Mit einem Sonnenstrahl durch das Dach des Steinhauses werde ich geweckt, die goldene Regel "gleich aufstehen, was zu tun ist tun, nicht erst eine Stunde warten" kenne ich noch nicht. Also gehe ich im aufziehenden Regen an den Strand, bekomme noch ein halbwegs sonniges Bild von der Bucht, werde aber auf dem Rückweg erst einmal nass gemacht. Danach ohne Frühstück (kein Geschäft in der Nähe) mit dem Bus nach Stornoway, der Hauptstadt der Insel. Stadt ist übertrieben, 8200 Einwohner aber immerhin ein paar mehr Geschäfte als in einem normalen Dorf ähnlicher Einwohnerzahl. Die Busse sind zwar günstig, aber zu viert eben auch ein finanzieller Posten, weswegen wir nach einem Mietauto Ausschau halten wollen. Der uns empfohlene Autoverleih hat leider nur noch einen Kombi für 38 Pfund am Tag, schickt uns aber auf die andere Seite der Stadt, "MacKinnon verleiht auch Autos". Nagut, also zu MacKinnon, mittlerweile mit großem Loch im Bauch. Irgendwo im Industriegebiet versteckt, ist eine Autowerkstatt, auf der tatsächlich "MacKinnon Self Drive" steht, und die haben auch was für uns: 40 Pfund bis Montag für einen Kleinwagen, da sagen wir nicht nein. Danach Essen beim Inder (ganz nett), Internet in der örtlichen Bibliothek und ein kleiner Einkaufstrip. Das Internet stellt sich als kleineres Abenteuer heraus, da die Tastatur speziell für Sehbehinderte gestaltet ist, und somit mit 2x2cm großen Tasten aufwartet, deren Positionierung nicht immer der sonst üblichen gleicht. Deshalb nur ein kurzer Blogeintrag, ein schneller Blick auf mittlerweile viel zu viele unbeantwortete Mails und "Mal eben Spiegel querlesen", um auf dem neuesten Stand der Politik in Deutschland zu sein, immerhin ist es da ja gerade einigermaßen spannend.
Auf dem Rückweg lerne ich zum ersten mal aktives links fahren kennen (geht eigentlich), verfahre mich aber prompt. Auf dem richtigen Rückweg halten wir noch bei den Standing Stones of Callanish, ein keltischer Steinkreis. Wirklich faszinierend an dem Ort ist der mittlerweile unbändige Wind, der uns fast schon trägt und uns zu beinahe kindischen Spielereien hinreißen lässt. "Zuhause" in Na Gearranan zieht die See gerade wieder in die Bucht, während der Wind das Wasser gegen die Felsen peitschen lässt - ein beeindruckendes Schauspiel. Während die anderen lieber zuhause bleiben, zieht es mich noch einmal hinaus auf die Felsen, um Fotos zu machen. (Ergebnis später an dieser Stelle). Gar nicht ungefährlich übrigens, dort oben an der Steilküste zu fotografieren - der Wind ist inzwischen so stark, dass ich meine Kamera nicht still halten kann und mich breitbeinig gegen einen Felsen stemme, um nicht umgeweht zu werden. Das Ergebnis ist es aber wert, und so kehre ich nach einiger Zeit zu gutem, aber etwas ungewürztem (hier in der Jugendherberge gibt es wirklich nichts was nicht selbst mitgebracht wurde) Essen.
Nachdem es einige Beschwerden über die Länge meiner Texte gab und ich nun auch mal dazu komme, mich darum zu kümmern, wollte ich hier den schon beschriebenen Urlaub zusammenfassen. Nach langer Busfahrt ankunft in Portree, der Hauptstadt der Isle of Skye
Tracked: Oct 19, 19:46