31. January 2006
/ Kategorie: politics
Gab's ja schon öfter: xy schreibt über Firma, Firma findet das nicht lustig und hält sowieso nicht so viel von Pressefreiheit, Firma schreibt bösen Brief in dem Schlüsselworte wie "Abmahnung" oder "Anwalt" drinstehen. Selbst wenn das meist nur leere Drohungen sind: es gibt nicht viele, die es sich leisten können, überhaupt in einen Rechtsstreit zu geraten. Cory Doctorow, der heute morgen wegen eines Artikels bei BoingBoing einen bösen Brief und Anruf von Starforce, dem Hersteller einer Spyware-DRM-Software, kann das zum glück. Cnet sicherlich auch. (Aus gleichem Grund).
Weniger Unterstützung hat da leider Joey. Der musste, wie mein Lieblings-NeuBremer kaerF schreibt, eine Bildunterschrift mit dem Titel "Nicht funktionierender MeshNode von Saxonia" von seiner Website nehmen. Ursprünglich hatte Saxonia sogar verlangt, alle Bilder von Saxonia-Geräten aus seiner Galerie zu nehmen. Dass das gegen jegliches Rechtsverständnis spricht ist klar, aber was tun..? Joey musste nachgeben, und das obwohl er recht hatte. Und nein: da hilft es auch nichts, irgendwen zu kritisieren. Ausser Saxonia natürlich. Die kann man nicht nur kritisieren sondern auch boykottieren. Und auffordern, anderer Leute Meinungen zu respektieren.
29. January 2006
/ Kategorie: politics
Wer wissen will, was das genau bedeutet, wenn Google in China bei bestimmten Worten Filter setzt, der sollte sich mal den Unterschied zwischen http://images.google.com/images?q=tiananmen und http://images.google.cn/images?q=tiananmen ansehen. Interessanterweise funktioniert das nicht immer, manche (Windows-?) User werden von .cn auf .com weiter geleitet. (via Fukami
und Moe). Leichte Abweichungen von der korrekten Rechtschreibung umgehen im übrigen auch in China Filter.
Ansonsten wurde mir noch das obenstehende Bild zugeschickt. Fand ich hübsch.
27. January 2006
/ Kategorie: film
Der Englische Channel4 sendet ab sofort eine neue IT-Seifenoper. Wie es sich für die IT-Welt gehört, zuerst übers Netz. Auf der Channel4-Website kann man sich das ganze angucken, sofern man einen halbwegs vernünftig konfigurierten Browser mit mplayer-Plugin hat und darüber hinaus noch ein wenig über Glück verfügt. Ich hatte eher Pech, deswegen habe ich mir erst einmal anschauen müssen, wie das ganze gestreamt wird.
Die erste Folge kann man sich, statt sie im Browser zu streamen, auch Hier herunterladen. Der Link (auf episode1_c4web.wmv) wird sich wahrscheinlich nach Veröffentlichung von Folge2 auch entsprechend verändern lassen.
Falls nicht, gilt für den einigermaßen versierten Menschen folgendes:
Der Link ist in einen .asx-Container gepackt. Dieser lässt sich unter http://www.channel4.com/videomgt/media/asx/entertainment/DATEI.asx herunterladen. Wobei DATEI eine ID ist. An diese ID kommt man, indem man sich den Link zum entsprechenden Streaming-Fenster anguckt.
In diesem Falle:
javascript:void window.open('/player/playerwindow.html?id=2511&vert=entertainment', etc..
bzw. wenn man das Fenster öffnet und die URL anschaut:
http://www.channel4.com/player/playerwindow.html?id=2511&vert=entertainment
Also: 2511
Wenn wir das .asx herunter geladen haben, zum Beispiel mit wget, müssen wir es "nur noch" öffnen. Das XML-File hat 2 <entry>-Bereiche, von denen der zweite ein <ref href="mms://irgendeinlink.wmv"> enthält. das mms:// durch http:// austauschen und schon kann man sich das ganze auch herunter laden.
Wenn Montag nicht Klausur wäre, würde ich mir jetzt vielleicht ein Greasemonkey-Skript schreiben dass die Datei automatisch zum Download anbietet. Vielleicht hole ich das ja noch nach...
26. January 2006
/ Kategorie: politics
Johnny fragt sich zurecht, was die Faszination und die Entrüstung hervorruft, die Firmen wie Google oder auch Apple mit sich bringen, wenn sie gutes (Innovation) oder schlechtes (Zensur, Datensammeln, DRM) tun. Klar ist: eine Aktiengesellschaft ist eine Aktiengesellschaft. Und die unterliegt allen Regeln und Zwängen der Marktwirtschaft. Da kann man sich "The Corporation" anschauen oder das Schwarzbuch Markenfirmen lesen, ich kann mir gut vorstellen, dass das böse Erwachen für die Modeopfer ähnlich hart war, als sie entdeckten, dass ihre Schuhe auch nur von Kindern genäht werden, auch die mit dem Haken oder den drei Streifen drauf.
Und doch gibt es eben Unterschiede. Google hat beispielsweise trotz Vorantreibens der Webghettoisierung ein wenig mehr verstanden als Yahoo. Seien es Kleinigkeiten, wie dass man neuerdings bei Blogspot auch ohne Account kommentieren kann, oder sei es, dass Google Talk auf freien Standards basiert. Und es ist meines Erachtens nach eher das Unverständnis gegenüber den krassen Ausfällen in Sachen Firmenpolitik, als das Bedürfnis nach einer Vaterfigur in Unternehmensform, auch wenn das sicherlich ein Grund sein mag.
Apple waren die ersten im Online-Musikmarkt, die verstanden haben dass der User seine Freiheiten möchte. Für diese Freiheiten, und seien es nur 6 Privatkopien, musste man sicher hinter den Kulissen gewaltig kämpfen. Umso unverständlicher war es, als iTunes nach Hause telefonierte. Enttäuschung quasi.
Was also wären konkrete Erwartungen an Google? "Den Chinesen mal die Meinung sagen" ist sicherlich die falsche Option. Die ziehen dann nämlich den Stecker und Baidu, Yahoo oder MSN freuen sich. Aber öffentlicher PR-Druck kann wirken. Auch innerhalb der Systeme gibt es die Möglichkeit, ein klein wenig Gutes zu tun. Das mag ein zensiertes Stichwort weniger sein, oder ein Chinesischer Blogger, der bei Blogspot weiterhin seine Meinung sagen darf, nachdem er bei MSN abgeschaltet wurde. Und genau dafür ist öffentlicher Druck wichtig.
25. January 2006
/ Kategorie: politics
Als Update zu " Google zensiert" fand ich gerade ein Blog beim Google-Dienst Blogspot.com. Das Blog mit dem Titel googlecensorship.blogspot.com besteht aus einem einzigen Post mit einem einfachen Inhalt: We don't want Google to censor search engine results. Not in China and nowhere else in the world.
Die Bitte dazu: in den Comments seine eigene Meinung, zumindest aber den Namen hinzufügen. Vielleicht bringt's ja was...
25. January 2006
/ Kategorie: politics
Google ist eben eine Firma wie alle anderen auch. Trotz "Don't be evil"-Leitspruch, wenn der Markt die Expansion nach China verlangt, dann expandiert man nach China und wenn die Regierung dort Zensur verlangt, dann zensiert man eben. Oder auch nicht? Immerhin hatte Google noch vor einigen Tagen so viel Rückgrat, um einer Auskunftsanforderung der US-Regierung zu widerstehen. Umso unverständlicher ist es deshalb, dass sich Google im Ausland offensichtlich nicht einmal an einfachste Menschenrechtsstandards hält. Dass dafür auch die Reporter ohne Grenzen diese Zensur scharf kritisieren, ist dann natürlich naheliegend. Was mich aber sehr verwundert erfreut hat, ist die Tatsache, dass der ebenfalls nicht gerade zimperliche Spiegel-Artikel nicht nur in die übliche Netzwelt-Rubrik geschafft hat, sondern vielmehr zumindest momentan ganz oben auf der Top-Position steht. Langsam scheint auch das Thema in den großen Medien anzukommen. Schön!
25. January 2006
/ Kategorie: politics
Das Amtsgericht Darmstadt hat soeben in der Sache Holger Voss gegen T-Online entschieden, dass IP-Adressen die im Rahmen von Flatrates genutzt werden, direkt nach Beendigung der Internetverbindung gelöscht werden müssen, das bislang gespeicherte Volumen darf T-Online noch nicht einmal erheben. Holger Voss hatte geklagt, weil er wegen eines satirischen Beitrags im Heise-Forum angeklagt und freigesprochen worden war. Mehr dazu schreibt unter anderem heise.de
Großartige Sache, Herzlichen Glückwunsch von hier aus!
Was ich mich jetzt noch frage: Was für eine Relevanz hat diese Entscheidung a) für die Klagewellen der Musikindustrie und b) für die 1&1&Andere-schmeißen-Poweruser-raus-Praxis?
Denn: Wo keine Volumenspeicherung da keine Poweruser, wo keine IP-Adresse da keine Möglichkeit, P2P-User zu verklagen. Schön!
24. January 2006
/ Kategorie: politics
The German anti-piracy association GVU, amongst others, the anti-piracy arm of the International Motion Picture Association (MPA), was itself subject to a large-scale raid on FTP-Servers used for distributing Movies in the Warez-Scene today.
At 10:00 this morning, Police searched over 200 locations in Germany, Austria, The Netherlands, Poland and The Czech Republic, seizing 20 servers used for FTP/FXP distribution. According to an article on the German IT newsticker heise.de, the Hamburg based office of GVU was also subject to this raid. Two independent sources gave heise.de information, that the GVU had been giving the admin of a "warez"-site money and hardware to get the IP-adresses and other logged information. According to the article, even illegal copies themselves were provided. The GVU itself has not given any statement so far, except for confirming that the police had been in the Hamburg-Office "to verify the information that was provided in order to stage the raids".
24. January 2006
/ Kategorie: film, politics
Kurze Schadenfreude, nachdem ich gerade las, dass es bei einer Großrazzia gegen die Warez-Szene auch Durchsuchungen bei der GVU gegeben habe. Bisher gibt es diese Meldung aber nur bei heise.de, die wiederum die GVU um eine Stellungnahme gebeten haben. Bei der GVU berichtet von der Razzia, erwähnt in der Pressemitteilung aber nur kurz das Hamburger Büro: Zur Verifizierung der Informationen die die GVU an die Behörden gegeben hat wurde auch in der GVU-Zentrale in Hamburg ermittelt. Würde mich ja gar nicht wundern, wenn die GVU bei ihren Privatfahndungen auch mal den legalen Bereich verlassen hat, vielleicht war es aber auch nur ein falscher Alarm... - zumindest sieht es nach einer zweiten heise-Meldung ganz danach aus: Nach gemeinsamen Recherchen des Computermagazins c't und des News-Portals onlinekosten.de weisen Indizien darauf hin, dass die GVU bei ihren Ermittlungen gegen Raubkopierer die Grenzen des Erlaubten überschritten hat. Die Redaktionen erhielten bereits vor geraumer Zeit Hinweise eines GVU-nahen Informanten, die mittlerweile von einer zweiten Quelle bestätigt wurden. Danach soll die GVU mindestens einen Administrator eines zentralen Austausch-Servers der Warez-Szene regelmäßig bezahlt haben. Auf diese Weise sei sie an Log-Dateien und damit an Zugriffs-IP-Adressen dieser so genannten "Box" gekommen. Zudem soll sie Hardware zur Ausrüstung der Plattform beigesteuert haben.
Kris verweist auf einen schönen Artikel im Inquirer, der nicht nur den Glauben an ein funktionierendes DRM völlig dekonstruiert, sondern auch die Beweggründe der Industrie, trotzdem selbiges einzuführen, darlegt: Here is the problem, every DRM infection is unique, patented, copyrighted, copywronged, and DMCAd ad nauseum, They protect their code in every way possible, and make it so you have to get their approval to use it. This is all done under the guise of protecting content, but that is a lie. If you are going to steal content, do you think violating another copyright on the DRM mechanism will make you lose more sleep? Not a chance.
If you are a rival company though, you can't really violate such things and get away with it for long, Sony, MS and most people swiping GPLd code are proof of that. So, you have to license it to play ball, or at least play music and movies. That is the true nature of DRM infections, to keep other big greedy companies out.
Das erklärt übrigens auch ziemlich gut, warum die um viele Milliarden schwerere Software- und Elektronikindustrie so auf die Forderungen der Unterhaltungsindustrie einsteigt: Marktanteile, die den Abbau von Kontrolle und Nutzungsmöglichkeiten durch den Kunden zum Kollateralschaden werden lassen.
23. January 2006
Ist sicher schon uralt und so weiter, aber ich kannte es nicht und fand es wunderschönGerade auf der pho-mailingliste gefunden und dort wohl auch entstanden: "A farmer happy in the same old furrows may cheer at the removal of stones that blunt his ploughshares, but an adventurous swordsman relishes their encounter as, addressed correctly, his edge is improved." . Autor mir bislang (?) unbekannt... Stammt von Crosbie Fitch...
22. January 2006
/ Kategorie: politics
Ging ja ganz schön durch die Presse: Google hat sich letzte Woche geweigert, Suchstatistiken an die US-Regierung auszuliefern, während AOL, MSN und Yahoo das bereitwillig getan haben. Das hat nicht nur die EFF auf den Plan gerufen, sondern auch Bundesdatenschützer Peter Schaar. Erstere lobten Google für ihre Weigerung, kritisierten aber gleichzeitig, dass diese Daten überhaupt gespeichert würden, während Schaar seine Bedenken vor allem gegen die Anfrage ansich äußerte: "Aus meiner Sicht handelt es sich um ein alarmierendes Signal, dass die umfangreichen Nutzungsstatistiken, die geführt werden, gerade bei einem Weltmarktführer wie Google, Gegenstand von solchen doch sehr allgemeinen Auskunftsersuchen werden." . Wer verhindern möchte, dass seine Daten personenbezogen gespeichert werden, sollte sich indes vor allem auf die Löschung von Cookies verlassen. Die Firefox-Extension CustomizeGoogle erledigt das nebst vielen anderen coolen Dingen ganz automatisch...
20. January 2006
/ Kategorie: politics
Wie Hoder berichtet, hat das Regieme im Iran einen Filter auf BBC Persia gesetzt, immerhin die erfolgreichste BBC World Service-Abteilung. Quasi gleichzeitig wurde, wie die Reporter ohne Grenzen melden, der Blogger Ahmad Reza Shiri inhaftiert. Er hatte in seinem Blog zum Boykott der Wahl 2004 aufgerufen. Und war schon damals für drei Wochen im Gefängnis gesessen. Nach seiner Freilassung hatte er sich jedoch nicht einschüchtern lassen und ein neues Blog eröffnet. Die Inhaftierung zeigt, so Reporter Ohne Grenzen, "wie wichtig Blogs im Iran geworden sind". Das erinnert mich daran, dass ich schon einige Zeit plane, einen Planet mit guten, englissprachigen Blogs aus dem Iran aufzusetzen um auch hierzulande einen besseren Einblick in die dortige Blog-Szene geben zu können. Wer dazu noch Ideen oder Anmerkungen hat, darf diese hier gerne hinzufügen. Die RSF-Meldung las ich übrigens zuerst bei Netzpolitik
20. January 2006
/ Kategorie: misc
Sah hier ein bisschen komisch aus, die letzten paar Stunden, manchmal war die Seite sogar ganz weg. Grund: Live-Debugging das dazu geführt hat, dass die Suche nun wieder geht. Viel Spaß damit!
20. January 2006
/ Kategorie: computers
Serendipity, die Blogsoftware auf der auch zeitspuk.de sowie das Schwesterblog echoes-online.de laufen, steht kurz vor Veröffentlichung der Version 1.0 und sucht nun nach einem neuen Standard-Theme. Designer, die Interesse an so etwas haben, sollten sich also den entsprechenden Theme Contest anschauen. Und natürlich mitmachen!
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