Dieses mal kein Sonnenstrahl der mich weckt, sondern zwei wie vierzehn aussehende schwäbische Abiturientinnen, die in unserem Schlafraum zwar flüstern aber dafür laut Kichern. Die sind ohnehin komisch drauf, finden alles "voll abgefahren" und lesen zum Frühstück erst einmal ein paar Psalme in der Bibel - zum Glück ist solches Volk in den Hostels hier eher die Ausnahme, die Australier und der Schotte gestern Abend waren zumindest deutlich angenehmer.
Heute ein bisschen mehr Autofahren. Wir verlassen das Hostel in Na Gearranan, um in der Nacht ein wenig näher an Stornoway sein zu können - morgen früh um 9 muss das Auto zurück sein. Also: Cearsiadair - "Das Hostel das es nicht gibt" - zumindest nicht auf den meisten Karten, aber immerhin auf dem Werbeflyer der Gatliff Society.
Und tatsächlich: direkt am Ufer des Loch Eireasort gelegen, kommen wir zu einem Haus, das heute komplett verschlossen ist - lediglich ein kleiner Zettel mit dem Hinweis, doch bei Herrn Donald MacLeod gegenüber zu fragen, gibt uns die Hoffnung, hier übernachten zu können. Und tatsächlich. Als ein recht unfreundlicher Mann öffnet und uns gegen 9 Pfund pro Person einen Schlüssel gibt, finden wir ein schönes, aufgeräumtes und geräumiges Hostel vor, das mit Heizung, Warmer Dusche und sogar einem Fernseher aufwarten kann. Was will man mehr? Nunja. Eine Waschmaschine gibt's auch, mit 20-pence-einwurfautomatik. Genau die bringt uns in größere Schwierigkeiten, als 20 Pence gerade mal ein paar minuten halten, die restlichen 60 Pence die wir besitzen, die Maschine auch nicht zu Ende laufen lässt und es schon 10 Uhr am Abend ist. Der Arme Wolfgang wird zu McLeod geschickt, um Geld zu wechseln und bekommt nach einigen Unmutäußerungen seitens des Verwalters auch ein weiteres Pfund in entsprechenden Münzen. Also: tolles Hostel aber der Verwalter ist unfreundlich - naja, was soll's, nächstes mal nehme ich ein Pickset mit und knacke eben das Zylinderschloss am Stromautomaten.
Zurück zur Tour: nach kurzem Einchecken fahren wir weiter nach Tarbert, wo natürlich - wie sonst auch überall - alles geschlossen hat. Sonntag ist in dieser Gegend besonders heilig, vielleicht auch eine Erklärung für die unfreundlichkeit des Verwalters, auf jeden Fall gibt's nicht mal was zu Essen dort. Weil wir uns ein wenig verfahren, kommen wir nach Scalpaigh, wo Schottlands ältester Leuchtturm steht. Aufgrund allgemeiner Unlust, wieder durch das Moor zu wandern, bekommen wir aber nur einen entfernteren Blick von einer befestigten Straße etwas weiter weg. Nach kurzer Proviantpause dann weiter nach Sheileboist, das zum ersten mal in diesem Urlaub einen Sandstrand versprechen soll.
Die Fotos die wir kennen sind dann auch nicht gelogen: eine wunderschöne Bucht mit wirklich überall konkurrenzfähigen Sanddünen, ein Strand wie aus einem Bilderbuch und ein wenig Klippenklettern schliessen unsere Tour für den heutigen Tag ab - auf der Rückfahrt noch ein paar Fotos und dann sind wir auch froh, wieder im Hostel zu sein, diese Nacht für uns alleine.
Nachdem es einige Beschwerden über die Länge meiner Texte gab und ich nun auch mal dazu komme, mich darum zu kümmern, wollte ich hier den schon beschriebenen Urlaub zusammenfassen. Nach langer Busfahrt ankunft in Portree, der Hauptstadt der Isle of Skye
Tracked: Oct 19, 19:46