Microsoft Songsmith ist schlimmer

Wer die Microsoft Songsmith-Werbung nicht kennt, möge sie irgendwo ergooglen. Sie ist grauenhaft und hat es nicht verdient, verlinkt zu werden. Ausserdem hat das Video in den letzten paar Tagen eh jeder gesehen.
Neu: Die Ergebnisse, die das Programm so ausspuckt, wenn man ernsthafte Songs reinsingt.
Hier passiert unter Anderem mit “Roxane” von The Police.

Wer mich sucht: ich liege auf dem boden, lachend.

P.S: Wenn das mal kein neues Meme wird…

Der perfekte Rucksack

Rucksäcke sind ein bisschen so wie Mobiltelefone und (in Abstrichen) auch Laptops: es gibt nichts, was den persönlichen Vorstellungen des Einzelnen ausreichend Rechnung trägt.
Nirgends ist das aber eklatanter als beim Rucksack, so mein Gefühl.
Ich bin sehr viel unterwegs. Meist über Wochenenden, also 2-3-Tagesreisen. Auf diesen laufe ich auch recht viel, zum Beispiel durch Städte, und fast immer benötige ich meinen Laptop. Ich brauche also eine Tasche, die ich möglichst bequem auf dem Rücken tragen kann, die ausreichend groß ist für meinen Kulturbeutel sowie ein wenig Unterwäsche, Socken und T-Shirts (sagen wir mal für 3 Tage).
Auf Tagungen, Konferenzen oder auch einfach nur dem Weg durch die Stadt ist das Herumschleppen der Wäsche sehr unangenehm. Ich möchte also einen Rucksack, dessen Teile sich voneinander abtrennen lassen. (Gut, manch einer kann auch einfach seinen kompletten Rucksack ausräumen und den Kram im Hotel oder wo auch immer lassen. Das ist aber längst nicht immer möglich.)
Derzeit kenne ich 2 Modelle, eines von Samsonite und eines von IKEA (Ja, IKEA). Das Samsonite ist herrlich bescheuert konstruiert, der Laptopteil lässt sich zwar abtrennen, hat aber keinerlei Tragegurte oder gar Rückengurte. Er fällt somit flach.
Der von Ikea ist fast perfekt. Ein größeres und ein kleineres Abteil, Laptopfächer in beiden, alles ok. Bis auf 2 Kleinigkeiten: Zum einen sind die Laptopfächer alles andere als ein guter Schutz. Sie sind kaum gepolstert, also mehr eine Abtrennung als ein wirklcihes Laptopfach. Zum anderen ist der große Teil, in dem man also logischerweise seine Wäsche verstauen würde, hinten. Der Teil vorne hat aber nur behelfs-tragegurte, ist also nicht sonderlich bequem und etwas klein für ein Macbook Pro (paßt gerade so) sowie Netzteil und Maus.
Was ich mich frage: Warum zur Hölle gibt es keine anderen Hersteller für sowas? Die allermeisten Rucksäcke scheinen mir planlos aneinander gestöpselt, als haben Techniker (“Hey, neue Tragefunktion, superbequem”) sich geweigert, mit Kunden auseinander zu setzen. Mir fällt fast kein Rucksack ein, bei dem ich sagen würde, dass er ein tolles Konzept habe.
Also macht mal hinne, kann ja nicht so schwer sein.

Der Weiße Tiger und Slumdog Millionaire

Indien hat mich gerade und das hat zwei Gründe: Aravind Adigas “Der Weiße Tiger” und Danny Boyles “Slumdog Millionaire”. Um die Verwirrung zu beheben: Ersteres ist ein Roman und hat gerade den Booker Prize gewonnen, letzteres ist drauf und dran, bei Oscar und Golden Globe abzuräumen, als Film natürlich.
Beginnen wir mit dem Weißen Tiger: Balram Halwai ist ein wohlhabender Unternehmer. Das war er allerdings nicht immer. Er kommt aus “Dunkel-Indien”, wie er sagt, der Provinz also. Die Schule durfte er nur so lange besuchen, bis der örtliche Grundbesitzer die Familienschulden für eine Mitgift eintrieb. Dann wurde er Teehausdiener und schließlich Chauffeur bei dessen Sohn. Naiv und interessiert entdeckt Halwai die Welt, beziehungsweise Delhi und seine reichen Wohnsiedlungen. Nach und nach beginnt er zu verstehen, was Indien in seinem innersten zusammenhält: Korruption und das Kastensystem, der Hühnerkäfig wie er es nennt.
Die Geschichte von “Slumdog Millionaire” ist schnell erzählt: ein Junge aus dem Slum gewinnt als erster den Hauptpreis beim indischen “Wer Wird Millionär?”, das ruft die Polizei auf den Plan, weil so ein Slumkind ja unmöglich die ganzen Antworten wissen konnte. Im Verhör erzählt Jamal Malik seine Geschichte, die zu allen Antworten führt. Diese Geschichte ist kein Spaß. Sie zeigt die hässlichsten Seiten Indiens voller Müll, Fäkalien und Brutalität. Aber sie erzählt auch von einer wunderbaren Liebe, die unter einem Stück Wellblech beginnt und beim Telefonjoker längst nicht vorbei ist.
Dazu ein großartiger Soundtrack (u.A. mit M.I.A) und, mit Augenzwinkern, eine Bollywood-Tanzszene am Schluß – Slumdog Millionaire wird für mich in dieser Oscar-Saison kaum zu toppen sein.

Beide Geschichten verbindet nur eins: Indien. Der Weiße Tiger erzählt nichts über Slums und das Elend, es ist mehr eine literarisch aufbereitete Systemkritik. Slumdog Millionaire wiederum ist ansich eine harmlose Geschichte, die nur über die Wucht der Bilder berührt. Und dennoch faszinieren beide. Sie manifestieren langsam ein Land in meinem Bewußtsein, das trotz seiner Größe fast immer nur mit Hippies und Outsourcing in Verbindung gebracht wird. Ein Land, dem seit Jahren der Aufstieg prophezeit wird, das aber noch weite Reisen vor sich hat.

Hallo 2009

Ein paar Gedanken zum letzten Jahr und zu dem, was bevorsteht:
Gerade mal 31 Beiträge gab’s dieses Jahr in meinem Blog, dagegen steht in etwa die 26fache Menge an Unsinn, die ich per Twitter in die Welt posaunt habe. Und auch mein account bei soup.io hat da deutlich mehr. Ist das ein Trend? Wer weiß das schon. Auf der anderen Seite habe ich mich ganz alter Medien bedient und angefangen, Geschichten zu schreiben. Davon gibt’s dieses Jahr auch sicher einiges hier zu lesen.
Überhaupt, 2009, das Jahr, in dem ich mehr schreiben möchte. Unter anderem meine Diplomarbeit, aber auch etwas prosaisches. Mark my words.
Dabei war 2008 gar nicht so schlecht: Neuer Job, nebenbei Studium so gut wie durch, Kunst gemacht und dadurch wenigstens ein bisschen Ausland gesehen, sagen wir mal, ich hätte auch noch mehr machen können, sollte aber nicht unzufrieden sein. Anderswo geht’s schließlich auch schlechter.
Schauen wir mal in’s Jahr, das für mich mit einer dicken Erkältung beginnt, weil das letzte traditionell mit dem Chaos Communication Congress geendet hat.
Ich möchte Reisen, das Pfund ist billig, also baldmöglichst London und evtl die Orkney-Inseln, wenn meine Diplomarbeit das zulässt. Zudem Wien, das schulde ich einer guten Freundin, und, falls möglich, Istanbul. Ich möchte, so mein Plan, der in 2 Wochen anders aussehen könnte, zu meinem 29. Geburtstag im September endlich meine Diplomarbeit abgegeben haben. Ich möchte auch, dass bis Jahresende etwas entstanden ist, das ich in Buchform veröffentlichen kann. Und vielleicht, aber nur ganz vielleicht, schreibe ich auch wieder mehr in dieses Weblog. Ich bin so faul geworden…