Nun auf offiziell zuende: das Berlin05-Festival. Nach einem persönlich gesehen sehr blöd gelaufenen Tag (u.A. aus Verpeilungsgründen beim Schwarzfahren erwischt worden) sind wir nun auch zurück in Karlsruhe.
Die Zugfahrt war vor allem in kreativer Hinsicht ganz lustig: Was tun, wenn man auf zwei Sitzecken verteilt ist aber immerhin mal mehrere Laptops dabei hat?
Erstmal Ad-Hoc-Wlan aufbauen. Danach laute Kommunikation durch Chat vermeiden. Was aber, wenn kein IRC-Server installiert ist und "screen vi" auch nicht mag, weil screen nicht vorhanden?
Zumindest 2 user können eigentlich ganz nett per write kommunizieren. Nächstes mal professionalisieren wir das. Dann gibt's irc-server, tetrinet und gemeinsam lachen mit futurama über vlc gestreamt.
Was das Festival selbst angeht, große Ambivalenz:
Zum einen finde ich das Konzept sehr klasse. Ich glaube das ist ungefähr genau das, was mir als ich anfing mit 16 Jahren bei den Jusos einzusteigen gefehlt hat, ich hätte es in diesem Alter geliebt.
Andererseits gibt's da schon einige grobe Verpeilfaktoren.
Zum einen waren das nie und nimmer die über 10.000 angemeldeten Besucher. Okay, es hat sich etwas gestreut, aber ich glaube durchaus, dass sich da einige wegen des 29-Euro-Bahntickets angemeldet haben und niemals bis zur Wuhlheide gekommen sind.
Zweiter Punkt dann: schön und gut, wenn da viele Organisationen mit Ständen sind und auch einige Workshops, Vorträge und Podiumsdiskussionen anbieten, aber wenn der Großteil des Publikums es doch eher vorzuziehen scheint, das Zeltlager nicht zu verlassen oder wenn doch, dann um Konzert zu gucken, dann bringt es das auch nicht so sehr.
Räume die maximal Platz für 25 Leut' bergen, tun da ihr übriges. Alice und Bob, die beiden CCC-Räume waren da anders: 200 Stühle und eigentlich auch gut besucht, Programm rund um die uhr und viele interessante Referenten. Dazu gleich haufenweise verdutzte Besucher, die zuerst nicht so recht glauben wollten, dass Internet auch mal frei sein kann und Passwörter mitgelesen werden.
Aber nicht nur für die Besucher war das Camp Discordia ein positiver Höhepunkt (und das versuche ich ganz unvoreingenommen beurteilen zu können - es war wirklich gemütlich und interessant), sondern auch für den Club. Eine bessere Möglichkeit, sich auch mal fremdem Publikum präsentieren zu können, gibt es nicht.
Somit schließt sich die Berichterstattung. Kleine Fotonachlese evtl. an dieser Stelle, ansonsten bei Flickr, wo es schon ein Tag "campdiscordia" gibt.