Samstag, der erste richtige Tag mit eigenem Auto. Planung: an der Westküste von Lewis hinauf bis zur Spitze, von dort aus die Ostküste entlang wandern. Vorher machen wir noch Halt beim Black House in Arnol. Da ist angeblich ein Eisenzeit-Museum, aber der Eintritt von 4 Pfund schreckt uns ab. Die weitere Fahrt ist leider etwas langweilig, direkt an der Küste geht der Weg nur selten. Um so schöner dann der Anblick an der Nordspitze: ein Leuchtturm, eine Steilküste und vor uns das Meer. Und zwar nur das Meer, bis zum Nordpol. Beeindruckendes Gefühl. Nach einer kleinen Klippenwanderung mit faszinierenden Ausblicken auf heranpreschende Wellen und spritzende Gischt soll es weiter zum "Heritage Trail" gehen. Was auf der Karte wie ein wunderbarer Wanderweg aussieht, entpuppt sich erst einmal als unbefestigte Straße mit vielen Schlaglöchern, die irgendwann bei einer 3-Häuser-Siedlung endet. Als wir umdrehen und am Ende dieses Pfades einen Menschen nach dem "richtigen Weg" fragen, erklärt dieser wir müssen doch zurück, da parken und "hinter der nächsten Steigung wird es wunderschön". Wunderschön matschig zumindest, wir landen auf einem markierten aber vollends unbefestigten Trampelpfad durch das Moor. Das eigentliche Ziel, einige Ruinen an einer Steilküste, lassen wir dann doch zugunsten unserer Schuhe sein, es ist nass genug geworden auf den paar hundert Metern. Zurück in unserem kleinen Hostel erst einmal etwas essen, während die Schuhe trocknen, danach die nächsten Tage planen (morgen nach Harris, zwischen Tarbert und Stornoway in einem Hostel übernachten, Montag früh das Auto zurück geben, mit dem Bus nach Leverburgh, mit dem Schiff nach Berneray auf North Uist. Angeblich ebenfalls ein strohbedecktes "Black House", dieses mal an einer Sandküste. Heute aber erst noch das Nachtleben von Stornoway. "Dorfjugend" ist immer ein schöner Begriff, hier ist es aber fast schon Dorfkindheit, zumindest sehen viele hier so aus. Wir entscheiden uns zuerst für ein Pub, das aber nicht allzu viel zu bieten hat, bekommen dann aber den Hinweis, doch ein paar Straßen weiter in einer Bar vorbei zu schauen. Da gibt es live-Folk und wir werden auch gleich von einem sturzbetrunkenen Einheimischen angesprochen. Der spielt selber Fidel, findet die Musik total schlecht und ist, wie wir später erfahren, der Sohn vom Reverend. Schade dass er so besoffen ist, kommt uns eigentlich wie ein ganz intelligenter und netter Zeitgenosse vor, der uns sicher die ein oder andere Geschichte hätte erzählen können - sofern wir sie denn verstanden hätten. Zu uns gesellt sich dann noch ein weiterer Mensch, der - so stellt sich heraus - Metzger ist und uns unbedingt empfiehlt, Black Pudding zu essen, was wohl Rinder-Haggis ist. Ich winke dankend ab, unterhalte mich aber so gut es geht mit ihm, was eine Zeit lang ganz nett ist. Von dieser Bar aus werden wir dann zum "Clachin" (?) geschickt - das soll total klasse sein, ein Tanzabend in einer Kneipe wo wohl die Post abgeht. Der Metzger erzählt noch etwas von "furchtbarer Ort", aber wir wollen da mal vorbei schauen, und stolpern fast rückwärts wieder heraus: eine viertklassige Rockband gibt - sofern wir es feststellen können - Coverversionen zum Besten während einige Mädchen in Cowgirl-Verkleidung (und nicht zur Figur passenden Oberteilen) den 18jährigen Geburtstag ihrer Freundin feiern. Ziemlich schreckliche Show und wir entscheiden uns dann doch für das Bett - ist auch noch eine ganze Strecke mit dem Auto zurück.
Nachdem es einige Beschwerden über die Länge meiner Texte gab und ich nun auch mal dazu komme, mich darum zu kümmern, wollte ich hier den schon beschriebenen Urlaub zusammenfassen. Nach langer Busfahrt ankunft in Portree, der Hauptstadt der Isle of Skye
Tracked: Oct 19, 19:46