ACT I SCENE 2. A road, morning. Enter a carriage, with JULES and VINCENT, murderers.
J: And know'st thou what the French name cottage pie?
V: Say they not cottage pie, in their own tongue?
J: But nay, their tongues, for speech and taste alike
Are strange to ours, with their own history:
Gaul knoweth not a cottage from a house.
V: What say they then, pray?
J: Hachis Parmentier.
V: Hachis Parmentier! What name they cream?
J: Cream is but cream, only they say le crème.
V: What do they name black pudding?
J: I know not;
I visited no inn it could be bought.
Nun ist sie also durch, die deutsche Umsetzung der Europäischen Urheberrechts-Durchsetzungs-Richtlinie.
Wir haben bei FairSharing auch eine Pressemitteilung dazu gemacht.
Und auch, wenn das Gesetz grauenhaft ist und Filesharern tatsächliche Gefahren drohen, muss ich einmal ein paar Dinge gerade rücken, wo ich schon Anfragen per Jabber und ICQ bekomme.
Um das noch zu sagen: ich bin kein Anwalt. Das hier ist also eine Laieneinschätzung.
Was sind die wichtigen Punkte?
Zum einen gibt es eine Begrenzung für Abmahnungen gegen Urheberrechtsverletzungen. Die ist allerdings immer noch 100 Euro hoch und nur für nicht-"gewerblich begangene Urheberrechtsverletzungen", unklar ist, was "gewerbliche Nutzung nun genau ist", was ich weiter unten klären werde.
Zum anderen gibt es den zivilrechtlichen Auskunftsanspruch. Das bedeutet, dass ein Urheber oder dessen Vertreter einen Auskunftsanspruch gegen Provider erwirken kann. Die müssen dann die Daten eines Beschuldigten rausrücken, und zwar ohne dass die Staatsanwaltschaft involviert ist.
Das bedeutet aber nicht, dass ein Urheber direkt die Herausgabe der Daten verlangen kann. Ein richterlicher Beschluss ist nötig. Das heißt, es kann nicht einfach jeder direkt zu einem Provider gehen, wenn er seine Urheberrechte verletzt sieht. Andererseits ist unklar, wie die Gerichte sich in solchen Sachen verhalten werden.
Denn: Während der Begriff "geschäftlich" in der deutschen Rechtssprache wohl definiert ist, und privates Filesharing ausschließen würde, ist der nun gewählte Begriff "gewerblich" schwammig. Es ist unklar, ob darunter nicht auch das Tauschen von mehreren Dateien oder sogar lediglich das Tauschen von qualitativ hochwertigen Dateien fällt. Der Bundesrat hat sich übrigens explizit gegen eine Änderung des Begriffes gesträubt.
Schon das Erlangen eines "kommerziellen Vorteils", also die Tatsache, dass ich nicht dafür zahle sondern die Dateien kostenlos bekomme, könnte unter den Begriff "gewerblich" fallen. Ebenso, wenn ich auf meiner Website beispielsweise Werbung schalte und ein urheberrechtlich Geschütztes Bild verwende. In diesem Falle gälte die Abmahnungsbegrenzung nicht.
Filesharer werden also nicht morgen eine Zivilklage im Haus haben, weil ihr Provider die Daten herausrücken musste. Aber ein schwerer Schlag ist das Gesetz dennoch und wir können nur hoffen, dass der Trend dazu anhält. Denn Staatsanwaltschaften hatten in letzter Zeit vermehrt keine Lust mehr auf die Klagewellen und sich geweigert, mit den Vertretern der Unterhaltungsindustrie zusammen zu arbeiten. Vielleicht sehen es die Gerichte ja ähnlich. Hoffen wir's mal.
Via Netzpolitik gibt's großen Spaß vom Kommando "Tito von Hardenberg" der Hedonistischen Internationale. Die hat es geschafft, sich mit einem erfundenen Interviewpartner in die Sendung Polylux hineinzuschmuggeln. Eine genaue Erläuterung findet sich im Kommando-Blog
Schön daran finde ich übrigens nicht nur den allgemeinen Spaßfaktor des Ganzen, kombiniert mit dem künstlerischen Aspekt der feindlichen Medienübernahme, sondern auch, wie die Leute es geschafft haben, die ganze Aktion mit inhaltlichem Sinn zu füllen. Neben "TV ist Müll" heißen die Botschaften nämlich "Bessere Bezahlung von Praktikanten" und "Stoppt den Schlankheitswahn". Keine neuen Forderungen aber ungemein kreativ umgesetzt. Und nun: anschauen!
Jetzt mal ganz ohne Metaphorik: Universal will, dass es verboten ist, Promo-CDs wegzuwerfen. Also zumindest in den USA, wo die EFF jetzt entsprechende Aktion einleitet.
Ich muss ja sagen: großartig. Ich habe zu Hochzeiten, als mich die ganze Musik-Redaktions-Geschichte noch mehr interessiert hat, drei bis vier Briefe pro Tag erhalten, in denen Promo-CDs waren. Bislang wußte ich nie, wohin damit. Meistens wanderten sie in den Müll oder in den Second-Hand-Laden. Der Gedanke, sie jetzt aber permanent an meine Besitztümer ketten zu müssen reizt mich. Schon alleine weil ich mir das lustig vorstelle, wenn AOL das gleiche verlangen würde. Damit ließe sich viel Schabernack treiben, in dieser verrückten Welt, auch wenn ich darunter leiden müsste, geschickt genutzt könnte die Schadenfreude überwiegen.
Zugegeben, Why? hatten mich nach dem letzten Album ein wenig genervt. Vor allem nach der Tour.
Und dann kam "Alopecia". Schleichend, aber es kam. Und langsam entfaltete sich die Lyrik in meinem Kopf. Sätze wie "Even though I haven't seen you in years, yours is a funeral i'd fly to from anywhere". Und ich war verliebt in diese Musik und ihre wunderbare leichtfertige Schönheit. Die Why?-Typisch immer wieder durchbrochen wird von der harschen Realität. Und sich dann wieder auflöst in Dinge wie "I thought no paved street is worthy of your perfect scandinavian Feet". Beide Sätze übrigens von "These Few Presidents".
Im Gegensatz zu benanntem Lied gibt es zu "Song of the Sad Assassin" auch ein Musikvideo.
Ach, was schreibe ich hier, statt weiter zu schwelgen, und zwar schon seit wochen. Hört und seht:
Die heutigen Medien beherrschend: Der olympische Spießrutenlauf in Paris. Völlig unabhängig von politischen Implikationen dürfte die Chinesische Regierung heilfroh sein, dass jetzt zumindest Europa in Sachen Fackellaufen vorbei ist. Folgt noch San Francisco, Buenos Aires und so ziemlich jedes Land in Südostasien. Spaß wird der ganze Lauf keinem mehr machen: die Protestbewegung dürfte ihren heutigen Erfolg feiern und versuchen, auch jede weitere Showveranstaltung bis zur Eröffnung, zumindest in Ländern in denen Protest möglich ist (in HongKong oder vor allem Pjöngyang wird es schwieriger werden), zu stören.
Wirklich beeindruckend ist in diesem Zusammenhang übrigens die Fackel-Website, die mit dem Spruch "Light the Passion, Share the Dream" eröffnet wird. Vielleicht sind es hier auch meine subjektiven Eindrücke, die mit dem allmählichen Erwachsenwerden während der letzten Olympiaden zu tun haben, aber mir erscheint die Fackel-Webseite, schon alleine angesichts von Kommerzialisierung und subjektiv empfundenem Glaubwürdigkeitsverlust geradezu bizarr. Aktuelle Presse-Statements verbunden mit der Berichterstattung machen das Bild dann endgültig komplett. Oder unkomplett. Je nach Sichtweise.
Stephen King hat sich zu "Gewalttätigen Computerspielen" geäußert. Davon hätte man ja großes erwarten können. Eine Referenz zur eigenen Literatur, analogien, intelligente Gedanken, die die Debatte voran bringen. Statt dessen findet er ein Bundesstaatsgesetz in den USA doof und schreibt, was man dazu eben so an floskeln schreiben kann. Inhaltlich zwar richtig aber kaum was neues. Schade.
Können diese tollen elektronischen Fahrkartenautomaten überall alles, ausser genau erklären was welche Karte bringt?
Würde ja tatsächlich gerne wissen, wie weit ich mit welchem Ticket fahren kann und solche Sachen...
So kann's gehen: kaum in der Arbeitswelt angekommen, schon zu wenig Urlaub um sich drei Tage Konferenz leisten zu können. Dann also 2, immerhin. Und zwei Tage Re:Publica kann man auch durchaus so doll treiben, als seien es drei oder vier.
Nach komatösem Schlaf für 12 Stunden nun also ein paar extrem subjektive Gedanken dazu:
Im Jahr 2 hatte ich, vielleicht auch ob des Programms, den Eindruck, die Re:Publica sei ein wenig erwachsener und auch konzeptioneller geworden. Zumindest wollte mir dieses Jahr nicht alle 2 Minuten jemand seine Geschäftsmodelle für's webzweinull erzählen und auch ansonsten war ich meist in angenehme Plausche verwickelt. Gleichwohl habe ich mich bereitschlagen lassen zu einer Firmenparty am zweiten Tag zu gehen, um festzustellen dass die Getränke was kosten. Oder ich war zu spät da. Fand ich auf jeden Fall komisch von denen.
Programmtechnisch gab's wohl acuh interessante diskussionen aber ich habe sie leider verpaßt. Musik im Netz war leider auch deshalb ein Reinfall, weil Sascha Kösch viel zu viel gesprochen hat, ohne etwas zu sagen. Und weil der Focus ein wenig verloren gegangen war. Tim Renner hingegen hätte den ganzen Abend alleine bestreiten können. Großartig.
Monochrom waren ebenfalls lustig, nicht nur der Titel des Vortrages "First they Twitter, later they shit on your Head", sondern vor allem die von Johannes vorgelesenen Kommentare beim Video "ICH" sind der knaller, und Monochrom sind ohnehin jederzeit sehenswert.
Blogger-Jeopardy war gut gemeint aber leider ein wenig Chaotisch, das Konzert der Toten Cracknutten im Kofferraum, einer Berliner Elektropunk-Gruppe, bestehend aus 11 pubertären Mädchen, war ein bisschen lustig, interessanter war's dann aber doch, draußen über Politik zu diskutieren.
Wenn ich an das Publikum denke, so bin ich irritiert. Es ist faszinierend, wie dieser Haufen aus Hackern, Business-Menschen, kreativen, politisch interessierten und völlig apolitischen Menschen zusammen paßt, unter einem großen gemeinsamen Nenner der sich "Internet" nennt. In nur wenigen Jahren werden wir wahrscheinlich darüber lachen, es wird uns absurd vorkommen, wie man sich zu einem solch alltäglichen Thema treffen konnte, und vor allem was für Menschen sich bereit erklärten, sich zu einem solchen Thema mit anderen auseinander zu setzen. Bis dahin werden wir aber sicher noch ein paar mal zusammen kommen und darüber diskutieren, wie diese Welt aussieht, die uns dann belächelt. Und wir werden es gerne tun.
Klingeltöne für Handkommunikate sind ja meist Reizthema, weil mit hässlichen Fröschen und beknackten Vögeln konnotiert. Dabei gibt's da draußen auch anderes. Toneshared zum Beispiel. Eine Projektseite die Klingeltöne von Künstlern wie Vladislav Delay, Felix Kubin, Gudrun Gut, Caribou oder Alva Noto sammelt und kostenlos zur Verfügung (mp3) stellt. Und diese Klingeltöne sind großartig. Echte Soundkunstwerke auf 1-4 Sekunden, zwischen schön, interessant und nervtötend. Und endlich mal ein Klingelton, der eine eindeutige Identifikation erlaubt.