WLAN in der Bahn

Zeit im Zug, Zeit zum ranten. Denn auf der Hinfahrt hatte ich seit Fulda kein Internet mehr, auf der Rückfahrt hatte ich überhaupt keines. Eigentlich eine Situation, die ich 2001 hätte gelten lassen, aber auch nur da. Seit ca. 2003 gibt es keinen Laptop mehr ohne WLAN. Und das bedeutet “Hey, ihr müsst nicht mal Kabel verlegen!” – War nämlich auch so eine Sache, als die ICE1 noch keine ICE3-Innenausstattung hatten und es nur im Wagen 7 Strom gab, alle aber permanent ihre Geräte laden wollten. Da konnte man ja noch akzeptieren, dass es eben ein echter Eingriff in die Zug-Infrastruktur ist.
Aber so? Accesspoints in die Decke und gut ist. Ach und Repeater und gedöns. Ich kann es mir nicht so schwer vorstellen, berichtigt mich bitte, wenn das irgendwie ein Dissertationsthema sein sollte. “Was haben Sie studiert?” – “Doppelabschluss in Informatik und Elektrotechnik. War nötig, um das WLAN im ICE zu verlegen, das ist meine Doktorarbeit”. Ich glaube nicht.

Ab Fulda, fragt ihr? Genau. Weil bis Fulda gab es WLAN. Gibt es jetzt auch noch, nur die Verbindung ist gekappt worden. Ab-surd.
Auf der Rückfahrt gar nicht fragt ihr? Genau. Weil ich zurück von Karlsruhe mit dem IC fuhr. (Fahrradabteil und so. Fehlende Fahrradabteile im ICE sind ja nochmal ein ganz anderer Grund zum Ranten.) ICs haben immerhin an Vierer-Sitzgruppen Strom. Aber auch kein WLAN.

Jetzt möge der Telekom-Mensch mir für die gefühlte 99 Euro, die ich pro Stunde Zugang bezahlen müsste, erklären, dass man ja in der Strecke ab Fulda wenigstens User-Experience bieten wolle und die könne man da halt noch nicht liefern, weil. Das darf der Telekom-Mensch mir aber per Postkutsche zustellen, zumindest wenn er zwischen Kassel und Fulda sitzt. Weil da ist auch kein zuverlässiges Netz, obwohl angeboten. Nur hinter Fulda, da fällt der Router plötzlich aus und nichts geht mehr. Auch keine Meldung, warum. Kein “Tut uns leid, aber ab Fulda schalten wir das Internet aus”-Screen. Mein Arsch.

Ich glaube auch nicht daran, dass das ganze ein ernsthaftes Verfügbarkeits-Problem ist, denn damals, vor 2-3 Jahren, da gab es offiziell auf manchen Strecken kein Internet, aber die WLAN-Router liefen trotzdem und man konnte sich einwählen. War halt wackelig aber ging und besser als Tethering, nun das ist nicht schwer. Da hatte man halt noch keine Automatik-Abschaltung. Zwangstrennung, nun auch in Ihrem ICE! Juchei.

Was ist es also dann? Ich vermute ja absurde Entscheidungen im mittleren Management, unwillen, dämliche Regelungen und überhaupt. Ich meine, verdammt noch mal, wir kriegen es inzwischen hin, Internet im Flugzeug über dem Ozean zu haben, warum nicht in einem beknackten Zug zwischen Nürnberg und München? Und wenn die Telekom da irgendwie nicht mitmacht, ja warum zur hölle sägt die Deutsche Bahn das T nicht einfach ab und macht es selbst? Kostenlos für alle zahlenden Kunden? (Könnte man ja tatsächlich, so mit aufgedrucktem Code auf dem Ticket, vielleicht senkt das ja die Schwarzfahrerquote)

Wie dem auch sei. Wir haben 2013. Ich lasse Ausreden nicht mehr gelten. Fixt das.

Entlassen werden

In Job gesucht! schrieb ich von meiner Jobsuche. Das Ergebnis war überwältigend. Binnen einer Woche bekam ich Anrufe und E-Mails aus allen Ecken Deutschlands. Ich hätte vermutlich in München arbeiten können, in Regensburg, von Zuhause aus für eine Firma in Hessen und natürlich in Hamburg oder Berlin. Manche Bewerbungsgespräche waren seltsam, andere großartig und ich bin mit meinem Job als Projektmanager bei der Ganske Verlagsgruppe, das kann ich jetzt zum Ende der Probezeit sagen, durchaus glücklich. An dieser Stelle möchte ich allen für die vielen Retweets danken, ganz speziell aber Picki für das Matchmaking.

Doch das ist nicht der Grund, warum ich dies schreibe. Vielmehr waren diesem Blogpost Tage und Wochen voran gegangen, die nicht so schön waren. Eine Entlassung kann, selbstverschuldet oder nicht, böse Dinge mit der Psyche, insbesondere mit dem Selbstwertgefühl anstellen. Kürzlich rief mich eine Freundin an und bat mich um Rat. Ihr zeitlich befristeter Vertrag sei nicht verlängert worden, Jobverlust. Wie ich damit umgegangen sei, damals vor acht Monaten? Continue reading Entlassen werden

Fahrrad geklaut!

In der Nacht zum 13. Januar wurde mein Fahrrad aus der Hofeinfahrt meines Wohnhauses, Stresemannstr. 75 in Hamburg, gestohlen.
Ich bin mir bewusst, dass die Chancen, in einer Großstadt ein Fahrrad wieder zu bekommen, sehr gering sind. Allerdings handelt es sich bei meinem Rad um ein sehr seltenes Fabrikat und in dieser Form um ein Unikat. Vielleicht bedeute das ja, dass es irgendwem auffällt.

Das Fahrrad ist ein BikeFriday New World Tourist und wurde 2011 für mich angefertigt. Das Bild ist ein Produktbild, die Farbe stimmt, der Lenker nicht und Gepäckträger hat es ebenfalls keinen. Am Rahmen befindet sich eine Plakette mit meinem Namen (“Custom made for Julian Finn”). In ganz Deutschland dürfte es nur ein paar Handvoll davon geben, da es nur einen einzelnen Importeur gibt. Wenn du also dieses Fahrrad auf Flohmärkten oder sonst irgendwo sehen solltest: Meld dich bei mir oder rufe die Polizei. Ich bin gerne bereit, einen wirklich ordentlichen Finderlohn zu bezahlen, denn dieses Klapprad bedeutet mir für meine Bewegungsfreiheit sehr viel.