Björk, richtig. Die ich eigentlich als nervig empfinde. Die bislang irgendwie Indie, irgendwie Pop aber vor allem irgendwie langweilig und aufgesetzt war. Diese Björk hat ein Album mit weiteren Nervensägen aufgenommen. Timbaland, gemeinsam mit den Neptunes verantwortlich für eine gewisse normierung der aktuellen Popmusik. Antony Hegarty, Heulsuse bei den Johnsons. Und Konono No.1 mit ihren Likemben, aber beidenen gibt es nichts zu kritisieren, dazu Pipa-Klänge von Min Xiao-Fen und Unterstützung von Mark Bell (LFO).
Zusammen: großartiges Album. Keinerlei Gleichschaltung, keinerlei Heulsusen, dafür schöne Musik, spannende Texturen. Der Gesang ist fantastisch in den Hintergrund gemixt, Kontrolle statt Dominanz. Technoide Beats, Streicher, Bläser, Duette, sophistizierte Populärmusik. Und als solche endlich einmal mehr, als nur ein künstlerischer Aushang des Mainstreams.
Alles weitere:
Warum in aller Welt müssen Hinweise immer so geschrieben sein, dass sie auf keinen Fall von einem größeren Personenkreis verstanden werden?
Okay, zugegebenermaßen ein harter Einstieg in einen Text der in erster Linie auf die Lesbarkeit von Texten abzielen soll. Aber mir fallen immer öfter Dinge auf, die im besten Falle ein Kopfschütteln hervor rufen.
So gibt es in Karlsruhe seit geraumer Zeit Anzeigetafeln, die auf demnächst abfahrende Busse und Bahnen hinweisen. Diese sind so programmiert, dass alle Abfahrtzeiten, die länger als zehn Minuten in der Zukunft liegen, als Uhrzeiten angezeigt werden. Die aktuelle Uhrzeit allerdings ist nicht direkt angezeigt. Mit etwas Glück gibt es in der Nähe eine Uhr die einen Abgleich erlaubt. Aber warum? Was hindert die Verantwortlichen daran, nicht auch "15, 30 oder 45 min" anzuzeigen? Wen möchte man damit bestrafen?
Nun, die Karlsuher Verkehrsbetriebe sind ohnehin keine Freunde von klarer Kommunikation. So zeigt dieses Foto (per Mobiltelefon) einen Hinweis mit dem Wortlaut "ab Dienstag 10.April 2007, 7 Uhr bis Mittwoch 11. April (Wieviel Uhr eigentlich?) ist das Befahren des Gleiskörpers wegen Pflasterarbeiten .... nicht möglich".
Wegen Pflasterarbeiten kann ich ja noch verstehen, aber was ist ein Gleiskörper?
Besser wird es nur in einem regelmäßig von mir frequentierten Supermarkt, der derzeit darauf hinweisen möchte, dass die ADAC-Karte nicht funktioniert. Begründung: "Wegen eines Problems beim Kartenemittenden". Noch Fragen?
Es regte sich heute etwas. In erster linie regte es sich auf über die supplementierung Harald Schmidts durch Oliver Pocher.
Nun möchte ich gar nicht bestreiten dass Oliver Pocher in erster linie ein talentloser Rotzlöffel ist, der die das gelegentlich vorhandene Genie Harald Schmidts gar nicht erst versteht. Ob das trotzdem zueinander passen kann, wird sich zeigen. Schmidt wird sicherlich auch ein Wort dazu beigetragen haben, kann ich mir doch bei allem was er in letzter Zeit demontiert hat, nicht vorstellen dass er, Pocher gänzlich abgeneigt, weitermachen würde.
Was mich jedoch beinahe aufregt, ist die mit arroganz gepaarte Ignoranz der ARD-Intendanz.
WDR-Programmdirektorin Verena Kulenkampff erklärte: "Oliver Pocher steht für eine junge Zielgruppe und wird der Sendung neue Impulse geben können."
Und ich glaube das spricht für sich, ohne dass ich nun Tiraden über die völlige Entfremdung vom Produkt und ähnliche Themen niederschreibe
Es fühlt sich seltsam an, wenn einem Menschen begegnen, die nicht nur eine andere Meinung haben als man selbst, sondern auch stur eine völlig andere Auffassung der Welt vertreten. Es ist der Punkt, an dem manche Menschen beginnen, sich einander Dummheit oder Borniertheit (oder beides) vorzuwerfen und andere sich gar nicht erst in Diskussionen begeben. Das ist, schätze ich einmal, überall so, in allen Lagern. In diesem Fall begegeneten mir solche Menschen allerdings nur in der Presse in Form von P.E.N-Zentrum Deutschland, Börsenverein des deutschen Buchhandels und anderen, die heute eine "Frankfurter Mahnung" veröffentlicht haben, in der sie vor "fehlendem Respekt vor geistigen Schöpfungen" warnen. Darin unter anderem eine Mahnung vor einem "Zwang zu Open Access". Das verwundert mich wiederum sehr. Zum einen hatte ich nicht erwartet, dass man aus einer Forderung, öffentlich gefördertes Wissen auch öffentlich verfügbar zu machen, ein derart abstruses, an schlechte Anti-Commie-Propaganda erinnerndes Szenario stricken kann, zumal es ja nur um die geistigen Leistungen geht, die ohnehin finanziert, weil öffentlich gefördert sind.
Zum anderen erinnert es mich daran, dass wir dringend mehr Bewußtsein für den Wert der Wissensallmende in Deutschland brauchen. Wie kann es sein, dass eine Vereinigung wie das P.E.N-Zentrum, oder auch der Verband deutscher Schriftsteller, die für sich beanspruchen für die klügsten Köpfe des Landes zu sprechen, nicht einmal begreifen, was freies Wissen, was freier Zugang bedeuten? Wer, wenn nicht diese Köpfe sind es, die alltäglich auf den Schultern von Giganten stehen, wie es einst so schön Isaac Newton in den Mund gelegt wurde?
Ich muss zugeben, vielleicht auch etwas naiv gewesen zu sein, wenn ich etwas anderes erwartet habe. Aber wie kommen solche Menschen darauf, die Wertschätzung geistiger Schöpfungen lediglich am finanziellen fest zu machen? Wie können ausgerechnet die, die seit Jahrhunderten auf den Werken anderer Aufbauen, die auf die großen Schätze der Bibliotheken zurück greifen, sich für weniger Zugang zu Wissen aussprechen?
Die Wissensallmende, das gesamte freie Wissen der Welt, hat einen unschätzbaren Wert. Einen, der in keinem Bruttoinlandsprodukt auftaucht, einen den man genauso wenig wie "Umwelt" in Teuerungsraten und Exportbilanzen wiederfindet.
Ja, es ist an der Zeit nicht nur den vorteil freier Kulturproduktion in den Vordergrund zu stellen, sondern bewußt zu machen, wie sehr wir alle von freiem Wissen und freier Kultur profitieren. Sei es etwas so simples wie das Rad oder die gesammelten Werke Goethes, Schillers und anderer; oder seien es Medikamente deren Patente abgelaufen sind. Es muss wieder ein Bewußtsein geschaffen werden, das Wissen dem Wohle aller dienen soll.
Ich hatte es ja schon letzte Woche dem Batz geschickt, nachdem ich es selbst von der Loxia mitte April bekommen hatte. Und weil der Spiegel es jetzt auch nochmal aufgreift, wollte ich doch noch einmal darüber geredet haben, dass "Manufacturing Dissent" durchaus ein interessanter Film sein dürfte. Obwohl ich ja "Bowling for Columbine" noch recht spaßig fand, hatte ich meinen persönlichen Bruch mit Moore bei "Fahrenheit 9/11", spätestens als er um des Skandals willen seine Kamera länger auf eine weinende Soldatenmutter hielt. Dass Moores Manipulationen deutlich weiter gehen, als seine suggestive Bildersprache konnte man zwar manchmal vermuten, in aller Deutlichkeit soll es aber erst jener Film zeigen. Ein kurzer Beitrag dazu findet sich bei Youtube
Kleines Stöckchen? Pah! Ich komme leider so selten dazu, ein Buch zu lesen, dass dieses Stöckchen, das der Batz mir zuwirft, wie ein Kantholz wiegt. Ein Versuch, zu Antworten.
Was wäre das Leben ohne Lesen?
Ein B und ein negatives S?
Gebunden oder Taschenbücher?
Der Ästhet in mir sagt Bindung! Der Pragmatiker sagt Ebook. Preisbindung sollte auf jeden fall bleiben.
Amazon oder Buchhandel?
Amazon Marketplace für englische Sachbücher. O'Reilly und co. kriegt man als US-Import zum Teil für den halben Preis. Soviel auch zur Buchpreisbindung, denn ohne würde das mit allen anderen Büchern auch passieren und es gäbe in der materiellen Welt nur noch Thalia und Weltbild.
Alle anderen Bücher sind Impulskäufe, also Buchhandel. Was gar nicht geht ist "müssten wir bestellen". Das kann ich auch selbst und dann muss ich nicht nochmal vorbei kommen. Hat also viele Faktoren, diese Aussage.
"Pirate-Site in the twilight: right wing populist finances internet-filesharing-site", is the lurid title on the front page of Spiegel Online, this morning.
The truth is quite differen, though, as Magnus Eriksson of Piratbyran, who are closely connected to "The Pirate Bay", tells me.
Magnus, the author of the article tried to connect Carl Lundström to the Pirate Party...
...which doesn't make sense. There are two large organisations who work on file sharing in Sweden. Piratbyran, which is us, who also run The Pirate Bay, and the Pirate Party. Although we do know each other, we are totally different organisations.
How far is Carl Lundström connected to "The Pirate Bay"?
Carl Lundström was the CEO and is still the largest shareholder of Rix Telecom, a large provider in Sweden. Frederik from The Pirate Bay also worked there. At that time Rix supplied bandwidth and server space for The Pirate Bay. In the mean time TPB has left Rix and also Frederik left the company. The Pirate Bay received neither servers nor money from Rix. Only bandwidth and server space.
So the whole thing was an initiative of an employee?
Yes, an employer gave his employee the possibility to pursue a private project, in this case The Pirate Bay.
All that sounds very altruistic. Doesn't Lundström pursue his own interests?
It may be that Lundström is a friend of free culture. But fact is, that he has neither influence on Piratbyran nor on The Pirate Bay. And most certainly not on the Pirate Party which has, as I said, nothing to do with the rest.
On TV Tobias Andersson said "Without the support of Carl Lundström, The Pirate Bay couldn't have started"
Well, probably The Pirate Bay couldn't have existed without the starting aid with bandwidth and server space. In the beginning our advertising contracts were rubbish. But if Frederik had worked at some other provider or somebody else but Lundström had been the CEO, we would have had to find a different solution. I could only speculate how this solution would have looked like, but constructing a personal sponsoring by Lundström out of that is nonsense.
Update: Magnus just added that Der Spiegel never directly contacted The Pirate Bay. "The only contact that existed was to Mikael Wiborg,but he has nothing to do with running pirate bay, just helped them provide legal advise. And he was not around at the time this happened."
"Piratenseite im Zwielicht: Rechtspopulist finanziert Internet-Tauschbörse", so die reißerische Übeschrift auf der Startseite von Spiegel Online heute Morgen.
Die Wahrheit sieht jedoch anders aus, wie mir Magnus Eriksson von Piratbyran erzählt, die eng mit "The Pirate Bay" verbunden sind.
Magnus, der Autor des Artikels hat versucht, einen Zusammenhang zwischen Carl Lundström und der Piratenpartei herzustellen...
...was Unsinn ist. In Schweden gibt es zwei große Organisationen, die sich mit Filesharing beschäftigen. Piratbyran, das sind wir, die auch The Pirate Bay betreiben, und die Piratenpartei. Wir kennen uns zwar, sind aber völlig unterschiedliche Organisationen.
In wie weit ist denn Carl Lundström mit "The Pirate Bay" verbunden?
Carl Lundström war Vorstandsvorsitzender und ist immer noch der größte Aktieninhaber von Rix Telecom, einem großen Provider in Schweden. Dort arbeitete auch Frederik von The Pirate Bay. In der Zeit stellte Rix Bandbreite und Platz im Serverraum für The Pirate Bay zur Verfügung. Mittlerweile hat TPB Rix verlassen und auch Frederik arbeitet dort nicht mehr. The Pirate Bay hat keine Server von Rix geschenkt bekommen und auch kein Geld. Lediglich Bandbreite und Serverplatz.
Das ganze war also eine Initiative eines Mitarbeiters?
Ja, letzten Endes hat ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter die Möglichkeit gegeben, ein privates Projekt zu verfolgen. In diesem Fall also The Pirate Bay.
Das klingt alles sehr uneigennützig. Verfolgt Lundström denn keine eigenen Interessen?
Es mag sein, dass Lundström selbst ein Freund Freier Kultur ist. Fakt ist aber, dass er weder auf Piratbyran, noch auf The Pirate Bay Einfluss hat. Und auf die Piratenpartei schon gar nicht, denn die hat, wie ich schon gesagt habe, damit nichts zu tun.
Im Interview hat Tobias Andersson gesagt "Ohne die Unterstützung von Carl Lundström hätte Pirate Bay nicht starten können."
Wahrscheinlich hätte The Pirate Bay tatsächlich nicht ohne die Starthilfe von kostenloser Bandbreite und Kostenlosem Serverplatz existieren können. Am Anfang waren die Werbeverträge nutzlos. Aber hätte Frederik bei einem anderen Provider gearbeitet oder wäre jemand anderes als Lundström sein Chef gewesen, dann hätten wir uns eben eine andere lösung einfallen lassen müssen. Wie das ausgesehen hätte, wäre Spekulation, aber daraus ein persönliches Sponsoring von Lundström zu konstruieren ist Unsinn.
Update: Wie mir Magnus noch anfügt hat der Spiegel niemals direkt mit The Pirate Bay kontakt aufgenommen. "Der einzige Kontakt bestand zu Mikael Wiborg, der mit The Pirate Bay nichts zu tun hat und lediglich rechtlich beraten hat. Er hatte doch in den letzten Tagen seitdem das Fernsehinterview statt gefunden hatte, keinen Kontakt zu uns."
Update 2: Konrad Lischka vom Spiegel hat soeben geantwortet. Er schreibt "Am 2. Mai und
am 3. Mai habe ich über das Kontakformular auf Pirate Bay meine Fragen
gestellt, habe sie parallel dazu an Mikael Viborg geschickt, mit der
Bitte, das zur Sicherheit noch weiterzuleiten." - Demgegenüber steht weiterhin die Aussage von Brokep (Piratebay) dass keine Anfrage vom Spiegel oder von Konrad Lischka in der Inbox gewesen sei. Wie auch immer, ist es kaum als sorgfältig zu bezeichnen, dass ein Autor lediglich über das Kontaktformular einer Website versucht, mit den Betreibern zu reden. Es gibt genügend Möglichkeiten, entsprechende Kontaktmöglichkeiten zu recherchieren.
Update 3: Nun ist auch endlich der Heise-Artikel dazu online... Die haben es übrigens innerhalb von ca. 2 Stunden nach Erscheinen der Spiegel-Meldung geschafft, mit den Piratebay-Leuten kontakt aufzunehmen.
Wenn man einen Film über ein bekanntes Metal-Festival dreht, kann man unglaublich viel falsch machen. Man kann ein Standardwerk abliefern in dem ein paar Fans zu Wort kommen, dazwischen ein, zwei Bands einen Song spielen und ihren Senf dazu geben und schlussendlich ein Interview mit den Verantwortlichen führen.
Wenn man lustig sein will, klebt man noch ein paar Aussagen von Anwohnern dazwischen die das alles nicht verstehen. Und um es ganz zu versauen, lässt man andere Ahnungslose bei irgendwelchen Insider-Witzen mitspielen, die dann allesamt wahnsinnig komisch aussehen.
Sung Hyung Cho hat zu Wort kommen lassen: unzählige Kühe, Bauer Plähn, Bauernehepaar Trede, Oma und Enkelin Schaack und andere Bewohner des Dorfes Wacken in Schleswig-Holstein. Sie lässt sie erzählen; vom Leben auf dem Lande, ihrer Vergangenheit und ihren Träumen. Und zwischendrin auch vom Festival, das seit zehn Jahren groß genug ist, um das Dorfbild zumindest für einen Monat im Jahr zu prägen.
Sie hat Norbert Venohr befragt, der die Organisation des Festivals verlassen hat, bevor es groß wurde, und gelernt, warum ein Kalb keine Kuh ist. Sie hat heranrollende Trucks gefilmt, die für eine kurze Sequenz das Dorfidyll mit Kirche im Hintergrund stören und die Nachbarsmädchen wie sie für ihr Modelcasting Aerobic üben.
Sie hat einen Film über ein Dorf gedreht, in dem die Gegensätze zwischen Normalität und Festival nicht größer sein könnten, und doch das Festival zur Normalität geworden ist. Und sie hat damit zurecht die Erwartungen vieler Festivalbesucher an einen solchen Film zerstört, um alle anderen Erwartungen zu übertreffen.
Oder, wie sie selbst sagt, ein Film der die existenziellen Beziehungen der Dorfbewohner zum Festival zeigt, ganz im Gegensatz zu den hedonistischen, die der Besucher hat. Der Zeigt wie der eine Bauer die Mehreinnahmen benötigt, während die Enkelin das Fest nutzt um aus dem Dorfalltag auszubrechen, vor dem sie ohnehin einmal fliehen möchte. Ein Film, so die Jury des Max-Ophüls-Preises, der ein "faszinierendes Bild deutscher Identität" zeichne. Ein Film der die Ruhe des Dorfes ausstrahlt und dessen Schnitte, Kamera, Bildersprache und Ton nicht besser passen könnten, um eben jene Gegensätze zu veranschaulichen und vergessen machen, dass das, was man da sieht, eigentlich ein Dokumentarfilm ist.
Kinder, Kinder. Kaum paßt man mal einen halben Tag nicht richtig auf, ist die Hölle los weil digg.com einen zweifrontenkrieg verloren und alle Welt eine Zahl verbreitet hat. Das wiederum erinnert an DE-CSS, die Geschichte mit der Primzahl und gzip und der Frage ob Code und Zahlen nicht durch Meinungsfreiheit gedeckt sind. Ich warte schon auf die neuen Songs, Kaffeetassen, T-Shirts und sonstigen Sachen. Wetterfrosch hat schonmal ein paar Varianten ausprobiert. Ansonsten gilt: 13256278887989457651018865901401704640, zum Rest wurde schon genug gesagt.