31. December 2005
/ Kategorie: misc
Noch knappe zweieinhalb Stunden.
Drum: Ich wünsche euch allen ein schönes kommendes Jahr 2006!
31. December 2005
/ Kategorie: misc
Tag 4 war irgendwie die Hölle: nur 5 Stunden gepennt, um 9 uhr aufgestanden, Vortrag zuende vorbereitet, 2 Vorträge gehalten (beide gut), danach erstmal gefeiert. Der Blackberry-Vortrag von Phenoelit war interessant, die Security Nightmares werden leider von Jahr zu Jahr weniger spannend, gab dieses mal kaum Wortmeldungen.
Zum Fazit: Alles gut. Ausser für die Engel, die waren ein wenig überlastet. Ansonsten Top. Alles. Wer nicht da war hat was verpasst. Tolles, meistens stabiles Internet, super Vorträge, tolle Diskussionen, nette und interessante Menschen.
Klar, gibt immer noch so Kleinigkeiten. Zum Beispiel Ideen, was man nächstes Jahr mal thematisieren sollte. Ich persönlich würde mir zum Beispiel mehr Diskussion a la "we lost the war" wünschen, die dann auch gerne nicht auf eine Stunde gestaucht sondern länger.
Ausserdem hätte ich gerne 72-Stunden-Tage, die es mir erlauben, ausreichend zu Schlafen, alle Vorträge anzugucken und die ganzen tollen Menschen trotzdem zu treffen. Aber man kann ja nicht alles haben, und von dem was machbar ist, war der 22C3 schon wirklich ganz oben angesiedelt.
29. December 2005
/ Kategorie: misc
Sehr Vortragsarm für mich heute: Muss noch 2 Vorträge für morgen vorbereiten und zwischendrin schieben sich haufenweise Meetings und Workshops (Wizards of OS, Datenschleuder und CCC-Presseworkshop). Gegessen habe ich auch noch nichts, bin müde bis zum Umfallen und heute abend ist die Darklab/Phenoelit-Party von Jeedi und co.
Ich muss mich aber dennoch mal aufraffen: Nachher ist noch Xbox360, gegen spät dann Daniel Kulla leider Parallel mit dem Hacker-Jeopardy. Glaube das Essen verschiebe ich auf nächstes Jahr...
29. December 2005
/ Kategorie: politics
Viel geredet heute: Mit den Piratbyran-Jungs, mit Regine von We make money not art, zum Glück nicht noch auf der Bühne. Ansonsten: "Sonys Digitaler Hausfriedensbruch" war leider zu voll, sicherlich lustig aber vor allem ein geschichtlicher Abriss über die ganze Story, das literarische Codequartett hat ebenfalls Spaß gemacht, auch wenn man nicht immer alles versteht.
Ansonsten: Medienkunstvortrag von Regine (s.o.) und Jussi Ängesläva, Jörg Tauss zum Informationsfreiheitsgesetz und Julius Mittenzwei, Andreas Lehner und Peter Franck zu "Anonymität im Internet" - über den Betrieb des CCC-Anonymizers und dessen manchmal juristische Folgen.
Regine und Jussi waren vor allem durch die Vorstellung guter Projekte lustig. Interessant da aber auch die Frage, wie Medienkünstler und Hacker in Zukunft näher zusammen rücken können. Hatte dort schon angemerkt, dass Medienkünstler ja unter anderem deshalb hervor stechen weil sie als eine sehr seltene Spezies Künstler ihr Handwerksmaterial kritisch beleuchten, Hacker eben auch und das Material sich nicht unterscheidet, lediglich der Umgang damit. Zudem ist es Medienkünstlern viel leichter, ihre Anliegen deutlich zu machen, eine Chance die durchaus genutzt werden sollte.
Zu Tauss vielleicht nochmal ein eigener Beitrag. War schwer angreifbar, weil er deutlich gemacht hat, wie schwer es überhaupt war, das Gesetz zu machen. Gibt dennoch Kritik, vor allem aber Skepsis, die sich erst durch die Praxis prüfen lässt.
28. December 2005
/ Kategorie: misc
Gesehen auf dem 22C3 (dort auch käuflich zu erwerben)
28. December 2005
/ Kategorie: misc, politics
Nun wollte ich mir doch noch kurz die Zeit nehmen, mal auf den "We lost the war"-Vortrag von Frank Rieger und Rop Gonggrijp einzugehen. Die beiden hatten die These aufgestellt, dass die großen Schlachten um Kommunikationsfreiheit und Bürgerrechte, gegen einen Überwachungsstaat bereits verloren sind, dass Szenarien aus Scifi-Romanen bald Realität werden. Hauptargumente: Vorratsdatenspeicherung, Videoüberwachung, Data Mining und viele andere technische und gesetzliche Neuerungen, angestachelt durch Terror-Angst und Kriminalitätsbekämpfungsvorwände.
Hat mir ja eigentlich ganz gut gefallen, auch wenn ich nicht an die unheilige Allianz aus Sicherheitsindustrie und Geheimdiensten glaube, die die Hinterzimmer in Brüssel bevölkert sondern eher an eine genauso unheilige Allianz von Unwissen, Angst und Überreaktion, gepaart mit einer entsprechenden Ideologie.
Aber mich hat noch etwas anderes gestört: Wenn wir den Krieg verloren haben, dann heißt das nun: Untergrundkampf. Wenn es den Krieg noch zu gewinnen gilt, dann heißt das Angriff. Auf jeden Fall braucht es eine Strategie, einen Schlachtplan, wenn wir schon in diesen martialischen Tönen bleiben wollen.
Bis auf einzelne Ideen wie "Versucht mit den Hackern die die Seite gewechselt haben zu reden" oder "Wir müssen Crypto bauen. Schnell." war da aber nicht viel. Keine weiteren Ideen wie wir in die Offensive gehen können, keine überlegungen zu einer generellen Strategie.
Natürlich: Bestimmte Dinge kann man nicht öffentlich sagen. Bestimmte andere Dinge aber schon.
Natürlich kann man so etwas nicht Top-Down planen und hoffen dass eine so heterogene Gemeinschaft wie die der Hacker und Datenschützer, Bürgerrechtler und so weiter, da mit machen. Aber es ist dringend Kommunikation und ein wenig Aktionsplanung nötig. Und gemeinsame Standpunkte. Ja, das wird schwer.
28. December 2005
/ Kategorie: politics
War schön gestern. Zwar extrem wenig schlaf und ein leicht verpeilter Vortrag meinerseits, dafür aber nette Diskussionen mit den Jungs vom piratbyrån, noch mehr Diskussion bei "We lost the war", eine knappe Stunde Spaß mit den BigBrotherAwards beim Foebud und noch viel mehr Spaß um Mitternacht mit "Biometrie in Filmen" von Constanze Kurz.
Ansonsten: Internet funktioniert, das Rauchverbot war eine brilliante Idee, das Hackcenter ist dieses Jahr nicht so überfüllt - klasse! Hoffen wir nur dass die mangelnde überfüllung nicht an einer im Endeffekt stark gesunkenen Teilnehmerzahl liegt. Die Vorträge sind zumindest meistens recht voll.
27. December 2005
/ Kategorie: misc
Habe neben den Vorbereitungen zu meinem eigenen Vortrag zumindest die Zeit gefunden, mir die zweite Hälfte von Joi Itos Keynote und "Grey Commons" von Rasmus Flesicher und Palle Torsson anzuhören.
Ersterer natürlich extrem souverän und eloquent. Keynote natürlich mit dem üblichen Inhalt: Gefahren für Freiheit und Demokratie, Entwicklungen, was wir tun können. Hat gefallen auch wenn nicht allzu viel neue Erkenntnis dabei war.
Mit letzteren streitet sich gut: Die vertreten mit Piratbyran eine recht radikale, kompromisslose Anti-Copyright-Position, die sich zwar nicht immer teilen, aber doch verstehen und debattieren lässt. Kleine Schwächen leider bei der Frage "Was machen wir gegen DRM und was setzen wir dem politisch entgegen?".
Jetzt geht's auch schon wieder weiter. noch etwas mehr als eine Stunde bis unsere Folien endgültig stehen müssen. Ja ja. Früher anfangen, ich weiß...
27. December 2005
/ Kategorie: politics
Tag 0 also. Ankunft nach fünfeinhalb stunden Zugfahrt, zum Glück am Tisch mit Strom. Ankunft in Berlin, tausend Sachen regeln (Wohnungsschlüssel, Speaker-Badges etc). Beginnt richtig relaxed hier. Ist noch kaum was los im Hackcenter, dafür läuft Netz schon richtig gut und stabil. Morgen geht's los, 17 Uhr ist unser Trips-Vortrag, weswegen ich jetzt erstmal noch die Nacht durch Folien zusammen hacken darf. Zum Glück ist danach erstmal 3 Tage ruhe, Tag 4 wird dann noch mal richtig fies, aber das schaff ich schon...
26. December 2005
/ Kategorie: politics
Nach 2 Tagen Weihnachtsstille packe ich nun meine Sachen um mich gleich in den Zug nach Berlin zu setzen. Dort werde ich die nächsten vier Tage den 22C3 besuchen und auch drei Vorträge halten. Ansonsten natürlich haufenweise Berichterstattung auf dieser Seite.
24. December 2005
/ Kategorie: misc
Kann ja nicht überall gleichzeitig hingucken: Wie ich erst jetzt feststelle, hat die englische Regulierungsbehörde Ofcom schon vor über einer Woche die langersehnte fünfjahreslizenz an Resonance FM, den wahrscheinlich coolsten Radiosender der Welt, erteilt.
Lustig finde ich ja immer, wie Bürokraten so etwas dann begründen. Resonance FM läuft offiziell nicht als Kunstradio, als UKW-Arte, sondern vielmehr als Community-Radio. Dafür braucht man dann anscheinend Zielgruppen, die hier in der Begründung als folgende aufgelistet werden: "This service is targeted at inner London’s community of practising artists and those outside the mainstream media. The audience also includes the socially deprived, minority groups and the culturally under-represented."
Na dann, weiterhin viel Erfolg!
24. December 2005
/ Kategorie: computers
Yahoo treibt ja mit am meisten das globale Webghetto voran. Was mir aber bisher noch nicht so klar war, ist dass die Leute dort absolut gar kein Interesse an einer einfachen Nutzung ihrer Dienste zu haben scheinen. Die ganzen Mechanismen schreien förmlich: "Das hier ist unsere Hood, du kommst hier nicht so einfach rein, aber wenn du mal drin bist bist du einer von uns"
Klartext: Ich wollte mich ja gerade für eine Mailingliste auf yahoogroups anmelden.
Das geht so:
- trage deine Mailadresse in einem Formular ein
- bekomme eine Bestätigungsmail
- Siehe in der Bestätigungsmail einen großen HTML-Submitbutton der nicht bei jeder Rechnerkonfiguration funktioniert
- Finde nach einigem Suchen auch noch ganz klein einen aktivierungslink
- Klicke drauf und bekomme erstmal einen Befehl, dich mit deiner Yahoo-ID zu authentifizieren.
- Falls du deine Yahoo-ID hast, logge dich damit ein. Falls du sie nicht mehr weißt:
- Gib deine Mailadresse ein sowie Geburtsdatum und geheime Frage die du vor ca. 2 Jahren mal bei Yahoo eingegeben hast. Schon damals hast du bestimmt alles andere als deine echten Daten dort eingetragen.
- Falls du dir eine neue anlegen musst: Trage Name, Geburtsdatum, Land, Username und Passwort ein
- Probiere ca. 5x herum bis du einen Usernamen findest, der tatsächlich noch nicht vergeben ist.
- Gib ein sechsstelliges Captcha ein und lies die AGBs (oder auch nicht). Klicke ausserdem drei oder vier Checkboxen aus damit du auch bestimmt doch keine Werbemails von Yahoo bekommst.
- Bekomme eine Aktivierungsmail mit Link
- Gehe auf den LInk.
- Trage dort den Aktivierungscode ein, der ebenfalls in der Mail steht
- Logge dich nun mit deinem Code ein und bestätige (falls das Browserfenster noch auf ist) nun deinen Willen, an der Mailingliste teilzunehmen
- Trage nochmal ein sechsstelliges Captcha ein.
- Erhalte endlich die Bestätigung dass du bei der Mailingliste drin bist.
- Stell erstmal ein wie du die Mails haben willst ("Mails in jedem Falle HTML-Formatieren?"). Sonst bekommst du nämlich keine.
Ihr könnt mir glauben, ich habe das jetzt nur deshalb so durchgezogen weil ich neugierig war, über wie viele Hürden ich da noch klettern muss. Irgendwie mit Kindern im Auto die alle drei Minuten "Sind wir schon daahaa?" quengeln.
23. December 2005
/ Kategorie: politics
Nach einer größeren Debatte gestern Nacht (Fippu hat das ganze protokolliert) ist die Abstimmung in Frankreich erstmal auf den 17.1.2006 verschoben. Inzwischen hat auch der Spiegel die Meldung aufgegriffen und sogar die Fairsharing-Kampagne erwähnt. Von selbiger gibt es im Übrigen seit soeben eine Pressemitteilung.
Derweil hat die ganze Aktion für derartige Verwirrung gesorgt, dass beispielsweise das Amerikanische Digital Music Weblog jetzt anscheinend gar nicht mehr weiter weiß. Also nein, diese Franzosen!
22. December 2005
/ Kategorie: politics
Inzwischen kommt mehr Licht ins Dunkel. Bloomberg hat upgedated und erwähnt nun unter anderem, dass die ISPs einen Teil ihrer Gewinne an die Verwertungsgesellschaft SACEM, die französische GEMA abgeben sollen. Das wiederum käme schon fast den Forderungen nach einer Kulturflatrate gleich. Philippe Astor weist mich zudem darauf hin, dass es einen Webcast der Debatte im französischen Parlament gibt. Für alle die der Sprache ausreichend mächtig sind - es scheint da ja ganz gut weiter zu gehen zur Zeit.
Su-Shee schreibt zudem über einen Artikel in der Libération, der die ganze Sache als Sieg für die Internet-Nutzerschaft feiert. Hoffen wir, dass es genau zu diesem wird - noch hat sich der Staub nicht gelegt, Euphorie hebe ich mir für später auf.
Interessant dürfte übrigens die Frage sein, in wie weit die Regelungen den EU-Urheberrechtsrichtlinien widersprechen oder damit vereinbar sind. Vor lauter Horrorszenarien haben wir lange genug vergessen zu überlegen, was man alles an sinnvollen Dingen damit anstellen könnte, wird wohl Zeit etwas kreativer zu denken...
22. December 2005
/ Kategorie: politics
Große Verwirrung heute: Nachdem in Frankreich ein Gesetz eingebracht worden war, das das Ende der Privatkopie, Freier Software und anderer Freiheiten bedeutet hätte, tröpfelten heute die Meldungen rein, die von einem kompletten Umkippen des Gesetzes berichteten. Markus schrieb von spärlichen Berichten unter anderem bei intern.de. Auch über die famose pho-liste kam lediglich ein Bericht einer Kampagne die darüber berichtete, dass der neue Gesetzesentwurf nun P2P legalisiere.
Ein bisschen klarer wird das ganze bei der Lektüre des Nouvel Observateur. Der hat das ganze als Top-Meldung (war ja auch für die "Wir sind alle Piraten"-Petition in Frankreich mitverantwortlich) und berichtet, wenn mein spärliches Schulfranzösisch mich nicht täuscht davon, dass gestern zwei Zusätze zum umstrittenen Gesetzesentwurf mit 30:28 Stimmen eingebracht wurden, die eine Ausnahme für die Privatkopie ermöglichen und die Benutzung von P2P-Tauschbörsen explizit erlauben. Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei (PS) in der Nationalversammlung fordert nun dass die Gesetzesvorlage eingestampft und komplett neu gestartet wird. "Wir sind froh, dass die Mehrheit im Parlament den Vorschlägen der PS gefolgt ist, die darauf zielen die Freiheit und Verantwortung der Internet-Nutzer zu stärken", schreibt Jean-Marc Ayrault in einer Mitteilung.
Was das genau heißt ist noch nicht ganz klar, auch wie sich das ganze entwickelt. Es sieht momentan zumindest so aus, dass das Eilverfahren der Regierung und auch die sehr extrem gefährliche Gesetzesvorlage vom Tisch ist. Wer auch immer sich an die Übersetzung des ganzen Artikels wagen möchte, dem sei hier an dieser Stelle schon einmal herzlich gedankt.
Update:Endlich mal was verständliches gefunden (ja, mir ist das durchaus peinlich mit meiner Unkenntnis der Französischen Sprache): Bloomberg schreibt darüber. Unter anderem bestätigen die nochmal die Zahl die mich etwas verwundert hatte: Tatsächlich geht es da ums ganze Plenum in dem gestern Nacht wohl nur 58 Leute (von 577) anwesend waren. Und die Reaktion der Unterhaltungsindustrie ist natürlich auch klar. Arbeitsplatzverlust und so aber auch "Die Parlamentarier wollten ihre Unabhängigkeit gegenüber der Regierung beweisen, wissen aber gar nicht was sie da abgestimmt haben." Ich frage mich ja ernsthaft wie tief man sinken muss, um solch eine Aussage zu tätigen.
Update 2: wie ich soeben per mail erfahre, soll das Ganze heute Nachmittag noch einmal abgestimmt werden, das hat heute morgen der französische Kulturminister entschieden. Dieser sagt allerdings auch, dass "herunterladen", nicht "hochladen" tatsächlich durch die Privatkopie und durch eine pauschale erlaubnis gedeckt sein sollte. Sollte das Parlament die Zusätze dennoch befürworten, müssen diese immer noch durch den Senat, bei nicht-einigung droht ein Vermittlungsverfahren.
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