Vom 6. bis 12.4. laufen in Karlsruhe die
Independent Days, ein inzwischen sogar etwas überregional bekanntes Filmfestival für Low- und No-Budget-Filme.
Auch wenn ich leider nicht die Zeit habe, alle Veranstaltungen zu sehen und daher leider auch den Wettbewerb nicht verfolgen kann, versuche ich doch so viel wie möglich davon mit zu nehmen. Eintritt liegt bei ca. 5 Euro und ich kann wirklich jedem das Programm ans Herz legen.
Den Anfang macht die heutige Premiere mit insgesamt 7 Filmen zwischen von 6 und 15 minuten Länge
King Of Fools Olaf Encke, 9:30 Min
Leider zu spät gekommen, nur die letzten paar minuten gesehen, laut zwei Freunden jedoch nicht allzu viel verpasst. Zeichentrickfilm in dem ein Frosch die Gunst einer Gazelle zu erwerben versucht und sich dabei zum Idioten macht. Leider wenig beeindruckend.
Der Coach Andre Erkau 14:45 Min
Sehr amüsanter Film über den Alltag in einem Call-Center mit Studenten, die keine Lust mehr auf den Job haben und einem Verkaufstrainer, der sich sowohl witzig als auch Charmant vorkommt, in Wahrheit aber ein unglaublich einsamer und lächerlicher Mensch ist. Großartige Betrachtung eines Geschäftes, das inhumaner und seelenfressender nicht sein könnte.
Subway Score Alexander Isert 6:23 Min
Verrückter, surrealer und herrlich blutiger Zeichentrick-Film in dem die Wand eines U-Bahnhofes nach und nach seine Besucher abstößt, um dann von einem Hund bekämpft zu werden. Nicht nur wegen des skurrilen Endes definitiv sehenswert!
Tag der BefreiungMartin Blankemeyer 15 Min
Leider etwas zu straighte und unsubtile Geschichte über Intrigen, Unterdrückung und Einsamkeit in einem Seniorenheim, mit netten kleineren Skurrilitäten und einem unerwarteten Ende. Nach King of Fools leider der zweite auf der Liste der nicht-so-ganz-highlights.
Fuck Me/Fuck You Stefan Brönneke 7 Min
Wohl der skurrilste Film an diesem Abend: eine gefeuerte Sekretärin die sich an ihrem Chef rächen will, wobei alles ausser Kontrolle gerät und am Ende die wohl rabiateste Wendung dieses Abends hervorbringt.
Jürgen in seinem Passat Sebastian Poerschke 7 Min
Jürgen fährt in seinem Passat umher, nimmt den Jungen einer Bekannten mit und erzählt ihm eine unglaublich Langweilige Geschichte, bis sich die Geschichte und damit auch sein Leben mal wieder auf absurde Weise wendet. Kleines, weil subtiles Highlight.
Abstiegsspiel Motte Jansen 19 Minuten
Die eigentlich recht gewöhnliche Liebes-geschichte zweier junger Menschen aus Hannover, die sich bis zu einer "göttlichen Intervention" abwärts dreht, Dank einer großartigen Comic-Einlage aber doch noch ihr Happy-End findet.
Das Floß Jan Thüring 9:04
Der beeindruckendste Film des abends: zwei Schiffbrüchige Knetmännchen, alles in Stop-Motion gedreht, optisch Weltklasse und in Sachen Story immerhin eine ganz Nette Geschichte um Überleben, Geiz und Verrat, der sich Rächt.
Fazit
Vier großartige, ein guter und zwei mittelmäßige Kurzfilme, kein Ausfall, fast 90 Minuten wirklich tolle Unterhaltung, die Zeigt, dass ein guter (Kurz-)Film nicht auf großen Budgets basieren muss. Noch laufen die Independent Days 5 Tage, es lohnt sich!