14. March 2006
/ Kategorie: film
Wie ich bei der Titanic nachlesen durfte, hat Soul-Sänger Isaac Hayes, die Originalstimme des Chefkoch bei Southpark, gekündigt. Was mich dabei doch wundert ist die Begründung: Ihm wird das mit der Religion zu viel. Oder im Original: Co-creator Matt Stone said: ‘In ten years and over 150 episodes of South Park, Isaac never had a problem with the show making fun of Christians, Muslim, Mormons or Jews.
‘He got a sudden case of religious sensitivity when it was his religion featured on the show.
‘Of course we will release Isaac from his contract, and we wish him well.’
However, in a statement explaining why he quit, 63-year-old Hayes did not mention the autumn episode poking fun at Scientology, instead citing ‘growing insensitivity toward personal spiritual beliefs’ across the media. . Haha.
13. March 2006
/ Kategorie: computers
Zum disclaimen: ich bin mit an der Planung dieser Veranstaltung beteiligt. Berichterstattung wird also im Vorfeld sehr einseitig sein, dieses Blog als Werbeplattform mißbraucht werden.
Hier der Call for Papers: GPN5 - smack my bit up
http://www.entropia.de/wiki/GPN5
Der Entropia e.V. - Chaos Computer Club Karlsruhe[1] lädt im fünften Jahr zur GPN Programmiernacht ein. Am Wochenende vom 9. bis 11. 6. 2006 wird sich in den Räumen der HS(ex-FH) Karlsruhe[2] eine hackerfreundliche Mischung aus Vorträgen, Workshops, Projekten, Chillout und Chaos entfalten und den Besuchern Gelegenheit bieten, ihr Wissen zu mehren und zu verbreite(r)n.
Die GPN hat sich inzwischen als süddeutsches Hackerevent etabliert und in den letzten Jahren für viel positives Feedback gesorgt. Auch dieses Jahr wollen wir uns wieder mit den Auswirkungen von Technik auf den Einzelnen und die Gesellschaft beschäftigen. "Hacken" nach der Definition des Entropia e.V. ist der verantwortungsbewusste und kreative, durchaus manchmal verspielte, Umgang mit Technik.
Der Schwerpunkt soll in diesem Jahr wieder verstärkt auf das Programmieren gelegt werden. Andere Themen rund um digitalen Lifestyle sowie Computerphilosophie und -sicherheit werden ebenfalls nicht zu kurz kommen. Auch die Karlsruher Lockpicker vom Sportfreunde der Sperrtechnik e.V.[3] werden sich auf der GPN in ihrer Kunst üben und einen Einblick in die Welt des gewaltfreien Öffnens von Schlössern bieten.
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10. March 2006
/ Kategorie: politics
Kennt ihr Musicload? Das sind die, wenn man mal den Fernseher anschaltet, mit dem unglaublich dämlichen Heavy Metal-Fan, der Schmusemusik kaufen will. Die verkaufen zu überhöhten Preisen, völlig unbrauchbare, weil minderqualitative und DRM-verkrüppelte WMA-Musik und halten sich für innovativ.
Das mit dem Innovativ kommt daher, dass als "Innovation" bei der Mutterfirma T-Online gilt, was nicht älter als 2 Jahre ist und schon einigermaßen funktioniert. Das wird dann dort für einen höheren Preis und mit schlechterer Qualität nochmal verkauft.
Und weil der Markt klein und das Werbebudget groß ist, ist es nicht schwer, sich dann auch Marktführer zu nennen. Das kauft dann die Chefetage ab, schießt noch mehr Geld ins Werbebudget und an irgend einer Stelle kommt so viel Geld zurück dass das Konzept irgendwie funktioniert.
Neu bei Musicload ist, dass die jetzt auch Konzepte kopieren, die nicht funktionieren. Zum Beispiel das von Napster, das da lautet: "10 Euro für so viel DRM-verkrüppelte Musik wie du willst, solange du zahlst". Funktioniert bei denen auch nicht. Die machen Verluste, weil keiner so blöd ist, 120 Euro im Jahr für Musik auszugeben, um danach rein gar nichts sein eigen nennen zu können.
Nun also eben Musicload. Die haben sich gedacht "Flatrate, das geht zu weit". Und haben das Webradio neu erfunden. Nur nennen die es "Streaming-Flatrate", schicken minderqualitative, drm-verkrüppelte Musik über das Netz und verlangen dafür "unter 10 Euro", wie Heise schreibt. Und damit auch keiner überkonsumiert, oder vergisst den Stream abzuschalten, was ja Geld kosten könnte, und damit man das auch nicht im Schlaf anmacht um die ganze Nacht hindurch den Lieblingsklängen zu lauschen (wofür man ja bezahlt hätte), gibt's einen 6-Stunden-Timeout bei einem Dienst, der sich "music nonstop" nennt. Grandios, Leute!
Ich bin ja mal gespannt, wann die das Konzept für gescheitert erklären mit noch mehr Werbegelderm fördern und empfehle so lange sowas wie last.fm oder natürlich Soulseek. Ist günstiger.
10. March 2006
/ Kategorie: politics
Verschwörungstheorien sind eigentlich das beste Beispiel dafür, dass Blogs es im großen und ganzen noch nicht auf die Reihe kriegen, einfach mal selbst hinterher zu recherchieren. Zumindest ist die Geschichte mit der Iranischen Ölbörse die jetzt auf Euro umstellt und deshalb einen Kriegsgrund liefert, schon einige male durch meinen Feedreader gerauscht, bevor der Spiegel die Geschichten recht eindrucksvoll dekonstruieren konnte. Klar, richtige Recherche ist auch in der professionellen Welt nicht jedermanns Ding, aber immerhin ist die Geschichte dort noch nicht so sehr herumgekommen und auch klar, dass die Geschichte alles hat, was eine gute Verschwörungstheorie braucht. Euro vs Dollar (und warum Europa nicht ganz so dolle mitspielt wie die Amis) sowie Öl sind Plausibel, das mit den Atomwaffen kann ja so nicht stimmen und peng - schon haben wir ein gutes Gerücht in der Welt. Bleibt nur nochmal der Hinweis: Recherche tut im Normalfall nicht weh. Und dauert meistens auch nicht allzu lange. Wahrscheinlich hätte man schon innerhalb von ein paar Minuten Netzrecherche heraus gefunden, dass die Geschichte nicht allzu viel taugt, und der Spiegel hätte keine Chance gehabt, mal wieder die Blogosphäre als inkompetent hinzustellen.
9. March 2006
/ Kategorie: politics
Das Deutschlandradio berichtet: "Der polnische Staatspräsident Kaczynski hat in seiner Rede in der Berliner Humboldt-Universität vor einer Förderung der Homosexuellen in Europa gewarnt. Diese würde den Fortbestand der Zivilisation gefährden, da sich die Menschen dann nicht mehr fortpflanzten, sagte Kaczynski. Eine gleichberechtigte homosexuelle Kultur könne es nicht geben."
Der Spiegel spricht von einem Eklat, weil es ein paar Leute gewagt haben dagegen zu protestieren, in einem Nebensatz wird jenes ungeheuerliche Zitat erwähnt. Dazwischen Buh-Rufe für Demonstranten und Tumulte, der Veranstalter distanziert sich von den Störern.
Ich erinnere mich, das ist gar nicht so lange her, da musste ein angehender EU-Kommissar aus Italien zurück treten, weil er behauptet hatte, Homosexualität sei eine Sünde.
Heute hat ein Ministerpräsident der Europäischen Union diese kleinigkeiten hinter sich gelassen und gleich gesagt worauf es ihm ankommt. Und wo ist der Eklat? Wo ist die diplomatische Protestnote? Wo der protestierende bekennend schwule Oberbürgermeister von Berlin? Vielleicht sind die Polen ja einfach ein bisschen rückständig. Die kriegen das schon hin. Noch ein paar Jahre lang schwule verkloppen und verbieten, dann irgendwann kann man ja auch da mal dran denken, dass Menschenrechte universell und unteilbar sind. Auch im Herzen der Europäischen Union.
9. March 2006
/ Kategorie: politics
Ok, falscher Begriff. Während in Malaysia beispielsweise Metal-Fans verfolgt und kriminalisiert werden, unterstützt die "Multimedia Development Corporation", eine Staatliche Agentur zur Förderung von Mulitmedia-Firmen zur Zeit massiv die Einführung von Freien Lizenzen wie Creative Commons. Wie die Star Techcentral berichtet, plant die Agentur in den nächsten Wochen Gespräche mit der Recording Industry of Malaysia und der National Film Development Corporation, um eine entsprechende Kampagne zu starten. Die Agentur sieht in Creative Commons die große Chance, dass sich Malaysische Musik und Filme besser in der Welt verbreiten und so für ein gesteigertes Interesse an Malaysischer Kultur sorgen könnten.
Seltsam, diese Malaysische Regierung. Einerseits extrem repressiv und fast schon fundamentalistisch, andererseits gehen so etwas wie 40% des Landeshaushalts (die Zahl habe ich vor ein paar Jahren mal aufgeschnappt) in Bildung und Forschung und auch das Netz scheint man deutlich mehr verstanden zu haben, als hierzulande.
8. March 2006
/ Kategorie: politics
Auch im Iran wird Weltfrauentag gefeiert - ohne wohlmeinende Ansprache von Regierungsmitgliedern, ohne umfassende Presseberichterstattung, aber auch ohne Kompromisse. Das Iranian Prospect Blog hat ein wenig dazu aufgeschrieben.
6. March 2006
/ Kategorie: misc
Gibt es eigentlich ein gutes Blog dass sich speziell mit social engineering bzw. layer-8-sicherheit befasst? Ich meine jetzt weniger phishing und schlechte passwörter, sondern vor allem die alltäglichen, nichttechnischen Authentifizierungsmechanismen. Ich bin ja eigentlich ein recht ehrlicher Mensch und mache bis auf gelegentliches Schwarzfahren Ticket-Erst-Im-Zug-Kaufen nicht viel, was zu Strafen führen kann, mir fällt aber immer wieder auf, wie Verfahren, die Sicherheit schaffen sollen, unglaublich leicht umgangen werden können, wenn sie nicht von vornherein fehl schlagen.
So hatte ich zum Beispiel vor einigen Tagen Hauptspeicher für mein kommendes Notebook bestellt. Der kam heute an und auf dem Paket war ein großer Hinweis gedruckt, der dazu anwies, das Paket nur an den Empfänger auszuliefern. Macht auch Sinn, denn der Inhalt war vorbezahlt und hatte durch Sammelbestellung über 300 Euro gekostet. Die Interpretation dieser Sicherheitsabfrage durch den Paketmenschen war jedoch, mich zu fragen ob ich der Empfänger sei. Ein "Ja" genügte ihm, Sinn der Aufgabe verfehlt.
Auch fällt mir immer das Beispiel ein, wo die Post beim Aushändigen von Paketen gegen Vorlage dieses orangenen Zettels einen Personalausweis verlangt, es aber problemlos möglich ist, ohne weitere Authentifizierung einen Abholer zu beauftragen, der zwar seinen Personalausweis benötigt, dafür aber nicht mit dem Empfänger übereinstimmen muss. Mißbrauch problemlos möglich, auch wenn sich das natürlich kaum anders regeln lässt.
Ich würde sehr gern mehr über das Thema lesen. So in Blogform. Also falls es da was gibt: einfach mal nen comment schreiben.
6. March 2006
/ Kategorie: film
Um hier mal dem nicht-politischen oder halb-politischen und eher künstlerischen Ansatz dieses Blogs gerecht zu werden, mal ein paar Zeilen zu den Oscars, nachdem ich beim WMFU-Blog eine sehr coole selbstegemachte Preisverleihung gefunden habe, die unter anderem mit Preisen wie Most conservative "revolutionary" romance für Brokeback Mountain für Freude sorgt.
Also Oscars. Man braucht ja eigentlich gar nicht darüber zu diskutieren, dass die Oscars natürlich schwachsinn sind, weil sie inzwischen eine reine Verkaufsveranstaltung für das Semi-Mainstream-Kino a la Miramax und Lion's Gate geworden ist. Dazu noch langweilig, zumindest gestern. Wichtig trotzdem, und auch irgendwie nett anzuschauen weil man die meisten Filme ja kennt und deshalb immer vorher so einen internen Vorhersage-Wettbewerb starten kann. Bei den meisten lag ich richtig. Die drei Technik-Oscars für King Kong, die drei optischen Nicht-Technik-Oscars für Geisha. Noch einer für Aardman in der Animation, Pinguine statt brisanter Politik in der Doku und Problemfilm aus Akfrika siegt bei den ausländischen politisch korrekt über Nazi-Film aus Deutschland. Dazu noch schwule Cowboys, die ich schon beim ersten mal nicht sonderlich spannend fand. Habe den Film zwar immer noch nicht gesehen, aber das Thema ist dermaßen offensichtlich enttabuisierend, dass es weh tut. Regie wahrscheinlich trotzdem verdient, adaptiertes Drehbuch sicher auch und der Score ist ja dermaßen eingängig dass sich der gemeine Oscar-Juror quasi verpflichtet fühlt, dafür zu stimmen. Crash ist ja irgendwie verhaßt. Ich verstehe nicht so recht warum, ob ich "bester Film" allerdings wirklich dorthin statt zu George Clooneys "Good Night and Good Luck" oder Capote geben soll...? Habe da so ein Bauchgefühl, muss das aber erst durch Ansehen der letztgenannten verifizieren.
Fehlt: Nichts. Auf die Schauspieler hätte ich als Buchmacher keine akzeptable Quote angeboten und der Rest ist irgendwie unwichtig.
Bleibt die Feststellung, dass die Nominierung eigentlich die spannendere Zeremonie ist. Kann man halt leider nur nicht in eine Show einbauen...
6. March 2006
/ Kategorie: politics
Was für ein Kundensservice! Hartmut Spiesecke vom Phonoverband kümmert sich natürlich sehr gerne um seine Opfer Kunden, drum nimmt er auch gern mal Beschwerden entgegen, wenn eine Kopiergeschützte CD nicht geht. Hat er zumindest im Deutschlandradio gesagt: (2:33) Ich habe persönlich gesagt, jeder der nen CDspieler hat bei dem ne Kopiergeschützte CD nicht läuft, der soll mir ne mail schicken. . Das Tapetennagel-Blog bzw. Netzpolitik waren deshalb so freundlich, auf den neuen Service hinzuweisen. Also falls ihr schonmal Probleme mit einer kopiergeschützten CD hattet, nutzt doch dieses einmalige Angebot und schreibt an spiesecke@phono.de,
6. March 2006
/ Kategorie: politics
Der Bielefelder FoeBud e.V. hat gemeinsam mit dem Chaos Computer Club
ein Internetportal eingerichtet, in dem Bürgerinnen und Bürger Akten
einstellen und anderen zugänglich machen können, die sie zuvor über das
neue Informationsfreiheitsgesetz (IFG) angefordert haben. Damit können
andere die hohe Gebühr (bis zu 500 Euro) für die Akteneinsicht sparen
und die Behörden werden von doppelter Arbeit entlastet. Die gemeinsame
Aktensammelstelle ist ab sofort unter http://www.befreite-dokumente.de
zu erreichen. - Zitat Pressemitteilung. Schöne Sache, das. Hoffen wir, dass es verbreitet und benutzt wird, also: "Spread the Word"! Und nutzt das Gesetz natürlich nach Möglichkeit aus.
Das Portal sammelt im übrigen nicht nur schon befreite Dokumente, es bietet auch die Möglichkeit mehrerer Bürger mit dem gleichen Interesse, sich zusammen zu finden um das Geld zu teilen.
3. March 2006
/ Kategorie: politics
Sehr seltsam, was man so alles lesen muss.
Da entscheidet das Bundesverfassungsgericht das gerne mal mit der Berliner Verkehrsgesellschaft verwechselt wird, relativ klar in einer Angelegenheit und die halbe Blogosphäre ist im Hobbyanwaltsfieber und sieht das Abendland untergehen. Jens hat das sehr treffend zusammen gefasst.
Wenn ich mir das Urteil so ansehe, klingt es für mich komplett logisch:
- E-Mails, die sich nicht mehr im Transfer befinden, fallen nicht mehr unter das Fernmeldegeheimnis.
Das macht absolut Sinn. E-Mails sind, sobald sie eingetroffen sind, private Dokumente. So wie Briefe auch nur so lange unter das Postgeheimnis fallen, wie sie im Umschlag sind (und auf dem Postweg oder im Briefkasten liegen).
- Verbindungsdaten, die unter der Kontrolle des Nutzers liegen, ebenso.
Auch das macht Sinn. Ob ich in meinem Mobiltelefon speichere, mit wem ich telefoniert habe, oder ob ich eine Anrufliste mache, sollte eigentlich keinen Unterschied machen. Zu den Verbindungsdaten zählen wahrscheinlich ebenfalls Einzelverbindungsnachweise der Telefonrechnung. Warum diese einen Sonderstatus haben sollten, macht auch nicht viel Sinn.
Viel wichtiger ist dabei, dass beides, also Mail und Verbindungsdaten, explizit als schützenswert erachtet werden. Zwar unter der weniger stark geschützten Informationellen Selbstbestimmung, aber immerhin.
Wir halten also fest: Mails haben in Zukunft den gleichen Status wie Briefe, eine Aufzählung mit wem ich telefoniert habe, werden mit meinem Terminkalender gleich gestellt. Beide können beschlagnahmt werden, und wenn ich wichtige Dinge explizit zu verbergen habe, dann muss ich sie verschlüsseln oder vernichten.
Was das für die Vorratsdatenspeicherung bedeutet, möchte ich hier nicht auch noch mutmaßen. Gab ja schon genug zu lesen, klar dürfte sein, dass einzelne Bürgerrechte gegeneinander abgegrenzt, auf keinen Fall aber geschwächt wurden.
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