31. December 2006
/ Kategorie: politics
Keine Termine, keine Vorträge. Der reine Genuss jener 96 Stunden im Vordergrund, die alljährlich tausende Menschen ins BCC ziehen. Go spielen lernen, am Powerpoint-Karaoke teilnehmen, ein bisschen Filesharen, Stundenlang auf Vodka-Mate wach blieben und dabei den VJs in der Lounge zugucken. Sich mit Galeristinnen, Modedesignern, Berufsbloggern und natürlich Hackern unterhalten. Einen Vortrag sehen, den anderen zugunsten eines indischen Nachtmahls zusammen mit ein paar Holländern sausen lassen. Nachts um vier über Social Software und Micropayment philosophieren. Zwischendrin Darklab-Party in der C-Base. Ein Lebkuchenhaus bauen, dann aber doch nicht mit haufenweise LEDs ausstatten. Nachts um 5 im Hackcenter auf Keksjagd gehen. Den Leuten von Monochrom beim Liedersingen im Foyer unterstützen. Zum Abschluss in die Sauna gehen wollen und dann doch vier Stunden beim Perser mit Absinth, gutem Essen und Shisha versacken. Danach bis 7 in der C-Base rumhängen und endlich mal wieder bis 16:30 ausschlafen. Heute Silvester, ab morgen Vorfreude auf Camp und 24C3
27. December 2006
/ Kategorie: politics
Diesmal total kurz: Ich mache keine Vorträge, ich habe mich für keine anderen Dinge verpflichtet (ausser Powerpointkaraoke übermorgen) und ich bin wirklich nur da, um Spaß zu haben. Lebkuchenhäuser zu bauen und viele Bekannte wieder treffen. Morgen schaue ich mir vielleicht sogar nen vortrag an oder zwei.
23. December 2006
Die Süddeutsche Zeitung kommt heute mit einem Interview mit Stanford-Professor Lawrence "Creative Commons" Lessig. Über DRM, Pauschalabgaben, Kulturflatrate und Read-Write-Kultur.
20. December 2006
Das Projekt ist jetzt nicht soo neu, andere schrieben darüber schon vor ein paar Wochen. Die Idee ist noch viel älter, wer hat denn nicht schon einmal nachts mit ein paar Freunden da gesessen und darüber schwadroniert, dass man Audio-oder Videostreaming teilweise auch an die User abgeben könnte. Nun gut, wahrscheinlich viele, aber die Idee ist dennoch recht Sinnig. Wie auch Skype (und da weiß man direkt woher die Herren des Projektes kommen) will auch diese Form von IP-TV die verteilten Lasten eines P2P-Netzwerkes nutzen um die Hauptserver zu entlasten und somit qualitativ besseres Streaming-TV zu günstigeren Preisen zu produzieren. So wie auch Skype einen Teil des User-Uploads nutzt (selbst wenn der User gerade gar nicht telefoniert), so wird wohl auch hier ein Teil des Streaming-Traffics von Leuten genutzt, die die gestreamten Videos ohnehin in ihrem Cache haben. Bonus für alle: bessere Qualität, geringere Kosten, was bei einem kostenlosen Dienst "besseres Programm" bedeuten wird. Hoffentlich.
Wie Reuters berichtet wird der Service wohl nächstes Jahr starten, der Betatest mit 6000 Usern läuft seit einer Woche.
Etwas ähnliches gibt es natürlich schon seit geraumer Zeit: den Democracy Player, Internet-TV über Bittorrent und RSS. Weil freie Software natürlich viel cooler, wenngleich auch nicht mit 2.8 Mrd US-Dollar aus dem Skype-Verkauf im Rücken.
19. December 2006
Die Technology Liberation Front weist auf ein sehr interessantes Paper des ultraliberalen Thinktanks Cato Institute hin, das sich einmal intensiver mit Datamining zum Zwecke der Terrorismusbekämpfung auseinander gesetzt hat.
Der Schluss ist der, dass mehr Data Mining (und damit mehr Überwachung) lediglich zu mehr Verdachtsmomenten, nicht aber zu mehr echten Verdächtigen führen würde.
Die Attentäter vom 11. September, so heißt es, waren durchaus in den Datenminen bekannt. Lebten zusammen, waren nach Afghanistan geflogen, hatten Gelder aus verschiedenen Quellen erhalten und mit der gleichen Kreditkarte die Flüge gebucht. Was damals fehlte war die Manpower, um diesen Hinweisen nachzugehen, ja einer der Attentäter war tatsächlich sogar auf einer "ToDo"-Liste des FBI.
Will sagen: mehr Überwachung führt wahrscheinlich sogar zu noch mehr Datenmüll, falschen Hinweisen und Verwirrung nicht aber zu effektiver Prävention von Anschlägen.
19. December 2006
Das Jahr ist bald vorüber und es war für mich ein sehr unternehmungsreiches. Ich habe sechs europäische und mehrere deutsche Hauptstädte besucht, sei es zu Zwecken der Bildung anderer oder meiner selbst, zur Erholung oder zum Besuchen von Freunden und Verwandten. Ich habe Bus, Bahn und Flugzeug bestiegen, habe mit ausgestrecktem Daumen am Straßenrand gestanden oder selbst hinterm Steuer gesessen.
Dabei gab es vor allem eine wichtige Erfahrung zu machen: Gesamtreisedauer und -Preis sind im seltensten Falle Kriterien, nach denen man einen Reise planen sollte. In Wirklichkeit liegt sogar der einzige gute Grund für eine kurze Reisedauer in hoch prioritären Tätigkeiten am Ankunftsort, während Geld höchstens bei massiven Unterschieden eine Rolle spielen kann.
Da eine Autoreise weder Entspannung noch die Gelegenheit zur alternativen Tätigkeit bietet, lasse ich diese ohnehin aussen vor. Es bleiben also Bahn und Flugzeug.
Wenn ich von Frankfurt nach Berlin fliege (lassen wir mal die Anreise nach Frankfurt die gleiche sein), spare ich nicht 90 Minuten gegenüber dem Zug, sondern ich verliere 150 Minuten, in denen ich wahrscheinlich nicht zum Arbeiten komme. Während ich im ICE nicht einmal umsteigen muss (die Annehmlichkeiten, meinen Reisezeitpunkt am gleichen Tag und zu fast jeder Uhrzeit mit Toleranz von einer Stunde festlegen zu können), bin ich bei einem Flug die gesamte Zeit damit beschäftigt, aus, ein, oder umzusteigen, einzuchecken, zum Gate zu laufen, verschiedene Sicherheitsschleusen zu passieren und andere Dinge zu tun. Zeit ist also nur dann Geld, wenn ich die Zeit nutzen kann, das gleiche gilt natürlich auch bei Flügen ins nahe Ausland, etwa nach Paris wo alleine die Strapaze um vom CDG in die Stadt zu gelangen schon jede Zugfahrt vom nicht allzu Nordöstlichen Teil Deutschlands rechtfertigt.
Das andere Argument ist Geld und das ist ja wiederum Zeit. Wenn ich also doppelt so lange brauche, um mit Ryanair nach Stockholm zu fliegen, weil Hahn und auch der Ankunftsflughafen weit ausserhalb der Stadt liegen, dann ist das keinerlei Gewinn und wenn man die Bus/Bahntransferkosten dazu rechnet wahrscheinlich auch finanziell ein Verlust.
Meine Zeit ist mir also wichtig. Sie bedeutet meistens auch Geld, denn wenn ich arbeiten kann, kann ich damit Geld verdienen oder Dinge aus der Welt schaffen, die mich zuhause davon abhalten, mehr zu arbeiten. Und selbst wenn nicht: entspannt am Zielort anzukommen ist wahrlich etwas wert.
15. December 2006
Flugsicherheit drückt sich ja neuerdings dadurch aus, dass das Mitführen von Flüssigkeiten nur noch bis zu genau dem Zeitpunkt erlaubt ist, da man den Metalldetektor betritt der den Eingangsbereich zu den einzelnen Abfluggates markiert.
Dort trug sich heute dann zu, dass ich mit Buttermilch (Weihenstephan, mit Pfirsich) bewaffnet eben jenen Gang hinaufschritt und mich währenddessen selbiger durch orale Aufnahme entledigte. An der Schleuse angekommen hatte ich dann besagtes Buttermilchgefäß entleert, aber mangels Mülleimer noch nicht entsorgt. Mein Plan, das Ding einfach bis zum dahinter liegenden Mülleimer zu tragen scheiterte daran, dass der Betreiber des Röntgenscanners den Metallgehalt des Aludeckels erkannte und sogleich ein extra Plastikbehältnis zum ordnungsgemäßen Transfer des Behältnisses bereit stellte. Das ganze Verfahren schloss er mit einem Fluch ab, den das Berühren des noch mit Buttermilch benetzten Deckels auslöste, während meinereiner dann eher erheitert am anderen Ende das Behältnis entgegen nahm um es zu entsorgen.
13. December 2006
Gerade mit England telefoniert, nach einer Mailadresse in einer Firma gefragt. Frau Rezeption meinte :"Sorry, I am not allowed to give out e-mail addresses, but here's her extension if you want to ring her personally..."
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