Kochexperimente

Zweierlei Kochexperimente habe ich kürzlich getrieben, mit großem Erfolg und viel Verwunderung. Zudem: Wahnsinnig schnell und trotzdem sehr sehr gut.

Das eine ist Popcorn. Nein, Kein Experiment. Aber wenn man Popcorn in Milch oder Sahne einlegt, dann gibt es Geschmack ab. Wenn man es danach rausfiltert, hat man Popcornmilch. Oder Sahne. Damit kann man dann zum Beispiel Panna Cotta machen. Oder Mousse au Popcorn. Beides sensationell. Das Panna Cotta kommt dabei übrigens komplett ohne Zucker aus.

Das zweite: Mousse au Chocolat. Der Lebensmittelchemiker Hervé This-Benckhard hat sich mit Heston Blumenthal zusammen gesetzt und überlegt, wie Mousse eigentlich gehen könnte. Heraus kam folgendes: 100g dunkle Schokolade (75% oder so, die sollte richtig hochwertig sein sonst schmeckt das alles zu säuerlich), dazu 80ml Wasser. Warmmachen so dass es flüssig ist. Dann in eine Metallschüssel kippen und die über ein Eiswasserbad. Das Zeug aufschlagen, mit Rührbesen oder besser noch mit Handmixer. Nach ca 3-5 Minuten wird es hart und flockig. Voila, Mousse-Au-Chocolat. Ohne Eier, ohne Sahne, ohne viel Zucker, ohne lang dran basteln, ohne noch länger kühlen.
Guten Appetit. Weitere Experimente werden folgen, vor allem in Sachen Popcorn. Dazu brauche ich aber erstmal einen Sahnesiphon.

Fünf neue Alben (für den Frühling und zwischendurch)

2014 wird ein sehr gutes Jahr, was Musik angeht. Zumindest hat mich das, was ich dieses Jahr bislang so hören konnte schon ziemlich begeistert.
Ich will einfach mal kurz fünf Alben (und jeweils einen Song daraus) vorstellen, die zum Frühling passsen und gehört werden sollten.

Future Islands – Singles
Synth-Pop ist wieder in. Ob’s an M83 lag oder an was anderem? Gute Frage. Future Islands machen auf jeden fall sehr sehr viel richtig. So gaanz leichte 80er-Anleihen die aber ganz kurz vor “pathetisch” aufhören und ein Sänger, den ich unbedingt mal live erleben will.

Young Fathers – Dead
Hiphop. Aus Edinburgh. Auf dem feinen Anticon-Label. Eigentlich eher eine Mischung aus Avantgarde-Rap und Pop. Alleine schon wegen dem absolut sensationellen zweiten Track “Low” sollte man sich das anhören. Musik, um die Sonne reinzulassen und durch die Wohnung zu hüpfen. Oder um im Park auszuticken.

Todd Terje – It’s Album Time
Producergott, liest man überall. Hat tolle Remixe gemacht. Jetzt eben ein eigenes Album, das sich vor allem in den 70ern und 80ern allerhand Einflüsse nimmt. Ein bisschen italo disco hier, ein Synthie-Solo dort, alles wird in eine ganz eigene, soundtrackige Klangwelt überführt. Erinnert so ein ganz kleines Bisschen an das letzte Daft Punk Album und dessen Retro-Ambitionen, macht das alles aber meines Erachtens nach deutlich weniger langweilig. Und dann auch noch dieses fantastische Cover von Robert Palmers “Johnny and Mary” mit Brian Ferry am Gesang!

Fatima Al Qadiri – Asiatisch
Bestimmt die sperrigste Empfehlung in dieser Liste, aber dafür auch jene, die in Sachen Sound am meisten durcheinander bringt. Fatima Al Qadiri klingt so, wie man sich einen Trip in die chinesischen Megastädte der nächsten Dekade vorstellt. Grell und künstlich und doch auf den fundamenten der dortigen Kultur aufbauend. Ich bin fasziniert und begeistert, nicht nur von dem chinesischen “Nothing compares 2 u”-Cover.

Fennesz – Bécs
2001 brachte Christian Fennesz mit “Endless Summer” ein Album heraus, das mich bis heute immer wieder aufs neue begeistern kann. Sanfte Gitarrenklänge, die hier und da ins verzerrte abschweifen und zu nicht minderschönen drone-klängen mutieren. Bécs ist quasi die Fortsetzung, 13 Jahre später. Nicht ohne anzuerkennen, dass eben über eine Dekade vergangen ist, aber ganz klar mit dem vergangenen Meisterwerk im Blick. Wundervoll!

Die Suche nach einem kleinen Computer

Früher war es noch einfach: Da hatte ich eine XBox (die erste) und darauf war XBMC. Die Videodateien waren kleiner und die Stromrechnung war mir wurscht. Damit konnte ich Videos gucken und Musik hören und das alles noch am Fernseher.
och dann kamen die Ansprüche und plötzlich war alles blöd. Ich wollte meine externen Festplatten damit ansteuern, das Ding fernsteuern, Torrent-Software darauf laufen lassen, von Ferne darauf zugreifen können…
Irgendwann kaufte ich mir einen “Fit-PC2″. Das war ein grandioses Teil: Ein Atom-Z-Prozessor mit 1.6Ghz und Hardwarebeschleunigung für H.264, eine eingebaute 160GB-Platte, Linux, vier USB-Ports, sogar eine Infrarot-Schnittstelle. Und 7 Watt Leistungsaufnahme. Die Freude hielt allerdings nur so lange wie ich feststellte, dass man das Ding nicht updaten konnte. Denn drin war ein Intel GMA500-Grafikchipsatz. Und der kann nicht mit Linux. So gar nicht. Und so verrottete das schöne Teil was ich einige Zeit noch als Musik-Server benutzt hatte.
Jetzt hätte ich mir ja ein Raspberry PI kaufen können. Oder einen Apple-TV. Beiden ist allerdings gemein, dass sie keine externen USB-Soundkarten ansteuern können. Apple-TV wegen mangelnder Schnittstelle, Raspberry PI eigentlich schon, allerdings nicht wenn man OpenElec laufen hat. Und das wäre eben Voraussetzung.
OpenElec ist eine Linux-Distribution die das wundervolle XBMC ohne weiteres Zutun zum laufen bringt. Das ist schick, weil ich zum zutun meist keine Zeit habe. Aber der Sound auf der Raspberry PI ist eben eine Katastrophe. Also will man eine USB-Soundkarte und für die will man eben kein OpenElec.
Aber: Rettung naht. Genauer gesagt liegt Rettung derzeit beim Zollamt und ich hoffe auf baldige Lieferung. In Form einer Cubox-I, genauer einer CuBox-i4Pro mit 4x 1Ghz, 2Gbyte Ram und sonst allem was man sich so wünschen kann. Auf 2x2x2 Zoll. Mit Stromsparung und fertigen Linux-Paketen für alles. Ich freu mich schon.

Delia Derbyshire

Wer “Pioniere der elektronischen Musik” hört, der denkt an Karl-Heinz Stockhausen, Kraftwerk, derartige Dinge. Der Name “Delia Derbyshire” fällt seltener und das völlig zu unrecht. Eine Frau, die ihren Weg durch das männerdominierte Musikbusiness geschlagen hat, als man ihr bei Decca noch sagte das Business sei kein Ort für Frauen. Sie landete schlussendlich beim BBC Radiophonic Workshop, einem Labor der BBC, in dem zwischen 1960 und den 1970ern neue Klangmöglichkeiten erforschte und avantgardistische Musik komponierte. Soundtracks für Roboter, Musik für futuristische Modenschauen und die Titelmelodie für Doctor Who.
Im Jahre 2001 starb Derbyshire im Alter von 64 Jahren, viele Jahre nachdem sie sich aus dem Musikgeschäft zurück gezogen hatte, weil die elektronische Musik für sie durch zunehmende Technisierung und das Aufkommen des Synthesizers uninteressant geworden war.
Kürzlich stieß ich nun auf eine Dokumentation aus dem Jahre 2010, in der Matthew Street die Geschichte von Delia Derbyshire präsentiert und an der Universität Manchester alte Archivaufnahmen ausgräbt. Die Dokumentation sei dringend empfohlen, hier Teil 1 von 7, der Rest ist auf Youtube direkt verlinkt: