Jahresend-Mix

Alle Jahre wieder (nagut, dieses Jahr zum zweiten Mal, aber auch Traditionen müssen irgendwann mal beginnen) mixe ich für Freunde Musik zusammen, die dieses Jahr veröffentlicht wurde. Um das Jahr musikalisch einzurahmen und natürlich um eine Freude zu machen. Gerne würde ich diesen Mix auch für den Rest der Welt bereit stellen, aber leider kennt Spotify nicht alle Songs und während “einzelne Mp3-Dateien an Freunde schicken” noch unter die Definition von Privatkopie fallen dürfte, ist das nicht mehr der Fall, wenn ich die Datei öffentlich verlinke. Was ich deshalb mache: Die Songliste aufschreiben. Und wo es geht, Youtube-Embeds einbauen.

Jace Clayton – Evil Nigger Part I
(in der Youtube-Version als alle Parts – 21 Min lang. Dennoch toll)

Lucrecia Dalt – Soliloquios

Chrome Hoof – Enter the Drobe
(Gibts leider nicht bei Youtube)

Factory Floor – How You Say

Jonas Reinhardt – Quick Stab of White

Big Black Delta – Huggin and Kissin

Jackson and his Computerband – Arp #1
(GEMA sei dank gibt’s hier nix)

Fuck Buttons – Year of the Dog

RP Boo – There you go boi

Blood Orange – No Right Thing
(Sorry, no right thing on youtube)

Sampha – Beneath the Tree

Freddie Gibbs & Madlib – Deeper

Mark Kozelek – I got you Babe

Pheno S. – Waihidjo
(Zwar nicht Wihidjo aber mit Mouché Aroukourou auch ein spannender Track)

John Wizards – Lusaka By Night

Chance The Rapper – Chain Smoker

Dean Blunt – The Pedigree

Toro Y Moi – So Many Details

Lightning Dust – Diamond
(Leider nix bei Youtube)

Chelsea Wolfe – Feral Love

Au Revoir Simone – More Than
(leider nix bei Youtube)

Aloa Input – Prblms
(Youtube is having Prblms with this track)

Mazzy Star – In The Kingdom

Daughn Gibson – Mad Ocean
(Nuffin)

Inc. – Black Wings

Boards of Canada – Reach for the Dead

Mount Kimbie – Home Recording

Oneohtrix Point Never – Americans
(Germans interfered with this one)

Black Deer – Rambling Rumble Stone
(Huch! So richtig gar nix unter diesem Song findbar…)

Jessy Lanza – Fuck Diamond

Jon Hopkins feat. Purity Ring – Breathe This Air

DJ Koze feat. Matthew Dear – My Plans

Unknown Mortal Orchestra – Swim and Sleep (Like a Shark)

Beach Fossils – Clash The Truth

Crocodiles – Marquis de Sade

Autre Ne Veut – Play By Play

Asusu – Velez

Laurel Halo – Chance of Rain

Kölsch – Basshund

Cassegrain – Joule

Ariel Pink and Jorge Elbrecht – Hang On to Life

James Vincent McMorrow – Gold
(No gold here!)

Julia Holter – Maxim’s I

Inga Copeland – So Far So Clean

Agnes Obel – Fuel To Fire

Small Black – Free At Dawn

2013 in Musik

Wie war das Jahr eigentlich so in Sachen Musik? Wenn ich’s mit dem letzten Jahr vergleiche, irgendwie durchwachsen. Da waren viele, viele, viele tolle neue Alben, aber sehr wenig wirklich Weltbewegendes. Letztes Jahr, da war mein Jahres-End-Mix anderthalb Stunden lang, voller Kracher, Schluss. Dieses: Dreieinhalb Stunden. Nicht weniger schlecht, ganz bestimmt nicht, ich will ja nicht langweilen, aber die einzelnen Tracks geben auch nicht so ganz her, wie das Jahr so in Alben war. Dennoch habe ich eine ganze Reihe Alben für gut bis sehr gut befunden und will sie hier ganz kurz vorstellen. Andere Sachen habe ich übrigens schlicht vergessen oder verpasst. Kommt vor. Nicht alles gibt’s übrigens bei Spotify. Schade eigentlich. Viel Spaß dennoch beim entdecken!

Julia Holter – Loud City Song
Wahnsinn. Schon letztes Jahr war das Album “Ekstasis” unter den besten, sagen wir mal fünf. Dieses Jahr wieder. Wundervoll komponierter und arrangierter Pop. Man merkt Frau Holter an, dass sie Komposition studiert hat. Diesmal mit noch mehr Klassik-Anteilen und noch einen ganz kleinen ticken perfektionistischer. Großartig!
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Zola Jesus – Versions
Eigentlich gar keine neuen Songs sondern altes Material mit Streichquartett neu arrangiert und aufgenommen. Auch live eines der Highlights dieses Jahr und wer “Conatus” nicht kennt, ja nun. Sollte man gehört haben. Würde man wohl “Gothic” nennen, wenn man diese Stilrichtung nicht schon vor knapp 30 Jahren erfunden hätte.
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Small Black – Limits of Desire
Sommerurlaub, Mietauto und dieser leicht rockige Pop mit pulsierendem Elektrobeat darunter brüllt aus den Boxen. “Free at Dawn”, sicher hundertmal gehört. Und immer noch kein Stück langweilig.
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Daughn Gibson – Me Moan
Ich weiss ja immer noch nicht, ob der Dudelsack bei “Mad Ocean” eine leicht verkorkste Version von Amazing Grace sein soll, aber meine Güte habe ich das Lied oft gehört. Wie auch den Rest des Albums. Man nennt das wohl irgendwie Singer/Songwriter oder auch nicht. Eigentlich ist es eine Sammlung an verschiedenen Sounds. Aber alleine diese tiefe, alles durchdringende Stimme ist macht jeden einzelnen Song anhörenswert.
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Jonas Reinhardt – Mask of the Maker
Man merkt Jonas Reinhardt an, dass er gerne im Deutschland der 1970er verbracht hätte. Diese Reminiszenzen an Krautrock! Diese alten Synthesizer-Sounds, diese Rhythmen! Und dann schafft es Reinhardt eben doch, daraus ein modernes, so gar nicht retro-mäßiges Album zu bauen. Ich mag.
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Boards of Canada – Tomorrow’s Harvest
Selbst wenn Boards of Canada ein vergleichsweise schlechtes Album machen, machen sie immer noch ein großartiges Album. Es fehlt die spielerische Leichtigkeit älterer Werke, wirkt an vielen stellen _zu_ bombastisch, überladen, groß. Und dennoch: Das Arrangement, die Produktion, die vielen kleinen Details, die Synthesizer, die Übergänge. Ja, immer noch eines der besten Alben dieses Jahr!
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Mount Kimbie – Cold Spring Fault Less Youth
Wieder eines dieser klanglich faszinierenden Alben. Mount Kimbie haben es geschafft, ihr Zweitwerk bei Warp zu veröffentlichen und auch wenn das Label in den letzten Jahren nicht mehr der legendäre Garant war, ist das ja auch mal ein Qualitätskriterium. Musikalisch: smoother ambient, hämmernder house, ein bisschen rap, ein bisschen melodie und Pop. Die Welt braucht mehr Alben, die man nicht in stilistische Schubladen packen kann!
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Lightning Dust – Fantasy
Synths. Und Folk. Weiblicher Gesang. Gutes Songwriting. Es braucht nicht viel, um mir ein Album zu verkaufen. Und der Song “Diamond” gehört zu meinen meistgehörten dieses Jahres.
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Beach Fossils – Clash The Truth
Dass die Beach Fossils eigentlich Punkmusik machen ist mir erst beim Konzert aufgefallen. Da waren die (wirklich jungen) Jungs aus New York deutlich lauter als auf Platte. Man könnte die Band ob ihrer fröhlichen Lead-Gitarre und des wenig rotzigen Gesangs auch Pop nennen. Vermutlich schreiben die meisten “Indie Rock”. Was zählt: Tolle Songs! Wirklich!
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Jackson And His Computerband – Glow
Wer Jon Hopkins, Laurel Halo und Kölsch sagt, und elektronische Musik 2013 meint, der muss auch Jackson and his Computerband sagen. Intelligente Tanzmusik, retro-synths, viele kleine Details, genug Rhythmus für ein ganzes Wochenende, eine mehr als gelungene Mischung aus “Schlau” und “Tanz”.
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Kölsch – 1977
Uff. Kölner Minimaltechno von Kompakt so perfekt wie er nur sein könnte. Ich höre Techno ja vor allem zum arbeiten, Kölsch kann man aber eigentlich immer hören. Und dazu tanzen sowieso.
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Laurel Halo – Chance of Rain
Überraschung, Überraschung. Das Album “Quarantine” war definitiv eines der Besten des letzten Jahres und hat mich ja vor allem wegen der coolen Autotune-Melodien begeistert. Und jetzt? Kühl, elektronisch, distanziert, aber dennoch wundervoll.
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Autre Ne Veut – Anxiety
Was für ein Album! Und dann kam erst der Live-Auftritt, der noch mal eine Schippe drauflegte, vermutlich das beste Konzert, das ich dieses Jahr sehen konnte. Musikalisch lassen sich Autre Ne Veut am besten mit “Gay Pop” beschreiben. Und gehören zu meinen Top-KünstlerInnen auf last.fm.
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Freddie Gibbs & Madlib – Deeper EP
Eine _der_ HipHop-Entdeckungen für mich. Freddie Gibbs rappt wie ein Gott und die Beats, die Madlib dazu beisteuern machen die EP zu einer sehr sehr runden Sache. “Deeper” steht hier mal als Beispiel, die “Shame”-EP vom letzten Jahr steht dem eigentlich in nichts nach. Das Solo-Album ESGN ist auch gut, aber eben nicht so perfekt.

Blood Orange – Cupid Deluxe
Da hatte ich meine Liste für dieses Jahr schon beinahe zusammen, da kam das hier. Blood Orange ist irgendwie Funk und Jazz und auch New Wave und Pop. Begeistert von der ersten Sekunde an.
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Dean Blunt – The Redeemer
Dean Blunt ist die eine Hälfte von Hype Williams und hat nun mit “The Redeemer” sein erstes richtiges Album veröffentlicht. Und, nun, es passt konzeptuell fantastisch zusammen, so dass eine Auswahl eines einzelnen Songs ganz schön schwer fällt. Blunt experimentiert an den Grenzen von R&B und treibt das Genre voran, irgendwie ist das nichts für zwischendurch, aber ungeheuerlich schön.
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Fuck Buttons – Slow Focus
Meine vermutlich im Vorfeld am meisten gehypede Platte des Jahres. Und dann kurz auch die Enttäuschendste. Wer die Fuck Buttons noch von ihrem Meisterwerk (und ich nehme das Wort sehr ungern in den Mund) “Tarot Sport” kennt, der kann mich da möglicherweise verstehen, aber letztenendes bringen die beiden Musiker aus England immer noch meisterlich Elektronische Komponenten zu Stücken epischer Länge zusammen, die sich langsam entwickeln um dann wieder ineinander zusammen zu fallen. Nur diesmal ist da eine ordentliche Portion Düsternis dabei, die es erstmal zu verdauen gab. Und dennoch: Höchst empfehlenswert!
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Mark Kozelek – Like Rats
Mark Kozelek, das war der Sänger der Red House Painters, dann von Sun Kil Moon. Auch Solo der beste Singer/Songwriter des Planeten. Basta. Und ein wundervolles Cover von “I Got You Babe” hat er auch noch auf dem Album.
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Sampha – Beneath the Tree
Nur eine EP aber was für eine! Den Titeltrack einmal gehört, danach gleich noch weitere 15 Mal. Die EP des Musikers, der vor allem für seine Arbeit bei SBTRKT bekannt ist, habe ich in den ersten Tagen quasi auf Dauerrotation gehabt, das kommt nicht oft vor. Aber diese Smoothness, diese tollen Harmonien, vor allem dieser Gesang: Sampha hat Soul für zehn und macht dazu noch interessante Musik.
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Foxygen – We Are The 21st Century Ambassadors of Peace and Magic
Foxygen erinnern mich leider vor allem an eine Lebensmittelvergiftung, die direkt während deren Konzert voll anschlug. Wirklich toll sind die Jungs aus Brooklyn aber, weil sie es schaffen, die Rockmusik der 60er-Jahre auf ihre ganz eigene 2013er-Weise zu interpretieren und dabei auch noch klasse Songs schreiben.
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CocoRosie – Tales of a Grass Widow
CocoRosie haben sich gar nicht soo großartig entwickelt in den letzten Jahren, aber weil das Album endlich mal wieder eines ist, das ich uneingeschränkt empfehlen mag, ist es mit auf der Liste. Katzengesang und Pop und HipHop und und und. Ihr kennt das. Und wenn nicht: nun, anhören!
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James Ferraro – NYC Hell 3:00 AM
In James Ferraro zu verlieben hat mich genau 1:57 Minuten gekostet. Das war “Linden Dollars” auf dem “Far Side Virtual”-Album von 2011 und jahrelang hatte mich nichts derart umgehauen. Diese Leichtigkeit, diese Hyperaktivität, dieses gleichzeitige Erforschen von Zeitgeist und neuen Sounds! Nun, NYC Hell 3:00 AM ist anders. Nicht, dass es nicht weiter die Gegenwart in seiner ganz eigenen Weise abbilden würde. Aber Ferraro bewegt sich musikalisch von der wundersamen technologiewelt des Silicon Valley in die düsteren Ecken New Yorks. Und so klingt “NYC Hell 3:00AM” ziemich genau wie der Albentitel. Bedrückend, fazinierend, schön.
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Chrome Hoof – Chrome Black Gold
Wieder eine dieser “Wenn xy heutzutage erfunden worden wäre!”, diesmal Progressive Metal. Ohne Genre-Limitierungen, ohne Attitüde, dafür mit genau der richtigen Komplexität, um noch Songwriting unterstellen zu können.

RP Boo – Legacy!
Ich liebe hektische Musik. Und als solche hat RP Boo enorm was zu bieten. Trotzdem ist “Legacy!” in Teilen noch tanzbar, sofern man sich um eine/n talentierte/n Tänzer/in handelt. Mal wird gerappt, mal werden seltsame Samples in den Raum geworfen, dann trägt eine fast schon 8-bittige Melodie das Stück in einer Geschwindigkeit, dass einem schwindlig wird. Ich habe gelesen, den Stil nennt man “Footwork”. Gut, wenn es für alles Schubladen gibt.
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Chelsea Wolfe – Pain is Beauty
Sie singt mit Russian Circles, hat ihre Freunde eher in Metal-Affinen kreisen, aber “Pain is Beauty” ist weder Goth noch sonst wie konservativ, sondern ein modernes, schönes, leicht elektronisches, düsteres Singer/Songwriter-Album. Live eher eine Enttäuschung, zu viel lärmende Gitarren, zu laut, aber auf Platte nach wie vor wunderbar anzuhören!
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Agnes Obel – Aventine
Dieses Piano, diese Stimme, diese Melodien! In einer wahren Inflation von mittelmäßigen weiblichen Singer-Songwriterinnen, die sich vor allem gerne als Opening-Act von größeren Bands tummeln, sticht Agnes Obel aber sowas von heraus.
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Lusine – The Waiting Room
Das Album kam schon ganz früh im Jahr hier reingeschneit und irgendwie habe ich es immer mal wieder gehört. Relaxter Elektropop mit einer Liebe für fein ausgetüftelte Soundtexturen. Überhaupt: Mjam, Soundtexturen!
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Oneohtrix Point Never – R Plus Seven
Wo wir schon bei leckeren Soundtexturen sind: Oneohtrix Point Never sind meisterhaft darin. Mal Jazzig, mal fast schon Krautrock, avantgardistisch, klassisch, progressiv. Liebe!
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Inc. – No World
Ich glaube dieses Jahr habe ich das Wort R&B verwendet wie selten zu vor. Gibt aber auch so viel neues! Inc. sind so ein Beispiel. Irgendwie Indie-Pop aber eben mit diesem Einschlag. Gefallen mir sehr. Anspieltipp? Nun, “Black Wings” zum Beispiel.
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Jessy Lanza – Pull My Hair Back
Die Labels mit der geringsten Fehlgriffrate im elektronischen Bereich sind ja Hippos in Tanks, Livity Sound (s.U.) und Hyperdub. Da ist jetzt die oben erwähnte Laurel Halo gelandet und eben Jessy Lanza. Toller minimalistischer elektropop, ein bisschen R&B, super Songwriting.
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Iron & Wine – Ghost on Ghost
Auch ohne meine ausgeprägte Schwäche für Folk kann man sich Iron & Wine sehr gut anhören. Bisweilen scheint genau diese neue amerikanische Folk-Welle bei Sam Beam noch durch, aber genauso gibt es auf “Ghost on Ghost” einen Mix aus kalifornischem Radio-Pop, New Orleans Jazz-Rhythmen und ein bisschen College-Rock.
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V.A. Grime 2.0
Lustiges Experiment: Habe dieses Jahr mal versucht, in all die Grime-Sachen ‘reinzuhören, die ich so um 2005 super fand. Roll Deep, Kano und co kann ich mir nur noch schwerlich anhören, die Musik ist einfach wahnsinnig gealtert. Geblieben ist ein Stil, der sich weiterentwickelt hat. Und so findet sich auf dem Sampler eigentlich kein Rap mehr, dafür jene Musik, die sich eben auf dem anderen Teil der Weggabelung gefunden hat, an der Dubstep aus den Grime-Beats empor gekrochen ist. Hochspannend und anhörbar!
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V.A. Livity Sound
Die Label-Entdeckung des Jahres mit ihrem eigenen Sampler. Für alle die sich fragen, wo sich die englische elektronische Musik so hinbewegt. Oder auch für alle, die gerne tanzen. Oder für alle, die gerne elektronische Musik hören.

Jon Hopkins – Immunity
Einige Labels habe ich ja schon genannt, Domino Records sollte aber auch nicht unerwähnt bleiben. Es ist immer wieder überraschend zu sehen, mit welcher Konstanz dort tolle neue Musik veröffentlicht wird. Jon Hopkins gehört dazu und definitiv eines der besten elektronischen Alben dieses Jahr, wenn nicht sogar das eine Album, was man gehört haben sollte. Mal ambientig, mal glitchig, mal plockern die Beats daher, alles webt sich mit akustischen Instrumenten, synths und samples zu einem perfekten Netz zusammen. Ebenfalls toll: Die Kollaboration mit Purity Ring zu “Breathe this Air”.
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Chance the Rapper – Acid Rap
Ich habe ja ein interessantes Verhältnis zu HipHop. Ich höre nicht viel davon, den dann aber exzessiv. So auch “Acid Rap”. Toller Flow, die nötige Portion Wahnsinn, ungewöhnliche Songstrukturen keine Sekunde Langeweile.
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Und das war ja nur ein winziger Ausschnitt. Kurze Liste dessen, was man sich ebenfalls anhören könnte:
Huerco S. – Colonial Patterns
Deptford Goth – Life after Defo
Cannibal Ox – Gotham
Lusine – The Waiting Room
Nguzunguzu – Skycell
Party Supplies – Tough Love
Kid 606 – Happiness
DJ Koze – Amygdala
Earl Sweatshirt – Doris
Mazzy Star – Seasons of your Day
James Vincent McMorrow – Post Tropical
Pheno S. – Kani
John Wizards – John Wizards
Au Revoir Simone – Move in Spectrums
Aloa Input – Anysome
Black Deer – Black Deer
Lucrecia Dalt – Syzygy
Jace Clayton – The Julius Eastman Memory Depot
Crocodiles – Crimes of Passion
Cassegrain – Tiamat
Inga Copeland – Don’t Look Back That’s Not Where You’re Going
The Knife – Shaking the Habitual
Burial – Rival Dealer
Bill Callahan – Dream River

Crowdfunding-Schattenseiten

Ich habe bislang vier Mal crowdgefundet. Das Erste war ein Hackspace-Projekt in Bagdad. Ich bekam ein Shirt, dafür tat ein ziemlich cooler Libanese ziemlich coole Dinge mit technikbegeisterten Menschen in einer Stadt, in der es derzeit nicht allzu lebenswert ist. Fand ich super.
Das Zweite war ein Stift für das iPad. Das tolle daran: Per Infrarot wird die Stiftposition erkannt, was prinzipiell viel präziser ist, als irgendwelches Zeug auf dem Touchscreen. Dazu sollte es eine App geben, die wie ein riesengroßes Whiteboard funktioniert, für kollaboratives Arbeiten auf dem iPad. Dann dauerte das Projekt aber länger und der Stift hatte einen ganz irren Lag. Ausserdem funktionierte die App nur so halb, denn wenn man seine Handfläche auflegt, kann eine App das zwar als Berührung identifizieren udn sperren, manchmal denkt das iPad aber auch, das seien vier Finger und dann wird ein Taskswitch vorgenommen. Schlussendlich stellte sich heraus: Die Leute haben eigentlich nur die App gebaut, den Stift gab’s schon vorher von einer koreanischen Firma. Na danke.
Das Dritte ist eine Fahrradklingel, die bis zu 95 Dezibel laut werden kann, wenn man sie richtig anschlägt. Find ich auch gut, aber auch das Projekt ist nun im dritten oder vierten Monat der Verzögerung.
Das vierte war gar nicht bei Kickstarter sondern bei Indiegogo und ist ein Fitness-Armband das nicht nur Bewegungen tracken können soll, sondern auch Blutsauerstoff, Puls, Temperatur. Klingt spitzenmäßig, ob es funktionieren wird (und nicht zum Beispiel viel zu viel Batterie frisst) wird sich zeigen.
Mir ist bewusst, dass Crowdfunden immer auch ein bisschen Risiko ist, aber ich frage mich auch, wann wir hier auf einen Peak zusteuern. Das große Problem ist, dass gerade bei technischen Projekten niemand so recht ein Budget absehen kann. Und dann müssen die Entwickler auch noch Geld für T-Shirts und sowas ausgeben. Und plötzlich läuft das Budget aus oder das Projekt ist ohne Ende verzögert. Kunden unzufrieden, auch wenn sie toleranter sein werden, als bei einem “fertigen” Produkt, die Bereitschaft, nochmal was zu funden, schwindet. Ganz oft ist zudem unklar, wer sich eigentlich dahinter verbirgt. Talentierte Bastler? Super, aber können diese auch mit ner halben Million Dollar umgehen? Und kennen die alle Fallstricke?
Gerade entdeckte ich nun ein Kickstarter-Watchblog namens Dropkicker, das noch auf weitere Probleme hinweist. Zum Beispiel die vermeintliche Innovationskraft mancher Projekte, mit der es dann doch nicht so weit her ist. Ich beobachte weiter, werde skeptischer und lese jetzt erstmal dieses Blog weiter.