Während ISPs vielerorts, gegängelt von der Platten-und Filmindustrie, überlegen, P2P-Traffic zu beschneiden und andere ihren Kunden bei zu viel des besagten Traffics kündigen, hat ein Provider in Australien entschieden, seinen Kunden entgegen zu kommen. Und so wird in Zukunft P2P-Traffic bevorzugt behandelt...
Google hat gefordert, Zensur als eines der zu überwindenden Handelshemmnisse in der WTO zu betrachten. So könnten dann Staaten, in denen Zensur ein Problem ist, sanktioniert werden.
Auch wenn das natürlich lediglich ein PR-Gag sein wird und so sehr die WTO mit ihren drei Säulen, mit ihren "Hollywoodfilme gegen Zuckerzölle"-Schiedsentscheidungen, mit den Problemen die GATS, Trips und auch GATT mit sich bringen, Kritik verdient hat; so sehr zumindest das TRIPS abgeschafft und der Rest bestenfalls reformiert gehört, so richtig und auch notwendig sind konkrete Vorschläge, die WTO weiter zu entwickeln.
Die WTO schreibt in ihrer Struktur nicht vor, dass Handelshemmnisse nicht auch mit Menschenrechten verknüpft werden können, dass bestimmte Instrumente nicht auch zum Wohle der Menschen dienen dürfen. Auch wenn das derzeit der Fall ist.
Auch in den so genannten Panels, den WTO-Schiedsgerichten, gäbe es Möglichkeiten: So muss ein Gen-Mais-Fall nicht zwingend von Handelsexperten entschieden werden. Niemand schreibt vor, dass in diesen Panels nicht auch Umweltexperten oder meinetwegen auch Philosophen sitzen dürfen. Niemand schreibt vor, dass ein TRIPS-Verfahren um die Herstellung von Generika nicht auch von Ärzten entschieden werden darf.
Die WTO ist nicht die schlechteste Möglichkeit, ein paar wenige internationale Standards fest zu legen. Ich glaube daran, dass der Export von Menschenrechten oder Umweltstandards eine gute Sache ist. Und deshalb sind auch Ansätze, wie das konkret passieren kann, gut. Auch wenn es bis dahin, bis Greenpeace oder die Ärzte Ohne Grenzen in Panels sitzen und Google ein Verfahren gegen Chinesischen Reis anstrebt um die große Firewall zu knacken, noch einige Zeit vergehen wird.
Endlich wieder eigenes DSL nach fünf Monaten Schnorren beim Nachbarn. Es ist Alice und ich bin gespannt. Wenn es nicht klappt habe ich vier Wochen Kündigungsfrist, was neben dem Preis mein zweites Kriterium dafür war. Dagegen spricht natürlich auch einiges. Zum Beispiel gelegentlich beschriebene Drückerkolonnen. Und die Tatsache dass ich nicht weiß, in wie weit meine Vorratsdaten gespeichert werden. (Wer mich da aufklären kann sage bescheid!) Immerhin ist mein Freischaltungstermin für Mitte Juli angesetzt. Angesichts von Horrorgeschichten im Zusammenhang mit Arcor oder auch der Firma mit dem T klingt das doch recht viel versprechend. Update: Vorhin kamen SMS und E-Mail: am 06.07., also in 9 Tagen ist es so Weit. 13 Tage nach Bestellung. Wenn das klappt bin ich beeindruckt.
Ich bin für die Freiheit der Presse. Ich stehe dafür ein, betätige mich politisch und äussere mich, wenn ich denke dass die freie Meinungsäusserung und die freie Arbeit von Journalisten in Gefahr ist. Sei es hierzulande oder in repressiven Regimes, seien es Star-Journalisten oder Blogger. Jederzeit.
Jederzeit?
Nun, manche Medien glauben, Pressefreiheit müsse sich maximal auf die Privatsphäre von Menschen ausdehnen, die im Licht der Öffentlichkeit sind. Auch, wenn das Licht der Öffentlichkeit erst von den Medien auf sie gerichtet wurde. Im Konkreten geht es um ein Urteil des Bundesgerichtshofes, dass Herbert Grönemeyers Freundin keine Paparazzi mag die ihre Fotos an die Bunte verkaufen.
Dann kommen so Zitate zustande wie
Die Folgen, die solche elitären und zugleich höchst subjektiven Maßstäbe für die Prominentenberichterstattung sowohl in der Boulevard- als auch in der seriösen Presse haben, sind kaum abzusehen.
Was ausgerechnet die Freundin eine bekannten Sängers in der seriösen Presse zu suchen hat, was an einem eigentlich recht objektiven Urteil "höchst subjektiv" sein soll und andere Dinge kann ich tatsächlich nicht absehen.
Was es ausserdem soll, in einer solchen Sache den Untergang des Abendpresselandes auszumachen anstatt sich auf echte Gefahren für Presse und Demokratie zu beschränken, verstehe ich auch nicht.
Und selbst wenn ich mich jetzt mit dem eigentlichen Inhalt beschäftige: nur weil Herbert nicht immer Privatmann sein möchte, muss seine Freundin da nicht mitmachen. Alles andere ist eine sehr perfide Logik, die bedeuten würde, dass sie ja selbst schuld sei, wenn sie mit diesem Menschen eine Beziehung eingehe.
Ich meine es ernst: Wählt Mike Gravel! Ich meine, wenn ich dürfte, also wenn ich US-Bürger wäre und auch dort wohnen würde, wenn ich Mitglied der Demokratischen Partei wäre, gingen all meine Stimmen, in den Vor- und Hauptwahlen, genau an diesen Menschen. Der beste Wahlwerbespot aller Zeiten. Ernsthaft.
Die Sicherheitsmaßnahmen bei der Post überraschen mich immer wieder. So war ich heute dort, um die Nachsendung meiner Post zu beantragen. Das ging auch. Ich hätte dafür nicht einmal Julian Finn heißen oder in einer der beiden Adressen eine Wohnung haben müssen. Name und die beiden Adressen eintragen, unterschreiben, 25 Euro für ein Jahr bezahlen, fertig. Keine Überprüfung, gar nichts. Ob das bei Firmenkunden-Aufträgen genauso ist kann ich nicht sagen, dass dort nach einem Stempel oder gar einem Gewerbeschein gefragt wird, kann ich mir aber ebenfalls nicht vorstellen...
Der Torrentfreak berichtet über einen Software-Entwickler, der feststellen musste, dass seine Software als Raubkopie im Netz aufgetaucht war. Was also tun in einer solchen Situation, wenn man davon abhängig ist, diese Software verkaufen zu können? Der Entwickler tat das richtige: Einfach mal nett fragen. Und so bekam er innerhalb kurzer Zeit eine Mail von der Release-Crew die erklärte, dass sie von zukünftigen Releases seiner Software absehen werde. Einfach so, weil er nett gefragt hatte.
Furk ist eigentlich ein Dienst wie jeder andere: Rapidshare, Megaupload und Co. haben es vorgemacht. Mit einem kleinen aber wichtigen Unterschied: Wer 10 Euro im Monat für einen Premium-Account bezahlt, bekommt die Möglichkeit per Web-Interface Bittorrent-Dateien auf dem Server anzuwerfen. Die herunter geladenen Dateien stehen dann per HTTP zum Download bereit:
Nun hat Janko noch alle möglichen Anmerkungen zu Datenschutzfragen und ausserdem ist nicht so richtig klar, wem man das Geld eigenlich in den Rachen wirft. Cool ist dieser Dienst aber trotzdem.
Ich hatte ja den zwölfer übersprungen, weil mir der elfer ziemlich auf den Keks ging mit seiner "Schaut mal wir machen einen Film rund um ein Star-Aufgebot"-Attitüde. Pure Langeweile gepaart mit Müdigkeit gegen halb 11 und Unwillen, so früh schon schlafen zu gehen, brachten mich dann aber doch dazu, Oceans 13 anzuschauen.
Erster Bonus: in Sachen Stars gerade einmal Rumpfbesetzung. Sprich: Clooney, Damon, Pitt aus der ersten Riege. Körnige Kamera, Soderberghs "Kunst-In-Hollywood"-Stil eben.
Und dann passierte etwas, was mich doch sehr überraschte: nichts. Ja, tatsächlich: der ganze Film hat keinerlei Spannungsbogen, keinerlei Dramatik. Wirklich, null. Für einen Thriller so ungefähr die schlechtest mögliche Voraussetzung, aber es paßt. Oceans 13 ist weder rasant noch tollkühn. Er hat kaum Geheimnisse und noch weniger Überraschungen. Und genau deshalb funktioniert der Film.
Weder der Plot (Casino betrügen) noch die Ausführungen bieten irgend welche Neuerungen und doch gab es keine Minute in der ich mich in Oceans 13 gelangweilt hätte.
Nun macht das immer noch keinen großartigen Film, aber selbst wenn ich Oceans 12 gesehen hätte, würde ich immer noch behaupten, dass dieser Film der interessanteste, ja beste aus der Reihe ist; auch wenn das nicht zwingend etwas heißen muss.
Ich habe jetzt etwa eine Stunde darüber gegrübelt, was Flickr dazu veranlassen könnte, Deutschland auf eine Stufe mit HongKong und anderen Ländern zu setzen. Dann stieß ich in den Kommentaren hierzu auf folgenden Forenbeitrag eines Flickr-Mitarbeiters. Der erklärte, es sei die Entscheidung gewesen, Deutschland entweder in "Flickr International" einzugliedern oder auch nicht.
Offensichtlich geht es Flickr/Yahoo also um Rechtssicherheit im Zusammenhang mit dem deutschen Jugendschutzgesetz. Das verlangt Altersnachweise für Bilder, die - naja - eben nicht Jugendfrei sind. Warum Yahoo allerdings diese Brachialmethode anwenden musste, verstehe ich nicht.
Nicht, dass ich es akzeptieren würde, wenn ich es verstünde, aber es will mir nicht einleuchten, dass dieser Rundumschlag die einzige technische Möglichkeit war, Jugendschutzkonform zu sein.
Wir haben also: Ein bescheuertes Jugendschutzgesetz, das völlig an der Realität im Internet vorbei geht und eine ebenso bescheuerte Firma, die es sich gerade mit ihrer Hauptkundschaft verscherzt.
Und einen Autor, der sich das jetzt einfach mal von aussen ansieht.
Update: Inzwischen hat auch der Spiegel darüber geschrieben. Dort wird behauptet, es sei die deutsche Forenhaftung, die dafür verantwortlich sei. Das wäre genauso dämlich.
Ich bin zugegebenermaßen gerade etwas ratlos. Gerade hatte ich mir während des G8-Gipfels vorgenommen, in Zukunft mehr Flickr zu benutzen. Und dann kommt die Nachricht, dass Flickr in Deutschland alle als "restricted" markierten Bilder in solch repressiven Ländern wie HongKong, Korea und Deutschland gesperrt hat. Aus Gehorsam dem Flickr ausgerechnet hier zu Lande gar nicht voraus eilen hätte müssen, denn im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Welt hat hier jeder Mensch schon einmal nackte andere Menschen gesehen. Dennoch: einigeprotestieren, anderelöschen ihren Account. Oder kündigen es an.
Nun könnte ich einfach wieder auf mein übliches Flickr-Nutzungs-Pensum zurück fallen, nämlich fast gar nicht. Oder auch meinen Account löschen, aber dann verschwinde ich im statistischen Rauschen. Ein "Think, Flickr, Think"-Bild hochladen? Vielleicht. Darüber schreiben? Bestimmt.
Die IFPI hat dieses Jahr schon 25.000 Menschen wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt, die meisten davon Jugendliche, und darauf scheint man auch noch stolz zu sein. Aber angeblich funktioniert das. "Nach unserer Erfahrung werden Täter, die einmal erwischt worden sind, nicht rückfällig.", sagt Stefan Michalk, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft.
Wenn also geschätzte 10 Millionen Menschen in Deutschland Tauschbörsen nutzen, und 25.000 nicht mehr rückfällig werden, habt ihr ja nur noch 9.975 Mio übrig, viel Erfolg!
Ich habe im Medienzentrum noch so einen G8-Seesack ergattert, den ich dem Spreeblick zur Verfügung gestellt habe. Dort gibt es nun ein G-Winnspiel dessen Ziel es ist, einen möglichst schönen Satz zu machen, dessen Worte alle mit G beginnen. Einsendeschluss ist heute. Viel Spaß!
Hach, ich hab den Bono gar nicht verpaßt. Der ist mit Youssou N'Dour und Bob Geldof zurück gekommen und hat eine Pressekonferenz gegeben. Darin das übliche und ein paar nette aber total unpassende Vergleiche, etwa die Zahl der Polizisten hier mit der Zahl der UN-Truppen in Darfour (16000 zu 7000). Weitere Fotos gibt es später und in meinem Flickr-Pool, ich muss dringend zum Bus nach Hause. Update: Bin nun in Berlin angekommen und habe die Fotos hoch geladen: