21. December 2005
/ Kategorie: misc
Nachdem ja heute die Medien voll mit Premiere sind (hätte ich doch bloß gestern Put-Optionen gekauft...!), fiel mir mal wieder mein Lieblingszitat von Georg Kofler, dem Geschäftsführer des Fernsehsenders ein, der dereinst sagte "Ich hasse Anglizismen. Das ist alles Bullshit." Auf der Suche nach einem Beleg für dieses Zitat kam ich gerade auf die Seite des Vereins Deutsche Sprache e.V, der zwar gelegentlich ein wenig tendenziös anti-amerikanisch ist, aber dessen Sprachpanscher-Preisträger der letzten Jahre doch für einige Lacher gesorgt haben. Mein Liebling ist und bleibt dabei Jil Sander. Deren Meisterleistung stammt aus dem Jahre 1996 und ist immer noch brilliant zu lesen: "Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils." (im Magazin der FAZ, 1996)
21. December 2005
/ Kategorie: computers
spukt wieder. Will sagen: die Endjahresstatistik der Google-Benutzungen ist fertig. Eigentlich eine sehr interessante, zumindest aber lustige Sache. Stellt sich allerdings für mich die Frage, ob Google das nicht auch aufbereitet anbieten kann?
Solch Information macht zwar einigen Spaß, so lange sie aufbereitet ist. Richtig interessant bzw. benutzbar wird sie aber, wenn ich sie als User täglich oder wöchentlich in einer Form abrufen kann, die mir das weitere Verarbeiten ermöglicht. Finde das sollte Google mal angehen. Per API die mir beispielsweise XML-Daten zurück liefert. Ohne Geld dafür zu verlangen. Schließlich sorge ich als User auch dafür, dass Google solche Statistiken überhaupt machen kann. Und: Natürlich ohne allzu viele persönliche Daten abzugreifen.
20. December 2005
/ Kategorie: politics
Florian Müller war letztes Jahr für die sehr erfolgreiche Kampagene nosoftwarepatents.com verantwortlich und aus diesem Grunde auch von der Zeitschrift European Voice bei der Wahl zum Europäer des Jahres nominiert. Gewonnen hat diese Wahl aber der Luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, Florian gewann lediglich den Titel "Campaigner des Jahres" in dem unter anderem vom Economist und auch von Microsoft gesponsorten Preis.
Wie auch schon teilweise zu lesen war, ist Florian gar nicht glücklich über den Ausgang der Wahl, die einige Ungereimtheiten mit sich bringt. So wurden mitten in der Online-Abstimmung die IDs der Bestätigungslinks verändert, später war man nicht bereit, die genauen Abstimmungsergebnisse zu verraten. Zudem erscheint es Florian, wie er in seinem Slashdot-Journal schreibt, sehr seltsam warum er ausgerechnet in der Campaginer-Wahl an Bono von U2 vorbei ziehen konnte, dessen Wahl doch massiv auf u2.com und anderen hoch frequentierten Fansites beworben wurde, auf der anderen Seite aber von Juncker geschlagen wurde, der wirklich keinerlei Werbung für seine Wahl gemacht hatte. Alles in allem ein sehr mysteriöser Vorgang, ich bleibe gespannt wie das weiter geht. Florian überlegt sich zur Zeit zumindest einige Dinge. Wie er mir vorhin per Mail mitgeteilt hat, denkt er daran, Juncker per Online-Unterschriftenaktion dazu zu bewegen, seinen Preis zurück zu geben. Auch andere Dinge kommen in Betracht, wir bleiben dran!
20. December 2005
/ Kategorie: politics
Russell McOrmond ist Autor Freier Software und erklärt in einem recht lesenswerten Artikel bei p2pnet den Unterschied zwischen Diebstahl von materiellen Dingen und Verletzung von Nutzungsrechten wie dem Urheberrecht. Das ist natürlich ansich nichts neues, auch wenn es nicht oft genug betont werden kann; Russell beschreibt da eine Art Godwins Law der Urheberrechtsdebatte - sobald jemand das Wort "Diebstahl" benutzt, sollte die Diskussion für beendet erklärt werden.
Der eigentliche Grund für mich, diesen Artikel zu bloggen war aber ein Zitat von Thomas Jefferson aus dem Jahre 1813 (!!):
If nature has made any one thing less susceptible than all others of exclusive property, it is the action of the thinking power called an idea, which an individual may exclusively possess as long as he keeps it to himself; but the moment it is divulged, it forces itself into the possession of every one, and the receiver cannot dispossess himself of it. Its peculiar character, too, is that no one possesses the less, because every other possesses the whole of it. He who receives an idea from me, receives instruction himself without lessening mine; as he who lights his taper at mine, receives light without darkening me.
19. December 2005
/ Kategorie: music
Mal wieder vergessen, wie der Song genau heißt? Oder das Album? Sich an den Anfang eines Bandnamens erinnert der aber länger war? Oder nur den Vornamen der Sängerin im Kopf? Lyricsfly hilft dir. Bestimmt. Vor allem weil es tolle Buzzwords wie "Ajax" benutzt. Die haben aber in diesem Zusammenhang sogar einen Sinn: type-ahead-find, so wie bei google-suggest falls das jemand kennt. Nettes Spielzeug auf jeden Fall!
19. December 2005
/ Kategorie: politics
Meike Richter hat an der Uni Lüneburg soeben ihre Master Thesis fertig gestellt. Thema: Digital Divide, Geistige Eigentumsrechte und Software. Das ganze natürlich in einer Creative Commons-Lizenz.
Dazu hält sie auch auf dem 22C3 einen Vortrag. Sicherlich lesens- beziehungsweise besuchenswert, Review folgt eventuell demnächst an dieser Stelle.
19. December 2005
/ Kategorie: misc
Heute: Tim Berners-Lee. Irgendwie seltsam, dass der erste Mensch im Web einer der letzten in der Blogosphäre ist. Trotzdem natürlich ein herzliches Wilkommen!
Der erste Beitrag ist übrigens gleich mal ganz lustig. Dort schreibt er nämlich: "The first browser was actually a browser/editor, which allowed one to edit any page, and save it back to the web if one had access rights. [...] Now in 2005, we have blogs and wikis, and the fact that they are so popular makes me feel I wasn't crazy to think people needed a creative space."
19. December 2005
/ Kategorie: computers
Der Plus hat glaube ich noch nicht so ganz begriffen was er da verkauft:
17. December 2005
/ Kategorie: misc
Das WDR macht's vor mit der Zeitgeistaustreibung: zum 50jährigen Jubiläum gibt's mit textrundfunk.de eine Website, die aussieht, als habe es das Netz schon 1956 gegeben. Sieht sehr fesch aus und hat vor allem Nachrichten aus eben jenem Jahr - das Design hat ebenfalls dieses 50er-Flair. Nach soviel Schelte an den Öffentlich-Rechtlichen gerne auch mal ein Lob aus der Neuzeit: Cool!
16. December 2005
/ Kategorie: politics
Irgendwie verrückte Welt: Während hier gerade offen über Folter nachgedacht wird und Europa langsam aber sicher in Richtung Überwachungsstaat rutscht, wurde eine Verlängerung des Patriot Acts in den USA soeben abgelehnt. Der war nämlich nur zeitlich begrenzt und sollte nun verlängert werden. Man muss natürlich fairerweise sagen, dass das auch teilweise durch eine republikanische "Verlängerung ist nicht lang genug also sind wir erstmal dagegen um später nochmal zuschlagen zu können"-Fraktion ermöglicht wurde, aber immerhin: schallende Ohrfeige für Bush und Gonzales.
16. December 2005
/ Kategorie: film
Ich hätte nie vermutet, dass ich einmal erzeugnisse des Axel Springer-Verlages loben würde. Aber: in der aktuellen Audio-Video-Foto-Bild ist als Beileger-DVD der großartige Coen-Brothers-Film "Fargo" enthalten. Für 3,30 Eur.
Einmal im Leben wünsche ich mir ja eine Reißerische Bild-Schlagzeile dazu: "Unfassbar, Magazin verschenkt brutalen Metzel-Film". Wie auch immer: Kaufen lohnt sich. Versprochen.
16. December 2005
/ Kategorie: music
In einer fast schon selten gewordenen Geste hat sich Richard Blackstone, Chairman von Warner Chappell beim Betreiber von PearLyrics entschuldigt. Pearlyrics, eine Seite die das Herunterladen von Songtexten für iTunes-Nutzer anbot, war letzte Woche abgemahnt worden. Nach einigem Protest unter anderem durch die EFF hat die Plattenfirma sich aber wohl nun zu einem umlenken bewogen. Unter anderem weil einige EFF-Anwälte der Ansicht waren, dass der Betreiber der Seite in den USA gar nicht illegal handelt und weil ziemlich deutlich geworden war, dass Warner keinerlei Nutzen aber viel Schaden aus dieser Aktion zieht. Wäre schön, wenn so etwas in Zukunft häufiger passieren würde. Zum Beispiel bei Mashup-Alben. Ich stelle übrigens gerade fest, dass immerhin das coole Hippocamp Ruins Sgt. Peppers noch ein wenig leben darf.
15. December 2005
/ Kategorie: politics
Ich komme ja bei der Verfolgung der Berichterstattung aus HongKong hinterher, aber es passiert gerade wohl einiges bei der WTO Ministerkonferenz. Oliver Moldenhauer berichtet zusammen mit anderen im Attac HongKong-Blog von den Protesten und Aktionen in HongKong, während der EED und WEED zusammen über RadioHongKong.de ebenfalls täglich berichten. ( Telepolis hat mehr dazu).
Ein ausführlicherer Pressespiegel und eine Bewertung wird dann sicherlich nach dem Ende der Konferenz folgen.
14. December 2005
2 Jahre und 4 Monate (seit dem 14.8.2003) existiert mein Blog nun als julian-finn.de. Ursprünglich hatte ich einmal vor, eine kleine Selbstdarstellungsseite einzurichten und Freunden von mir, die von Helsinki bis Südafrika bzw. zeitweise von Japan bis in die USA verstreut leben, ein bisschen von mir zu erzählen. Und was ich damals so geschrieben habe, ist mir mittlerweile teilweise wirklich peinlich.
Mann, was hat sich in diesen 28 Monaten alles geändert, darüber was Blogs heute darstellen brauche ich nun wirklich nichts mehr schreiben.
Zeitgemäß ist julian-finn.de deshalb schon länger nicht mehr gewesen. Zum einen wollte ich nicht darauf verzichten, über meine immer zunehmende politische Arbeit zu berichten oder aktuelle Geschehnisse zu kommentieren; zum anderen waren meine Freunde nicht gerade begeistert von der fünfzigsten Geschichte über DRM oder Softwarepatente. Das hat mich in letzter Zeit auch sehr gehemmt, es stand oftmals die Frage im Raum was ich bloggen soll, was ich lieber lasse. Wer aufmerksam mitliest, dem ist das vielleicht aufgefallen: vor einigen Monaten hat sich die Stilistik des Blogs ungefähr alle zwei Wochen komplett geändert, letzten Endes kaum etwas zu meiner wirklichen Zufriedenheit.
Also: Trennung, neue Räume erschließen, der Trend geht zum Zweitblog, will heißen: eines für KunstPolitikNetzRechte und eins für meine privaten Dinge, ein bisschen abgetrennt, ein bisschen offener - über die genaue Form bin ich mir noch nicht so ganz im klaren, eines nach dem anderen.
Die schon angekündigte Namenssuche hat ein Ende gefunden, das Layout ist komplett, ich hoffe es gefällt. In Zukunft wird dieses Blog mit all seiner Themenvielfalt und doch meines Erachtens eindeutiger Stoßrichtung unter dem Namen Zeitspuk.de laufen.
Für das Design möchte ich hiermit noch einmal meinem sehr geschätzten echoes-Kollegen Roland danken. Natürlich ist die optische Verwandheit kein Zufall: zeitspuk.de soll quasi als die erste Publikation aus der echoes-familie gelten, weitere werden (schrittweise) folgen, wie bei so vielem gibt es Ideen aber kein Interesse an einer Vergaloppierung.
julian-finn.de linkt vorerst ebenfalls dorthin. RSS-Feeds aktualisieren ist trotzdem keine schlechte Idee, sobald Ideen da sind, wird sich dort sicherlich einiges tun.
Bis dahin freue ich mich über Kommentare, Hinweise und natürlich auch gerne Links und andere Informationen. Danke speziell an Isotopp an dieser Stelle für die bisher sehr aufmerksame Belieferung!
In Zukunft tickert im Übrigen auf der rechten Seite der del.icio.us-RSS-Feed zum Tag "zeitspuk" mit. Die Belieferung geht natürlich auch darüber, ich freue mich!
14. December 2005
Das EU-Parlament hat heute mit 378 zu 197 Stimmen den Weg für Generalverdacht, Überwachung und mehr unter dem großen Terrorismusbekämpfungsbanner frei gemacht und für die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gestimmt. Im Klartext: wenn Gerichte das nicht verhindern, werden in Zukunft alle Telekommunikations-Verbindungsdaten (Wer kommuniziert mit wem wann?) mindestens 6 (Schäuble spricht von 24) Monate gespeichert, ebenso Standortdaten von Mobiltelefonen.
Bleibt: die Hoffnung, dass die Gerichte (in diesem Falle wird der EUGH zuständig sein, nicht das BVerfG) das ebenso unverhältnismäßig und problematisch finden und die Sache einstampfen. Mehr bei Heise, Golem und Netzpolitik
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