hostel-Tür zu fahren. Die Tür ist offen, drinnen ist keiner, ein kleiner Zettel bittet uns, die 11 Pfund pro Nacht in den Büro-Briefkasten zu werfen. Ein riesiger Aufenthaltsraum mit gemütlichen Sofas sowie eine gut ausgestattete Küche und wirklich angenehme Schlafzimmer versöhnen uns wieder mit dem Tag, der wirklich unangenehm zu enden drohte. Wir entscheiden uns gegen selbst-kochen und holen uns eine leckere Mitnehm-Mahlzeit vom nahe gelegenen Hotel.
Die Jugendherberge ist, so erfahren wir, eigentlich ein Sportzentrum, in dem vor allem im Sommer Klettern, Abseilen, Kajak, Sportboot und alles mögliche andere angeboten wird - sicher eine tolle Sache, aber wir wollen - auch wegen des unsicheren Wetters, nur herunter von der Insel. Besonders, da uns eine später angekommene Schottin erzählt, sie starte morgen den zweiten Versuch, von Uist weg zu kommen, da die Fähre nach Oban heute schon gestrichen worden sei. Und so, wie die beiden Touristen von denen sie erzählt, wollen wir nicht enden: die haben ihren Flug verpasst und sitzen auf Uist fest - ich kann mir angenehmeres vorstellen.
Der Abend endet gemütlich, bei den meisten mit Buch im Sofa, ansonsten beim Schachspiel mit einem jungen Franzosen der gegen neun mit den Worten "Wo bin ich hier?" herein kommt. Falsche Frage, richtige Intention: er ist tatsächlich auf der Suche nach dem Outdoor Center und wir können ihm sogar mit etwas Essen aushelfen, der Bub hat rein gar nichts dabei, sich aber vorgenommen auf der Insel etwas Lauftraining zu absolvieren. Bei dem Wind wünschen wir viel Spaß und gehen früh ins Bett, das Schiff morgen früh fährt um halb acht.
Nachdem es einige Beschwerden über die Länge meiner Texte gab und ich nun auch mal dazu komme, mich darum zu kümmern, wollte ich hier den schon beschriebenen Urlaub zusammenfassen. Nach langer Busfahrt ankunft in Portree, der Hauptstadt der Isle of Skye
Tracked: Oct 19, 19:46