Es gibt sie noch

auch wenn es einem nicht immer so erscheinen mag: die einfache, alltägliche Zivilcourage. So das Holiday Inn Holtel in Dresden, das folgenden Brief an die NPD-Landtagsfraktion schrieb:

Dresden, 18. Oktober 2007

Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden

Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,

wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.

Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.

Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.

In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG

Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer

Dafür sage ich dem Herrn Lohmeyer schlicht und ergreifend einmal “Danke!”

Innovation zahlt sich aus

Hach, was wollte ich einen solch albernen Spruch schon lange mal als Überschrift in mein Blog packen. Und dabei stimmt sogar was ich damit sagen will:
Radioheads neues Album überrascht selbst optimisten: Einem Artikel zufolge hat Radiohead mit den Albenverkäufen in der ersten Woche 10 Millionen US-Dollar eingenommen. Reingewinn.

According to a source close to the band, In Rainbows has “sold” approximately 1.2 million copies as of October 12th. In comparison, that’s more albums sold in the first week than Radioheads’ last three releases combined. According to an Internet poll of 3,000 people, the average price paid for In Rainbows was $8. If these numbers are accurate, Radiohead has made close to $10 million in one week on this album alone.

Das sagt so einiges aus. Nicht nur, dass damit bewiesen wäre, dass Fans gerne bereit sind, Geld für ein Album auszugeben, auch zeigt es, dass eine Band gar nicht zwingend eine Plattenfirma benötigt.
Nun muss man zu gute halten dass die PR natürlich eine außergewöhnliche war; schließlich haben Radiohead Neuland betreten (wenn auch ca. 8 Jahre zu spät).
Viel spannender wird allerdings die Frage sein, was das Musikbusiness daraus macht. Madonna hat nun ebenfalls keinen Deal mehr und andere werden nachziehen wenn sie es noch nicht sind. Das aber bringt die ganze Branche in Bedrängnis, denn bislang galt noch immer, dass erfolgreiche Künstler die nicht-erfolgreichen finanzieren. Und vor allem: dass Labels die Arbeit von Musikern im voraus bezahlen. Es wird sich also zeigen müssen, was das für Musiker bedeutet, die sich ihren Studioaufenthalt nicht einfach aus der Portokasse leisten können. Und ich bin mir sicher, es wird genügend Modelle geben.
Villeicht führt die ganze Geschichte auch einfach nur dazu, dass Plattenfirmen ihre tendenziell auf Ausbeutung angelegte Vertragspolitik überdenken.